Der AUD/JPY-Kreuzhandel liegt während der frühen europäischen Sitzung am Montag im positiven Bereich nahe 101,10. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem australischen Dollar (AUD) aufgrund der Unsicherheit über den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung durch die Bank of Japan (BoJ) ab. Händler gehen davon aus, dass Japans neuer Premierminister Sanae Takaichi aggressive Haushaltspläne verfolgen und sich einer Verschärfung der Geldpolitik widersetzen wird.
Alle Augen werden am Dienstag auf die Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) gerichtet sein. Es wird allgemein erwartet, dass die RBA den Leitzins auf ihrer Novembersitzung bei 3,60 % belassen wird. Dies folgt auf einen unerwarteten Anstieg der Inflation im Septemberquartal, der frühere Markterwartungen einer Senkung dämpfte.
Aus technischer Sicht bleibt die konstruktive Einschätzung von AUD/JPY im Spiel, da das Kreuz oberhalb des wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) auf dem Tages-Chart gut unterstützt wird. Die Aufwärtsdynamik wird durch den 14-tägigen Relative Strength Index (RSI) verstärkt, der über der Mittellinie bei 65,55 liegt. Dies deutet auf eine kurzfristige Aufwärtsdynamik hin.
Auf der Oberseite liegt die unmittelbare Widerstandsmarke für das Kreuz bei 101,65, der oberen Grenze des Bollinger-Bandes. Jeder Folgekauf über diesem Niveau könnte 102,30 anstreben, das Hoch vom 8. November 2024. Weiter nördlich wird die nächste Hürde bei 103,12 gesehen, dem Hoch vom 24. Juli 2024.
Andererseits liegt das wichtigste Unterstützungsniveau für AUD/JPY bei der psychologischen Marke von 100,00. Weitere rückläufige Kerzen unterhalb des genannten Niveaus könnten das Kreuz zurück in Richtung 99,74, dem Tief vom 29. Oktober, ziehen. Das nächste umstrittene Niveau, das es zu beobachten gilt, ist 97,84, das Tief vom 10. Oktober.
AUD/JPY-Tageschart
Häufig gestellte Fragen zum japanischen Yen
Der Japanische Yen (JPY) ist eine der meistgehandelten Währungen der Welt. Sein Wert wird im Großen und Ganzen von der Leistung der japanischen Wirtschaft bestimmt, insbesondere aber von der Politik der Bank of Japan, dem Unterschied zwischen japanischen und US-Anleiherenditen oder der Risikostimmung unter Händlern und anderen Faktoren.
Eines der Mandate der Bank of Japan ist die Währungskontrolle, daher sind ihre Maßnahmen für den Yen von entscheidender Bedeutung. Die BoJ hat manchmal direkt in die Devisenmärkte eingegriffen, im Allgemeinen, um den Wert des Yen zu senken, obwohl sie aufgrund politischer Bedenken ihrer wichtigsten Handelspartner oft davon Abstand nimmt. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ zwischen 2013 und 2024 führte aufgrund einer zunehmenden politischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen wichtigen Zentralbanken zu einer Abwertung des Yen gegenüber seinen Hauptwährungskollegen. In jüngerer Zeit hat die schrittweise Abkehr von dieser ultralockeren Politik dem Yen etwas Auftrieb gegeben.
Im letzten Jahrzehnt hat die Haltung der BoJ, an einer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer zunehmenden politischen Divergenz mit anderen Zentralbanken, insbesondere mit der US-Notenbank, geführt. Dies unterstützte eine Ausweitung der Differenz zwischen den 10-jährigen US- und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen begünstigte. Die Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, die ultralockere Politik schrittweise aufzugeben, zusammen mit Zinssenkungen bei anderen großen Zentralbanken, verringert diese Differenz.
Der japanische Yen wird oft als sichere Anlage angesehen. Dies bedeutet, dass Anleger in Zeiten von Marktstress aufgrund der vermeintlichen Zuverlässigkeit und Stabilität eher dazu neigen, ihr Geld in der japanischen Währung anzulegen. Turbulente Zeiten dürften den Wert des Yen gegenüber anderen Währungen, die als riskanter gelten, stärken.

