Aktuelle Daten von Glassnode zeigten, dass Bitcoin (BTC), Äther (ETH) und Solana (SOL), was ein rekordverdächtiges Ausmaß ihres mit Verlust gehaltenen Angebots widerspiegelt.
Eine genauere Untersuchung des gesperrten Angebots, der institutionellen Bestände und der Absteckstrukturen ergab jedoch, dass das effektive Flüssigkeitsangebot unter Druck deutlich niedriger ist als die implizierten Prozentsätze, insbesondere für Ether und Solana.
Wichtige Erkenntnisse:
-
Ein erheblicher Teil der mit Verlust gehaltenen Ether und SOL ist nicht liquide, da über 40 % der ETH und mehr als 75 % der SOL in Stakes, ETFs oder strategischen Reserven gebunden sind.
-
Das Verlustangebot an Bitcoin schien hoch zu sein, aber institutionelle Bestände und das verlorene BTC-Angebot verringern den tatsächlichen Liquiditätsbestand erheblich.
Verlustpositionen spiegeln nicht den tatsächlichen Flüssigkeitsbestand wider
Bei Bitcoin sind derzeit 35 % des Angebots mit Verlust gehalten, ein Niveau, das zuletzt gesehen wurde, als BTC bei etwa 27.000 US-Dollar gehandelt wurde. Doch selbst ohne einen Absteckmechanismus ist der Liquiditätsvorrat von Bitcoin weitaus geringer, als die Zahlen vermuten lassen. Nachfolgend sind die wichtigsten Statistiken aufgeführt:
-
Umlaufendes BTC-Angebot: 19.953.406
-
BTC gehalten nach öffentlichen/privaten Unternehmen, ETFs und Ländern: 3.725.013 BTC
-
BTC verloren für immer (Schätzungen): 3.000.000–3.800.000 BTC. Dies entspricht 15,0 % bis 19,0 % des gesamten Umlaufangebots.
Zusammengenommen entfernen diese Faktoren etwa 33 % aller Bitcoins aus dem Umlauf. Institutionelle Bestände, insbesondere ETF-Treasuries und Unternehmens-Treasuries, reagieren nicht anfällig auf kurzfristige Volatilität, da sie im Rahmen von Mandaten betrieben werden, die an Reserven, langfristige Akkumulation oder Indexnachbildung gebunden sind. Der Verlust von BTC reduzierte das Angebot weiter, das auf verlustbedingten Druck reagieren kann.
Ätherzahlen erforderten eine differenziertere Interpretation. Während derzeit 37 % der ETH defizitär gehalten werden, ist ein erheblicher Teil des Netzwerkangebots gesperrt oder wird institutionell gehalten:

Insgesamt sind über 40 % aller ETH effektiv in Stakes, ETFs oder langfristigen institutionellen Reserven gebunden. Diese Kategorien reagieren in der Vergangenheit nicht auf kurzfristige Volatilität, da institutionelle Produkte (ETFs, Depotreserven) nach Richtlinien funktionieren, die der langfristigen Akkumulation Vorrang vor dem diskretionären Verkauf geben. Infolgedessen ist der tatsächliche Bestand an liquiden ETH, der einem verlustbedingten Druck ausgesetzt ist, wesentlich kleiner als die oben genannten 37 %.
Solana zeigte eine noch stärkere Divergenz. Obwohl 70 % der im Umlauf befindlichen SOL mit Verlust gehalten werden, weist das Netzwerk eine der höchsten Einsatzquoten unter den großen Ketten auf:
-
SOL-Umlaufvorrat: 559.262.268
-
SOL abgesteckt: 411.395.790,5 SOL (73,6 %)
-
SOL in ETFs: etwa 1 % des zirkulierenden Angebots

Dies bedeutet, dass mehr als drei Viertel aller SOL an Validator-Staking oder institutionelle Produkte gebunden sind, von denen keines ein schnelles Verkaufsverhalten aufweist. Als der SOL auf 121 US-Dollar fiel, verringerte sich das mit Verlust gehaltene Angebot insbesondere auf 80 %, ein Niveau, das es zuvor erreicht hatte, als der Preis nahe bei 20 US-Dollar lag, was die Sensibilität der Kennzahl gegenüber einer schnellen Preisanpassung und nicht einer strukturellen Kapitulation verdeutlicht.
Interessanterweise neigen sowohl die Supply-at-Loss-Kennzahlen von ETH als auch von SOL dazu, während Aufwärtstrends stark zu fallen, da sie starke Einsatzsperren haben, sodass solche Spitzen eher die Preisgeschwindigkeit widerspiegeln als eine Panikpositionierung.
Insgesamt überschätzen die Rohverlustprozentsätze bei allen drei Vermögenswerten den potenziellen Verkaufsdruck. Sobald der gesperrte Vorrat, institutionelle Bestände und dauerhaft verlorene Münzen berücksichtigt werden, ist der tatsächlich gefährdete Flüssigkeitsvorrat deutlich geringer.
Dieser Artikel enthält keine Anlageberatung oder -empfehlungen. Jede Investitions- und Handelsmaßnahme birgt Risiken, und Leser sollten bei ihrer Entscheidung eigene Recherchen durchführen.

