Zusammenfassung
- Handelsunternehmen erlitten Verluste und reduzierten ihre Aktivitäten, was den Rückgang des Kryptomarktes nach dem 10. Oktober noch verstärkte.
- Ein technischer Fehler bei Binance führte zu Massenliquidationen, was zu einer Rückerstattung des Benutzers und einer Debatte über Marktmanipulation führte.
- Analysten rechnen mit mehr Stress vor der Stabilisierung, wobei einige die natürliche Abwicklung dafür verantwortlich machen und andere Preismanipulationen anführen.
Der Kryptowährungsmarkt ist seit dem 10. Oktober einem anhaltenden Abwärtsdruck ausgesetzt, wobei Analysten den Rückgang auf Liquiditätsengpässe bei Handelsunternehmen und eine technische Störung an einer großen Börse zurückführen, sagt Tom Lee.
Tom Lee von BitMine sagte gegenüber CNBC, dass große Handelsunternehmen, die als Liquiditätsgeber fungierten, während des Marktcrashs am 10. Oktober erhebliche Kapitalverluste erlitten hätten. Diese Unternehmen, die zur Aufrechterhaltung der Preisstabilität an allen Börsen beitragen, wurden von dem plötzlichen Kapitalabzug überrascht. nach zu Lee.
Wenn Handelsfirmen Kapital verlieren, drosseln sie ihre Aktivität, indem sie ihre Handelsgeschäfte einschränken, das Risiko begrenzen und Vermögenswerte verkaufen, um Bargeld zu beschaffen, erklärte Lee. Dieser Verkaufsdruck erzeugt einen zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Preise, der wiederum weitere Vermögensverkäufe auslösen kann, erklärte er.
Lee beschrieb das Muster als einen längeren Abwicklungsprozess nach dem Absturz. Er stellte fest, dass ähnliche Ereignisse im Jahr 2022 etwa acht Wochen brauchten, um sich zu stabilisieren. Der aktuelle Markt befindet sich sechs Wochen im Stresszyklus, was darauf hindeutet, dass möglicherweise noch mehr Zeit benötigt wird, bis eine stabile Unterstützung gefunden wird, so Lee.
Für Tom Lee ist der Absturz im Oktober ein schwerer Schlag
Marktbeobachtern zufolge könnte ein separater technischer Vorfall den Ausverkauf verstärkt haben. Während des Absturzes am 10. Oktober zeigte der Stablecoin USDe an einer Börse kurzzeitig einen Preis an, der deutlich unter seiner beabsichtigten Bindung lag, während er auf anderen Plattformen nahe seinem Zielwert angezeigt wurde. Das interne Orakelsystem der Börse akzeptierte den niedrigeren Preis als gültig und löste automatische Liquidationen auf zahlreichen Konten aus.
Lee sagte gegenüber CNBC, das Problem sei auf einen Automatisierungsfehler zurückzuführen, bei dem sich die Börse auf interne Preise verließ, anstatt Daten aus mehreren Quellen zu aggregieren. Er verglich die Situation mit einem Margin Call, der auf der Grundlage falscher Eingabedaten ausgeführt wurde.
Die Liquidationen verteilten sich auf mehrere Plattformen und betrafen Berichten zufolge fast zwei Millionen Konten, von denen viele wenige Minuten zuvor profitabel gewesen waren. Die Börse gab nicht bekannt, welche Unternehmen von der Störung betroffen waren.
Screenshots vom 10. und 11. Oktober zeigten das Depeg-Ereignis auf Binance. Nach dem Vorfall kündigte Binance an, dass es Benutzern, die fälschlicherweise liquidiert wurden, eine Rückerstattung gewähren werde, und gab an, die Systeme angepasst zu haben, um ähnliche Ausfälle zu verhindern.
Lee beschrieb den Fehler als einen Codefehler, vergleichbar mit Vergangenheit Strukturversagen in anderen Märkten, bei denen ein einzelnes Problem Kaskadeneffekte auslöst.
Mike Alfred, ein Bitcoin-Investor, erklärte in den sozialen Medien, dass Marktteilnehmer Futures und Derivate nutzen, um die Preise zu senken, und behauptete, die Absicht bestehe darin, Händler zu verdrängen, die Positionen auf höheren Preisniveaus eingegangen seien. Lee stimmte dieser Einschätzung zu und löste damit eine Debatte unter Marktbeobachtern aus.
Kritiker dieser Theorie argumentierten, dass solche Ansprüche regelmäßig bei Marktrückgängen auftauchen und empfohlen Der Ausverkauf spiegelt ein natürliches Abklingen wider, nachdem starke Käufe während der Spitzenpreise dazu geführt hatten, dass viele Händler überbewertet waren. Andere stellten die Frage, warum Manipulationstheorien sich ausschließlich auf Preisrückgänge konzentrieren und nicht berücksichtigen, dass Märkte fallen können, wenn Teilnehmer in Zeiten erhöhter Besorgnis das Risiko neu bewerten oder Positionen aufgeben.
Die Debatte spiegelt die erhöhte Spannung auf dem Kryptowährungsmarkt während des aktuellen Abschwungs wider.

