Der Ölmarkt geriet gestern unter Druck und konnte sich der breiteren Risikoaversion in allen Märkten nicht entziehen, stellen die Rohstoffexperten Ewa Manthey und Warren Patterson von ING fest.
Die US-Rohölvorräte steigen
„Obwohl ICE Brent an diesem Tag um 0,69 % niedriger lag, entwickelte sich Öl im Vergleich zu anderen Vermögenswerten relativ gut. Der Abwärtsdruck setzte sich heute im frühen Morgenhandel fort, nachdem das American Petroleum Institute (API) einen rückläufigen Lagerbestandsbericht vorgelegt hatte.“
„Die Zahlen von API zeigen, dass die US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 6,5 Mio. Barrel gestiegen sind, während die Rohölvorräte in Cushing um 400.000 Barrel zunahmen. Veränderungen bei den Lagerbeständen an raffinierten Produkten wirkten unterstützender, wobei die Benzin- und Destillatvorräte um 5,7 Mio. Barrel bzw. 2,5 Mio. Barrel zurückgingen. Die Veröffentlichung ist zwar pessimistisch für Rohöl, unterstützt aber die Risse bei raffinierten Produkten.“
„Berichte, wonach die Ukraine behauptet hat, Lukoils Norsi-Raffinerie in Russland angegriffen zu haben, boten weitere Unterstützung für den Markt für raffinierte Produkte, insbesondere für Mitteldestillate. Norsi hat eine Kapazität von rund 340.000 b/d. Die Kombination aus den jüngsten Sanktionen und anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffen auf die russische Raffinerie-Infrastruktur bietet Aufwärtspotenzial für den Mitteldestillatmarkt, wobei der ICE-Gasöl-Crack-Handel bei etwa 30 US-Dollar pro Barrel liegt.“

