Das NZD/USD-Paar startet gedämpft in die neue Woche und schwankt während der asiatischen Sitzung in einem schmalen Band um die Region 0,5670-0,5675. Die Spotpreise bleiben jedoch in der Nähe eines Eineinhalb-Wochen-Hochs, etwa im Bereich von 0,5700, das am Freitag aufgrund gemischter Signale erreicht wurde.
US-Präsident Donald Trump hat am Freitag die Zölle auf neuseeländische Exporte in das Land im Wert von rund 1,25 Milliarden US-Dollar abgeschafft, was als Schlüsselfaktor angesehen wird, der dem Währungspaar NZD/USD Rückenwind verleiht. Bedenken hinsichtlich der chinesischen Wirtschaft sowie Wetten auf eine weitere Zinssenkung durch die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) auf der Sitzung am 26. November halten Händler jedoch davon ab, aggressive bullische Wetten rund um den Neuseeländischen Dollar (NZD) zu platzieren.
Der US-Dollar (USD) hingegen zieht angesichts der allgemein schwächeren Stimmung an den Aktienmärkten einige Zuflüsse in sichere Häfen an und trägt zur Begrenzung des risikoempfindlichen Paares NZD/USD bei. Eine nennenswerte Aufwertung des US-Dollars scheint jedoch angesichts der Besorgnis über die nachlassende Konjunkturdynamik aufgrund des längsten Regierungsstillstands in den USA aller Zeiten schwer zu erreichen zu sein. Dies, zusammen mit zurückhaltend Federal Reserve (Fed)-Erwartungen könnten weitere Gewinne für das Geld begrenzen.
Dem FedWatch Tool der CME Group zufolge preisen Händler immer noch eine etwa 50-prozentige Chance ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten im nächsten Monat senken wird. Darüber hinaus bietet die Hoffnung auf weitere Konjunkturimpulse aus China eine gewisse Unterstützung für antipodische Währungen, einschließlich des Kiwi. Dies wiederum erfordert etwas Vorsicht, bevor bestätigt wird, dass der Aufschwung des NZD/USD-Paares aus der Nähe der 0,5600-Marke bzw. einem Mehrmonatstief seinen Lauf genommen hat und sich auf tiefere Verluste vorbereitet.
Häufig gestellte Fragen zum Neuseeland-Dollar
Der Neuseeländische Dollar (NZD), auch Kiwi genannt, ist unter Anlegern eine bekannte Handelswährung. Sein Wert wird weitgehend von der Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft und der Zentralbankpolitik des Landes bestimmt. Dennoch gibt es einige einzigartige Besonderheiten, die ebenfalls zu einer Bewegung des NZD führen können. Die Leistung der chinesischen Wirtschaft bewegt den Kiwi tendenziell, da China Neuseelands größter Handelspartner ist. Schlechte Nachrichten für die chinesische Wirtschaft bedeuten wahrscheinlich weniger neuseeländische Exporte in das Land, was sich negativ auf die Wirtschaft und damit auf die Währung auswirkt. Ein weiterer Faktor, der den NZD bewegt, sind die Milchpreise, da die Milchindustrie Neuseelands Hauptexport ist. Hohe Milchpreise steigern die Exporteinnahmen und tragen positiv zur Wirtschaft und damit zum NZD bei.
Ziel der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) ist es, mittelfristig eine Inflationsrate zwischen 1 % und 3 % zu erreichen und aufrechtzuerhalten, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, sie nahe dem Mittelwert von 2 % zu halten. Zu diesem Zweck legt die Bank ein angemessenes Zinsniveau fest. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die RBNZ die Zinssätze erhöhen, um die Wirtschaft abzukühlen, aber dieser Schritt wird auch die Anleiherenditen erhöhen, was die Attraktivität für Anleger, im Land zu investieren, erhöht und somit den NZD ankurbelt. Im Gegenteil tendieren niedrigere Zinssätze dazu, den NZD zu schwächen. Die sogenannte Zinsdifferenz bzw. die Art und Weise, wie die Zinssätze in Neuseeland mit denen der US-Notenbank verglichen werden bzw. erwartet werden, kann ebenfalls eine Schlüsselrolle bei der Bewegung des NZD/USD-Paares spielen.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist für die Beurteilung der Wirtschaftslage von entscheidender Bedeutung und kann sich auf die Bewertung des Neuseeländischen Dollars (NZD) auswirken. Eine starke Wirtschaft, die auf hohem Wirtschaftswachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hohem Vertrauen basiert, ist gut für den NZD. Ein hohes Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, wenn diese Wirtschaftskraft mit einer erhöhten Inflation einhergeht. Wenn die Wirtschaftsdaten hingegen schwach sind, dürfte der NZD an Wert verlieren.
Der Neuseeländische Dollar (NZD) steigt tendenziell in risikoreichen Zeiten oder wenn Anleger das Gefühl haben, dass die allgemeinen Marktrisiken gering sind, und sie hinsichtlich des Wachstums optimistisch sind. Dies führt tendenziell zu günstigeren Aussichten für Rohstoffe und sogenannte „Rohstoffwährungen“ wie den Kiwi. Umgekehrt neigt der NZD dazu, in Zeiten von Marktturbulenzen oder wirtschaftlicher Unsicherheit abzuschwächen, da Anleger dazu neigen, risikoreichere Vermögenswerte zu verkaufen und in die stabileren sicheren Häfen zu fliehen.

