Erste Signale aus den Lohngesprächen in Japan für 2026 deuten auf eine weitere solide Runde von Lohnerhöhungen hin und verstärken die Erwartungen, dass die Bank of Japan die Zinssätze bald anheben könnte.
Infos über Reuters. Kurz:
Gewerkschaften, darunter Rengo, die sieben Millionen Arbeitnehmer vertreten, planen, Lohnerhöhungen von 5 % oder mehr anzustreben, was den Forderungen entspricht, die zu den größten Erhöhungen seit 34 Jahren geführt haben. Sogar Gewerkschaften in von Zöllen betroffenen Sektoren wie der Automobilindustrie sagen, dass sie trotz des Gewinndrucks durch US-Abgaben an aggressiven Zielen festhalten werden.
Der Ausblick hat große Aufmerksamkeit erregt, nachdem BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda sagte, er benötige „etwas mehr Daten“ darüber, ob Unternehmen, die mit Zöllen konfrontiert sind, ihre Löhne noch anheben werden, eine Schlüsselbedingung für weitere Straffungen. Erste Unternehmensumfragen deuten darauf hin, dass die Unternehmen eine starke Lohndynamik beibehalten wollen, unterstützt durch einen angespannten Arbeitsmarkt und eine robuste Stimmung im verarbeitenden Gewerbe.
Ökonomen sagen, dass die Unternehmen dank robuster Gewinne immer noch Spielraum für Lohnerhöhungen haben, und viele erwarten im nächsten Jahr ein Lohnwachstum nahe oder über der 5-Prozent-Marke – eine Schwelle, die als entscheidend für Konsum und Inflation angesehen wird. Auch der politische Druck nimmt zu, da Premierminister Sanae Takaichi auf Lohnerhöhungen drängt, die über den Preisen liegen.
Ueda sagte, die BOJ sammle weiterhin Informationen und werde den Zeitpunkt einer Zinserhöhung bei bevorstehenden Treffen bewerten. Analysten erwarten mehr Klarheit, wenn er am 1. Dezember mit Wirtschaftsführern spricht, wobei eine knappe Mehrheit der Ökonomen eine Zinserhöhung bereits im Dezember prognostiziert.

