Liquidität in Kryptowährungen ist der Puls jeder Preisbewegung in der Welt der digitalen Vermögenswerte. So wie die Einführung von Technologien und Innovationen langfristige Narrative bestimmen, so sehr ist es Geld, was die kurzfristige Dynamik wirklich definiert.
Wintermute behauptet im jüngsten Bericht, dass die Liquidität, die zuvor das Wachstum von Krypto vorangetrieben hat, nachgelassen hat und sich der Markt nun in der Phase der internen Kapitalrotation und nicht in der Phase neuen Wachstums befindet.
In den letzten 18 Monaten ist die Gesamtliquidität, die über Stablecoins, ETFs und Digital Asset Treasuries (DATs) in Kryptowährungen fließt, von etwa 180 Milliarden auf etwa 560 Milliarden US-Dollar gestiegen. Dennoch hat sich das beeindruckende Wachstum seit Mitte 2025 allmählich abgeschwächt, was darauf hindeutet, dass sich der Zufluss neuen externen Kapitals drastisch verlangsamt hat.
Wie Liquidität den Kryptomarkt prägt
Liquidität ist nicht nur die Markttiefe, sondern auch die Verfügbarkeit von Kapital selbst. Wenn die Geldmenge in der Welt steigt oder die Zinssätze sinken, wird die überschüssige Liquidität natürlich nach anderen riskanteren Vermögenswerten wie Kryptowährungen suchen.
Traditionell waren die Hauptnutznießer solcher Liquiditätswellen Bitcoin und Ethereum, wie sie im Bullenmarkt 2021 waren.
Den von Wintermute bereitgestellten Daten zufolge schaffen ETFs und DATs mehr Liquidität, wodurch der Preis digitaler Vermögenswerte wahrscheinlich entsprechend steigen wird. Andererseits verlieren Markterholungen ihre Kraft, wenn die Zuflüsse nachlassen.
Das Diagramm der Liquiditätszusammensetzung macht diesen engen Zusammenhang deutlich: Die Gesamtmarktkapitalisierung folgte eng dem Gesamtangebot an Stablecoins. ETF-Vermögenswerte verwaltetes Vermögen (AUM) und DAT-Nettoinventarwert (NAV).
Drei Kernkanäle des Kapitalzuflusses
Die Liquidität im Ökosystem wird in drei Hauptpipelines in die digitalen Vermögenswerte eingeführt:
- Stablecoins: Diese dienen als On-Chain-Äquivalent zu Fiat sowie als zugrunde liegende Sicherheit für den Handel und die Hebelwirkung.
- ETFs: Das Tor, das alte Anleger und Institutionen mit dem regulierten Zugang zu Bitcoin und Ethereum verbindet.
- Digital Asset Treasuries (DATs): On-Chain-Fonds und renditegenerierende Produkte, die reale Vermögenswerte tokenisieren und sie mit DeFi-Liquidität verbinden.
Wie Wintermute hinzufügt, bilden alle diese drei Elemente zusammen die Grundlage der Krypto-Liquiditätsstruktur, doch sie alle zeigten in letzter Zeit eine Stagnation.
Die Expansion ist innerhalb der Liquiditätskanäle ins Stocken geraten
Zwischen Anfang 2024 und November 2025 verdoppelte sich die Zahl der Stablecoins auf etwa 290 Milliarden und die Zahl der ETFs und DATs vervierfachte sich auf 270 Milliarden. Dennoch stagniert dieses Wachstum mittlerweile.
Wintermute zeigt, dass die dreimonatige durchschnittliche Veränderung des ETF-AUM und des DAT-NAV seit September 2025 flach geworden ist, was darauf hindeutet, dass es keine externen Zuflüsse mehr gibt. Einfach ausgedrückt: Liquidität verlässt Krypto nicht, sie zirkuliert lediglich im System und wechselt zwischen Bitcoin, Altcoins und DeFi-Protokollen, im Gegensatz dazu, dass neue Liquidität in das System gelangt.
Warum kein frisches Geld mehr fließt
Die Verlangsamung ist nicht immer auf eine weltweite Liquiditätskrise zurückzuführen. Tatsächlich ist die Geldmenge M2 stabil und die Zentralbanken lockern langsam die geldpolitischen Bedingungen. Aber hohe kurzfristige Renditen und ein attraktives risikofreies Zinsumfeld haben dafür gesorgt, dass institutionelle Gelder weiterhin in Staatsanleihen und Geldmarktfonds gefangen bleiben, anstatt in digitale Vermögenswerte zu investieren.
Die Analysten von Wintermute Beachten Sie, dass der auf einem höheren Niveau gehaltene SOFR-Satz vorübergehend für Gegenwind bei der spekulativen Risikobereitschaft gesorgt hat. Aus diesem Grund sind die Kryptomärkte mit einer Art Kapitalträgheit konfrontiert, bei der die aktuelle Liquidität innerhalb des Ökosystems zirkuliert, ohne sie zu vergrößern.
Diese interne Rotation ist der Grund dafür, dass die neuen Rallyes kurz und oberflächlich waren. Geld bewegt sich zwischen großen Beständen wie Bitcoin und Ethereum und kleineren Altcoin-Märkten, was zu instabilen Player-versus-Player-Märkten (PVP) führt.
Was könnte die Dynamik neu entfachen?
Jede Liquiditätsstimulation in einem der drei Hauptkanäle würde eine weitreichende Markterholung wieder in Gang bringen. Neuemissionen von Stablecoins, neue Zuflüsse in ETFs oder die Neugründung von DAT wären ein guter Hinweis darauf, dass externes Kapital wieder in das Ökosystem gelangt.
Bis dahin befindet sich Krypto in einer Phase der Eigenfinanzierung, wie Wintermute es nennt, einer Phase des internen Recyclings von Geldern anstelle von externem Wachstum.
Auch die makroökonomischen Bedingungen fördern das künftige Wachstum, da die globale quantitative Straffung (QT) zu Ende geht und die geldpolitische Lockerung zurückkehrt. Sollte die Risikobereitschaft zurückkommen und institutionelle Anleger mit der Umschichtung von Kapital beginnen, könnte die Branche wieder zu einer bedeutenden Liquiditätsquelle werden.

