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Der Londoner Börse ist mit köstlich hohen Dividendenrenditen gefüllt, aus denen Anleger wählen können.
Günstige Bewertungen in Kombination mit großzügigen Auszahlungsrichtlinien machen britische Aktien zu einer der besten Optionen für Anleger, die ein umfangreiches passives Einkommen anstreben. Und derzeit bietet dieses Spezialwerkstoffunternehmen den Aktionären eine ziemlich saftige Einnahmequelle von 7,8 % – mehr als das Doppelte FTSE 100 Indexfonds zahlen derzeit.
Natürlich ist eine hohe Auszahlung keine Garantie für irgendetwas. Ist das also eine Falle? Oder ist es eine übersehene Chance, die zu phänomenalem langfristigem Wohlstand führen könnte? Lasst uns eintauchen …
Ein wichtiger Lieferant für britische Hausrenovierer
Topps-Fliesen (LSE:TPT) ist ein Einzelhändler und Vertreiber von Naturstein-, Keramik- und Porzellanfliesen sowie weiteren verwandten Produkten, darunter Montagewerkzeuge, Klebstoffe und Fugenmörtel.
Im Laufe seiner Geschichte hat sich das Unternehmen vor allem an Heimwerker-Kunden und Handwerker orientiert. Aber nach der kürzlichen Übernahme von CTD Tiles im Jahr 2024 hat Topps Tiles nun auch auf dem kommerziellen Markt Fuß gefasst. Und seitdem hat es sich zu einem der größten Fliesenspezialisten Großbritanniens entwickelt.
Doch trotz dieser scheinbar dominanten Stellung wirken die Aktien mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von lediglich 0,25 und a ungewöhnlich günstig Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 8,4. Was ist los?
Zyklische und strukturelle Probleme
Ein kurzer Blick auf den Aktienkurschart von Topps Tiles zeigt einen fast zehnjährigen Abwärtstrend, und das ist einer der Hauptgründe, warum die Rendite so hoch ist.
Das Unternehmen stellt sich vor allem zwei Arten von Herausforderungen:
- Zyklisch – Da das Unternehmen stark im britischen Reparatur-, Wartungs- und Verbesserungsmarkt (RMI) engagiert ist, hängt die Nachfrage nach seinen Produkten stark vom Immobilientransaktionsvolumen und dem Verbrauchervertrauen ab.
- Strukturell – Für Kunden fallen keine Wechselkosten an, und die Gruppe profitiert nicht von denselben Größenvorteilen wie größere, diversifizierte DIY-Anbieter (z. B Eisvogel) profitieren.
Während Topps Tiles von einem Boom des RMI-Marktes nach der Pandemie profitierte, hielt diese Dynamik nicht an, als höhere Zinssätze und Inflation ins Spiel kamen. Und die Gewinne sind durch die Änderungen bei den Mindestlöhnen und der Erhöhung der Sozialversicherung noch weiter unter Druck geraten.
Aber angesichts all dieser Gegenwinde, die scheinbar im Aktienkurs verankert sind, könnte Topps Tiles insgeheim ein … sein Aktie mit dem höchsten Einkommen?
Der Bullenfall
Das Management ist sich der Herausforderungen seines Geschäfts voll bewusst und hat daraufhin die Strategie „Mission 365“ gestartet, um Umsatz und Gewinnmargen wieder auf Kurs zu bringen.
Funktioniert diese Strategie? Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Antwort „Ja“ lauten könnte.
Das Unternehmen erzielte bisher fünf Quartale in Folge ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum seiner Flaggschiffmarke Topps Tiles. Und auch das neu erworbene Unternehmen CTD Tiles ist offenbar auf dem besten Weg, ab September einen aktiven Beitrag zum Endergebnis zu leisten. Und wenn die Gewinne steigen, folgen oft Dividenden.
Wie lautet also das Urteil? Mit 7,8 % ist die Rendite unbestreitbar attraktiv. Doch trotz ermutigender Fortschritte bei der Trendwende bleiben die Auszahlungen an die Aktionäre fragil. Die Ausschüttungsquote der Gruppe liegt bei alarmierend hohen 95 % im Vergleich zum Gewinn pro Aktie, was ein sehr reales Risiko einer Dividendenkürzung birgt, wenn interne Fortschritte oder externe Aktivitäten auf dem Immobilienmarkt ins Stocken geraten.
Vor diesem Hintergrund denke ich, dass Anleger Topps Tiles genau im Auge behalten sollten, aber es könnte etwas zu früh sein, über den Kauf der Aktien nachzudenken.

