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Der FTSE 250 ist die Heimat vieler Einkommensaktien, die enorme Dividendenrenditen bieten. Während der Index vor allem für seine auf Großbritannien ausgerichteten Wachstumschancen bekannt ist, gibt es derzeit knapp 60 Aktien mit einer Ausschüttung von 5 % oder mehr. Und ganz oben auf der Liste steht Greencoat UK Wind (LSE: Großbritannien).
Da das Management die Dividenden für die Aktionäre aufrechterhält und die schwache Stimmung den Aktienkurs nach unten drückt, können Anleger jetzt eine enorme Ertragsmöglichkeit von 10,5 % nutzen!
Wie erfahrene Anleger wissen, kann eine so hohe Auszahlung ein großes Warnsignal für mangelnde Nachhaltigkeit sein. Es gibt jedoch immer einige seltene Ausnahmen. Und wenn man in solchen Situationen gegen die Masse investiert, kann man nicht nur enorme Renditen erzielen, sondern auch beeindruckende Aktienkursgewinne aus einer Erholungsrallye erzielen.
Ist Greencoat also ein verstecktes Schnäppchen oder eine offensichtliche Falle?
Was macht Anleger nervös?
Die Greencoat-Aktien sind seit Jahresbeginn um etwas mehr als 25 % gefallen. Das mag überraschend klingen, wenn man bedenkt, dass die Regierung weiterhin darauf drängt, in die Infrastruktur für erneuerbare Energien zu investieren, insbesondere wenn es um Windkraft geht.
Hier spielen einige Faktoren eine Rolle. Aber die drei größten Dinge, die Anleger derzeit beunruhigen, sind:
- Höhere Zinssätze machen die Schuldentilgung von Greencoat deutlich teurer und treiben die selbst auferlegten Schulden der Gruppe voran Hebelschwelle bis an die Grenze.
- Die Abschaffung der Umweltabgaben im letzten Herbsthaushalt wirkt sich direkt auf die Einnahmequelle des Konzerns aus, der bereits unter sinkenden Energiepreisen leidet.
- Pläne zur Änderung der Inflationsindexierung der Subventionen für erneuerbare Energien vom Einzelhandelspreisindex (RPI) zum Verbraucherpreisindex (CPI) werden zu einer Abwärtsverschiebung der Cashflow-Generierung für alle Energieerzeuger führen.
Die kombinierte Wirkung dieser negativen Katalysatoren führt zu einem Anstieg der Unsicherheit. Wenn man noch die Tatsache hinzufügt, dass wechselnde Wetterbedingungen in ganz Großbritannien zu geringeren Windgeschwindigkeiten führen, ist es leicht zu verstehen, warum Aktionäre ihre Positionen aufgeben.
Ist das eine Überreaktion?
Die Bedenken rund um dieses Geschäft sind berechtigt. Und es lässt sich nicht leugnen, dass vor allem die regulatorischen Unsicherheiten die Situation von Greencoat verstärkt haben Risikoprofil für Investoren.
Grundsätzlich erwirtschaftet das Unternehmen jedoch trotz des zusätzlichen Drucks durch höhere Zinssätze weiterhin genügend Cashflow, um die Dividenden der Aktionäre zu decken und noch mehr übrig zu haben.
Da die Aktie gleichzeitig mit einem Abschlag von 30 % auf ihren Nettoinventarwert gehandelt wird, scheint es, dass der Markt das Worst-Case-Szenario in Bezug auf nachteilige regulatorische Änderungen einpreist. Das scheint etwas zu pessimistisch zu sein, wenn man bedenkt, dass die Regierung sich aktiv mit dem breiteren Sektor der erneuerbaren Energien befasst, um zu versuchen, weit verbreitete Störungen zu minimieren.
Vor diesem Hintergrund könnten die Greencoat-Aktien tatsächlich für eine Erholung gut positioniert sein, sobald sich das regulatorische und politische Umfeld zu stabilisieren beginnt.
Eine goldene Kaufgelegenheit?
Eine nachhaltige Dividendenrendite von 10 % ist selten. Und die robusten Finanzdaten von Greencoat, gepaart mit der meiner Meinung nach übermäßig negativen Anlegerstimmung, lassen darauf schließen, dass diese Aktie tatsächlich eine Ausnahme sein könnte.
Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass diese Auszahlung mit erheblichen Risiken verbunden ist, insbesondere wenn die Energiepreise und die Windgeschwindigkeit weiterhin sinken. Aber wenn Einkommensinvestoren mit einem erhöhten Risikoprofil zufrieden sind, könnte Greencoat einen tieferen Einstieg wert sein.

