Der Ölpreis der Sorte West Texas Intermediate (WTI) setzt seine Gewinne zum fünften Tag in Folge fort und wird während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag bei etwa 87,30 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise stiegen, da die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten Ängste vor weitreichenden Versorgungsunterbrechungen schürten.
Die Spannungen eskalierten stark, nachdem US-Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, die iranische Infrastruktur anzugreifen, falls Teheran Schiffe angreift, die die Straße von Hormus durchqueren, was Iran dazu veranlasste, rasche Vergeltungsmaßnahmen gegen mit den USA verbundene Energieanlagen in der gesamten Region zu versprechen.
Die vom Iran unterstützten Houthi-Kämpfer verstärkten die Marktbeunruhigung, als sie Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer starteten. Der Angriff markiert die ersten direkten Angriffe auf Tanker auf der Wasserstraße, gefährdet eine wichtige alternative Exportroute für saudisches Rohöl und eröffnet eine gefährliche neue Front im Konflikt.
Da die US-Streitkräfte am zwölften Tag in Folge Angriffe auf iranische Ziele durchführen und beide Seiten die Aussicht auf Frieden ablehnen, nehmen die Gefahren für die Seeschifffahrt sowohl im Roten Meer als auch in der Straße von Hormus weiterhin rapide zu.
Häufig gestellte Fragen zu WTI-Öl
WTI-Öl ist eine Art Rohöl, das auf internationalen Märkten verkauft wird. WTI steht für West Texas Intermediate, eine der drei Hauptsorten, darunter Brent und Dubai Crude. WTI wird aufgrund seiner relativ geringen Schwerkraft bzw. seines relativ geringen Schwefelgehalts auch als „leicht“ und „süß“ bezeichnet. Es gilt als hochwertiges Öl, das sich leicht raffinieren lässt. Es wird in den Vereinigten Staaten beschafft und über den Hub in Cushing vertrieben, der als „Pipeline-Knotenpunkt der Welt“ gilt. Es ist ein Maßstab für den Ölmarkt und der WTI-Preis wird häufig in den Medien angegeben.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Somit kann das globale Wachstum ein Treiber für eine erhöhte Nachfrage und umgekehrt für ein schwaches globales Wachstum sein. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot stören und sich auf die Preise auswirken. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe großer Ölförderländer, sind ein weiterer wichtiger Preistreiber. Der Wert des US-Dollars beeinflusst den Preis von WTI-Rohöl, da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, sodass ein schwächerer US-Dollar Öl erschwinglicher machen kann und umgekehrt.
Die wöchentlichen Ölbestandsberichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) wirken sich auf den Preis von WTI-Öl aus. Bestandsveränderungen spiegeln schwankende Angebots- und Nachfrageschwankungen wider. Wenn die Daten einen Rückgang der Lagerbestände zeigen, kann dies auf eine erhöhte Nachfrage hinweisen, die den Ölpreis in die Höhe treibt. Höhere Lagerbestände können auf ein erhöhtes Angebot zurückzuführen sein und die Preise drücken. Der API-Bericht wird jeden Dienstag und der EIA-Bericht am darauffolgenden Tag veröffentlicht. Ihre Ergebnisse sind in der Regel ähnlich und liegen in 75 % der Fälle innerhalb von 1 % voneinander. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da es sich um eine Regierungsbehörde handelt.
OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die bei zweimal jährlich stattfindenden Treffen gemeinsam über Förderquoten für die Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI-Öl aus. Wenn die OPEC beschließt, die Quoten zu senken, kann sie das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Wenn die OPEC die Produktion erhöht, hat das den gegenteiligen Effekt. OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe, die zehn weitere Nicht-OPEC-Mitglieder umfasst, von denen Russland das bemerkenswerteste ist.

