Es wird erwartet, dass die Bank of England den Leitzins unverändert bei 3,75 % belässt, mit einer Stimmenmehrheit von 7 zu 2, wobei Pill und Green eine Zinserhöhung befürworten. Es besteht eine gute Chance, dass es zu einem Stimmengleichgewicht von 6:3 kommt, wenn sich Mann Pill und Greene anschließt. Das wäre allerdings keine völlige Überraschung.
Ihren jüngsten Kommentaren zufolge ist sie sogar am nächsten dran, die Stimme zu wechseln. Anfang Juli sagte sie, dass lockerere Finanzierungsbedingungen von entscheidender Bedeutung seien. Seitdem haben sich die Bedingungen etwas verschärft, da die Händler eine Zinserhöhung bis zum Jahresende mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % für eine Erhöhung im September vollständig eingepreist haben. Auch die britischen Renditen sind seit der letzten Sitzung gestiegen, aber der FTSE 100 hat gerade ein neues Rekordhoch erreicht, was ein Signal dafür sein könnte, dass die finanziellen Bedingungen nicht streng genug sind.
Es wird erwartet, dass die Erklärung die unverbindliche Tendenz zur Straffung beibehält und besagt: „Der Ausschuss ist bereit, bei Bedarf zu handeln, um sicherzustellen, dass die VPI-Inflation mittelfristig auf dem richtigen Weg bleibt, um das Ziel von 2 % zu erreichen.“ Händler werden sich auf den Teil „nach Bedarf“ konzentrieren, da eine Aufhebung als restriktive Maßnahme und als Signal einer bevorstehenden Zinserhöhung gewertet würde.
Die BoE wird außerdem den vierteljährlichen geldpolitischen Bericht mit aktualisierten Wirtschaftsprognosen veröffentlichen. Der Fokus wird hauptsächlich auf dem prognostizierten Höchstwert der Inflation in diesem Jahr liegen, der letzten Monat auf 3,25 % gesenkt wurde. Was die Wirtschaftsdaten anbelangt, so liegt die Inflation im Vereinigten Königreich deutlich unter den April-Prognosen der BoE, das Lohnwachstum blieb gedämpft und in Umfragen oder Erwartungsdaten gab es kaum Hinweise auf Zweitrundeneffekte. Alles in allem unterstützt es eine längere Pause, aber die erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran und der Anstieg der Energiepreise könnten den Ausblick der BoE dennoch belasten.
Nach der Entscheidung wird sich die Aufmerksamkeit auf die Pressekonferenz verlagern, bei der BoE-Gouverneur Bailey noch weitere Einzelheiten bekannt geben oder sogar politische Signale geben könnte.

