Der NZD/USD-Kurs sank nach zwei Tagen voller Zuwächse nur wenige Zentimeter und wurde während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag bei rund 0,5840 gehandelt. Händler nehmen im Hinblick auf die am Freitag bevorstehenden Daten zur Nahrungsmittelinflation für Juni eine äußerst vorsichtige Haltung ein, nachdem die Zahlen bereits im Mai stark angestiegen waren. Diese Angst wird durch den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten und steigende Ölpreise verstärkt, die beide die weltweiten Inflationsängste verstärken und die Erwartung weiterer Zinserhöhungen schüren.
Die vorsichtige Stimmung wurde am Dienstag durch Paul Conway, Chefökonom der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ), verstärkt, der davor warnte, dass eine anhaltende Inflation, die durch die jüngsten Angebotsschocks im Nahen Osten verschärft wird, zu weiteren Zinserhöhungen führen könnte. Unterdessen zeigten enttäuschende Daten aus China, Neuseelands wichtigstem Handelspartner, dass die chinesische Wirtschaft mit dem langsamsten Tempo seit dreieinhalb Jahren wuchs, was die Anlegerstimmung weiter dämpfte.
Auf den Devisenmärkten das NZD/USD-Paar hat erheblich an Boden verloren, da die Nachfrage nach sicheren Häfen als Reaktion auf aggressive US-Militäraktionen stark ansteigt. Die USA haben mehrere Angriffswellen gegen iranische Küstenmilitäranlagen gestartet und eine Seeblockade des Iran wieder eingeführt. Die Unvorhersehbarkeit des Konflikts verschärfte sich, nachdem US-Präsident Donald Trump gegenüber Reportern erklärt hatte, dass er „keine Fristen vorgibt“, als er gefragt wurde, ob Iran einen strengen Zeitplan vor sich habe, bevor die USA Angriffe auf inländische Infrastruktur wie iranische Brücken ins Visier nehmen würden.
Die geopolitische Lage verschlechterte sich am Mittwoch, als The Guardian berichtete, dass das US-Zentralkommando (CENTCOM) eine weitere Angriffswelle gestartet habe, um gemeinsam zu versuchen, die kritische Wasserstraße der Straße von Hormus offen zu halten. In einer direkten Eskalation bestätigte CENTCOM, dass US-Flugzeuge Raketen in den Schornstein eines Öltankers innerhalb der strategischen Passage abgefeuert hatten, wodurch das Schiff effektiv außer Gefecht gesetzt wurde und die globalen Märkte in Atem gehalten wurden.
Häufig gestellte Fragen zum Neuseeland-Dollar
Der Neuseeländische Dollar (NZD), auch Kiwi genannt, ist unter Anlegern eine bekannte Handelswährung. Sein Wert wird weitgehend von der Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft und der Zentralbankpolitik des Landes bestimmt. Dennoch gibt es einige einzigartige Besonderheiten, die ebenfalls zu einer Bewegung des NZD führen können. Die Leistung der chinesischen Wirtschaft bewegt den Kiwi tendenziell, da China Neuseelands größter Handelspartner ist. Schlechte Nachrichten für die chinesische Wirtschaft bedeuten wahrscheinlich weniger neuseeländische Exporte in das Land, was sich negativ auf die Wirtschaft und damit auf die Währung auswirkt. Ein weiterer Faktor, der den NZD bewegt, sind die Milchpreise, da die Milchindustrie Neuseelands Hauptexport ist. Hohe Milchpreise steigern die Exporteinnahmen und tragen positiv zur Wirtschaft und damit zum NZD bei.
Ziel der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ist es, mittelfristig eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % zu erreichen und aufrechtzuerhalten, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, sie nahe dem Mittelwert von 2 % zu halten. Zu diesem Zweck legt die Bank ein angemessenes Zinsniveau fest. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die RBNZ die Zinssätze erhöhen, um die Wirtschaft abzukühlen, aber dieser Schritt wird auch die Anleiherenditen erhöhen, was die Attraktivität für Anleger, im Land zu investieren, erhöht und somit den NZD ankurbelt. Im Gegenteil tendieren niedrigere Zinssätze dazu, den NZD zu schwächen. Die sogenannte Zinsdifferenz bzw. die Art und Weise, wie die Zinssätze in Neuseeland mit denen der US-Notenbank verglichen werden bzw. erwartet werden, kann ebenfalls eine Schlüsselrolle bei der Bewegung des NZD/USD-Paares spielen.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist für die Beurteilung der Wirtschaftslage von entscheidender Bedeutung und kann sich auf die Bewertung des Neuseeländischen Dollars (NZD) auswirken. Eine starke Wirtschaft, die auf hohem Wirtschaftswachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hohem Vertrauen basiert, ist gut für den NZD. Ein hohes Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, wenn diese Wirtschaftskraft mit einer erhöhten Inflation einhergeht. Wenn die Wirtschaftsdaten hingegen schwach sind, dürfte der NZD an Wert verlieren.
Der Neuseeländische Dollar (NZD) steigt tendenziell in risikoreichen Zeiten oder wenn Anleger das Gefühl haben, dass die allgemeinen Marktrisiken gering sind, und sie hinsichtlich des Wachstums optimistisch sind. Dies führt tendenziell zu günstigeren Aussichten für Rohstoffe und sogenannte „Rohstoffwährungen“ wie den Kiwi. Umgekehrt neigt der NZD dazu, in Zeiten von Marktturbulenzen oder wirtschaftlicher Unsicherheit abzuschwächen, da Anleger dazu neigen, risikoreichere Vermögenswerte zu verkaufen und in die stabileren sicheren Häfen zu fliehen.

