Kanadas VPI-Bericht vom September spiegelte den Inflationsdruck für den Monat wider, der stärker als erwartet ausfiel, was die Marktteilnehmer dazu veranlasste, die zurückhaltenden BOC-Erwartungen abzuschwächen.
Die Gesamtinflationsrate stieg im September gegenüber dem Vorjahr auf 2,4 %, verglichen mit 1,9 % im August, da die Benzinpreise weniger stark sanken und die Reisekosten wieder anstiegen. Im Monatsvergleich stieg der Gesamt-VPI um 0,1 %, anstatt um weitere 0,1 % zu sinken.
Kernmessungen zeigten, dass etwa ein Drittel bis 40 % des CPI-Korbs auf Jahresbasis monatliche Preissteigerungen von über 3-4 % verzeichnen, was darauf hindeutet, dass der Inflationsdruck relativ gering bleibt, aber nicht vollständig ausgelöscht wird.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Gesamt-VPI stieg im Jahresvergleich auf 2,4 % im September von 1,9 % im August und übertraf damit die Konsenserwartungen von 2,2 %
- Die Kerninflationskennzahlen blieben erhöhtwobei sowohl der getrimmte Mittelwert als auch der gewichtete Median saisonbereinigt im Monatsvergleich bei 2,8 % liegen
- Die Benzinpreise fielen im Jahresvergleich um 4,1 %ein geringerer Rückgang als der Rückgang von 12,7 % im August, der erheblich zur Beschleunigung der Schlagzeilen beitrug
- Die Lebensmittelpreise stiegen im Jahresvergleich um 4,0 %ein Anstieg von 3,5 % im August, was den schnellsten Anstieg seit dem jüngsten Tief im April 2024 darstellt
- Die Reisepreise gingen im Jahresvergleich lediglich um 1,3 % zurück im Vergleich zu einem Rückgang von 9,3 % im August, da saisonale Faktoren und höhere Hotelkosten bei Großveranstaltungen die Preise in die Höhe trieben
- Die Mietinflation beschleunigte sich im Jahresvergleich auf 4,8 % von 4,5 %, was vor allem auf den Anstieg um 9,6 % in Quebec, insbesondere in Montreal, zurückzuführen ist
- MonatlichDer VPI stieg um 0,1 % (nicht saisonbereinigt) bzw. 0,4 % (saisonbereinigt)
Link zum offiziellen Verbraucherpreisindex von Statistics Canada (September 2025)
Die Benzinpreise stiegen im September 2025 im Vergleich zum Vormonat um 1,9 %, was auf Störungen und Wartungsarbeiten in Raffinerien sowohl in den USA als auch in Kanada zurückzuführen war. Dies stand in krassem Gegensatz zum September 2024, als die Preise aufgrund von Sorgen über ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum in China und den USA um 7,1 % fielen
Die Inflation der Lebensmittelpreise beschleunigte sich im Jahresvergleich auf 4,0 %, wobei ein deutlicher Anstieg bei Frischgemüse (Anstieg um 1,9 % nach einem Rückgang um 2,0 % im August) sowie bei Zucker und Süßwaren (Anstieg um 9,2 % gegenüber 5,8 % zuvor) zu verzeichnen war. Auch die Preise für frisches oder gefrorenes Rindfleisch und Kaffee trugen zur Beschleunigung bei, was teilweise auf Angebotsengpässe zurückzuführen war.
Die Kosten für Unterkünfte stiegen im Jahresvergleich um 2,6 %, wobei die Mietpreise landesweit trotz gemischter Dynamik in den Provinzen um 4,8 % stiegen. Die Kosten für Hypothekenzinsen stiegen im Jahresvergleich um 3,6 %, während die Wiederbeschaffungskosten für Hausbesitzer um 1,4 % sanken, was die gegenläufige Dynamik innerhalb der Unterkunftskomponente widerspiegelt.
Marktreaktionen
Kanadischer Dollar vs. Hauptwährungen: 5 Min
Überlagerung von CAD vs. Hauptwährungen Diagramm von TradingView
Der kanadische Dollar erholte sich auf breiter Front nach den unerwartet hohen Inflationszahlen, wobei die Daten die Händler wahrscheinlich dazu veranlassen werden, die Chancen einer weiteren BOC-Zinssenkung bei der Sitzung nächste Woche neu einzuschätzen.
CAD/JPY verzeichnete die stärksten Zuwächse und stieg um etwa 0,71 %, während GBP/CAD um etwa 0,41 % abrutschte. USD/CAD sank um 0,31 % und AUD/CAD fiel um 0,22 %, da die Gewinne gegenüber anderen Rohstoffwährungen begrenzt waren. Gegen die Kiwi machte der Loonie seine Gewinne schnell wieder zunichte und notierte wenige Stunden nach der CPI-Veröffentlichung sogar 0,14 % im Minus.

