Wichtige Erkenntnisse
- Die argentinische Zentralbank wies Privatbanken an, US-Dollar-Löhne abzuwickeln, und erweiterte so die finanziellen Möglichkeiten.
- Die Politik zielt auf Dollar-verdienende Unternehmen ab und ermöglicht ihnen, zuvor informelle Auslandszahlungen zu formalisieren.
- Aufgrund der Abhebungsbeschränkungen von 2001 hängt die Annahme dieser Maßnahme stark vom Vertrauen der Arbeitnehmer in die örtlichen Banken ab.
Die argentinische Zentralbank genehmigt Gehaltszahlungen in Dollar
Argentinien schreitet zu einem mehrwährungsfreundlichen Finanzmodell voran, wobei die Zentralbank Arbeitgebern die Möglichkeit gibt, Löhne in US-Dollar zu zahlen.
Am Freitag die Zentralbank gab die Mitteilung „A“ 8460 heraus betitelt „Spar-, Gehalts- und Sonderkonten. Anpassungen“ an Privatbanken und Finanzinstitute gerichtet, den US-Dollar als zugelassene Währung für Lohngeschäfte einzuführen.
Das Dokument betont, dass diese Institutionen dazu verpflichtet sind „den US-Dollar als akzeptierte Währung für Einzahlungen auf das ‚Gehaltskonto‘ gemäß Punkt 2.1 des konsolidierten Textes zu Spar-, Gehalts- und Sonderkonten aufzunehmen.“
Darüber hinaus betonte die Bank, dass Privatbanken Ein- und Auszahlungen in US-Dollar akzeptieren und unterstützen müssen, um Kunden, die diese neue Möglichkeit nutzen, zu bedienen und diese Dienstleistungen unentgeltlich bereitzustellen.
Der Schritt ist eine Folgemaßnahme zur Aufnahme dieser Möglichkeit in das Arbeitsmodernisierungsgesetz, das zuvor die Zahlung und Einziehung von Löhnen in Fremdwährung erlaubte aber digitale Geldbörsen außen vor gelassenund folgt auf die Vorlage eines Deregulierungsgesetzes, das ebenfalls auf eine Dynamisierung des nationalen Finanzmarktes abzielt.
Zu den Unternehmen, die diese Möglichkeit nutzen möchten, gehören unter anderem Rohstoffexporteure, Softwareentwicklungsunternehmen sowie Unternehmen für digitales Design und Marketing, die Zahlungen in Dollar erhalten. Die meisten dieser Unternehmen bezahlten ihre Mitarbeiter bereits in Dollar, taten dies jedoch informell über Auslandskonten oder auf andere Weise.
Unternehmen, die keine Zahlungen in US-Dollar erhalten, zahlen wahrscheinlich nicht in Fremdwährung, da ihnen der Zugang zum offiziellen Devisenmarkt gesetzlich immer noch verwehrt ist. Dennoch gibt es noch ein weiteres Problem: das historische Misstrauen der Argentinier gegenüber Bankinstituten, nachdem sie 2001 mit einer gefürchteten Bargeldabhebungsbeschränkung konfrontiert waren, die informell als „Corralito“ bezeichnet wird.
Die Zahlungswährung muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden, und die Einführung des Dollars hängt von der Bereitschaft der Arbeitnehmer ab, ihre Zahlungen über nationale Banken zu erhalten und sich dafür zu entscheiden, dem nationalen Bankensystem zu vertrauen.

