Seit dem Waffenstillstand sind weniger als 72 Stunden vergangen, und seine Haltbarkeit scheint bereits fraglich.
Dem Kobeissi-Brief zufolge sagte US-Präsident Donald Trump kürzlich, Iran halte sich nicht vollständig an die Waffenstillstandsbedingungen.
Vor diesem volatilen Hintergrund ist es immer noch weit hergeholt, von einem anhaltenden Bullenmarkt zu sprechen, nur weil die Stimmung auf Risiko umgeschlagen ist.
Ethereum [ETH] spiegelt diese Unsicherheit in Echtzeit wider. Nach einem Anstieg von 6,28 % am 7. April ist ETH seitdem um etwa 2,2 % zurückgegangen.
Auch wenn der Rückzug oberflächlich betrachtet bescheiden erscheinen mag, deutet er dennoch darauf hin, dass das Folgeangebot auf höheren Niveaus schwächer wird. Stattdessen zeigen die Positionierungsdaten weiterhin Anzeichen einer Verteilung.

Laut Lookonchain hat ein ETH-Swingtrader kürzlich seine verbleibende 1.000-ETH-Position aufgegeben und einen Verlust von 1,44 Millionen US-Dollar erlitten.
Tatsächlich hat der Händler seit dem 27. Januar 2025 vier Swing-Trades abgeschlossen (drei davon waren Verluste), wodurch sich sein gesamter Drawdown auf etwa 2,45 Millionen US-Dollar erhöhte.
Wenn man nun noch die kürzlich von der Ethereum Foundation verkauften ETH im Wert von 8,3 Millionen US-Dollar hinzufügt, beginnt sich die pessimistische Erzählung noch weiter zu verstärken.
In diesem Zusammenhang scheint der Anstieg der positiven Finanzierungsraten von Ethereum um 63 % (vom vorherigen Niveau von 0,0024) wie eine relativ ausgedehnte Positionierungsbewegung auszusehen.
Die Logik ist einfach: Makrovolatilität, technische Schwäche und Anzeichen einer Verteilung sprechen allesamt gegen ein steigendes Long-Engagement.
Bei solchen Konfigurationen bleibt der Preis normalerweise nicht lange ausgeglichen. Stattdessen löst es entweder einen Long-Squeeze aus, wenn die Unterstützung ausbleibt, oder er kehrt schnell zurück, wenn Käufer eingreifen und das Angebot absorbieren.
Die entscheidende Frage ist, ob die Ethereum-Bullen hier eingreifen und dies stattdessen in eine Bärenfalle verwandeln können.
Die Long-Voreingenommenheit der Ethereum-Täter nimmt zu, während das abgesteckte Angebot zu steigen beginnt
Unter volatilen Bedingungen ist eine Hebelwirkung selten nur Spekulation. Stattdessen wird es eher von Überzeugungen getragen.
Der Tätermarkt von Ethereum beginnt, diese Art von Verschiebung zu zeigen. Trotz eines unsicheren makroökonomischen Hintergrunds verbessern sich die Signale für Derivate.
Insbesondere das von Ethereum Käufer-Kauf-/Verkaufsverhältnis auf Binance ist mit einem Monatsdurchschnitt von etwa 1,016 wieder über 1 gestiegen und hat sich mehrere Tage in Folge im positiven Bereich gehalten.
Zum Vergleich: Ein Wert über 1 bedeutet, dass das Kaufvolumen der Abnehmer höher ist als das Verkaufsvolumen der Abnehmer, was auf anhaltend aggressive Käufe bei Tätern hinweist, wobei die Positionierung zu gehebelten Long-Positionen tendiert.
In Kombination mit dem Grayscale-Einsatz von 83.200 ETH wirkt dies weniger zufällig und eher wie eine strukturelle Flussverschiebung.


Beim Herauszoomen ändert sich jedoch das Bild. Trotz des Staking-Zuflusses verzeichnete das gesamte Stake-Angebot von Ethereum den stärksten Rückgang seit fast einem Monat: 570.000 ETH verließen das Staking, wodurch die Stake-Quote von einem jüngsten Allzeithoch von 31,9 % auf 31,4 % sank.
Im Wesentlichen zeigt der Markt eine klare Divergenz.
Zum Vergleich: Sinkende Einsatzniveaus deuten auf eine geringere langfristige Überzeugung sowie auf potenzielle Gewinnmitnahmen oder Risikominderungen seitens der Validatoren hin. In Kombination mit der jüngsten Kapitulation deutet dies darauf hin, dass das Angebot wieder auf den Markt kommt, ohne dass ein starkes Angebot eingreift, um es aufzufangen.
Vor diesem Hintergrund wirkt eine gehebelte Long-Positionierung eher wie ein spekulatives Spiel.
Da die aktuelle Konstellation von Ethereum eher neutral bis schwach ist, erscheint der jüngste Rückgang weniger wie eine Bärenfalle als vielmehr wie eine verteilungsgesteuerte Bewegung, wobei sich der Druck nun wieder in Richtung des Unterstützungsniveaus von 2.000 $ verlagert.
Abschließende Zusammenfassung
- Eine schwache Makrostabilität und gemischte On-Chain-Signale führen zu einem widersprüchlichen Setup.
- Ein gehebelter langfristiger Aufbau angesichts der nachlassenden Nachfragebedingungen erhöht das Risiko einer Bewegung in Richtung der 2.000-Dollar-Unterstützung.

