Beim halbjährlichen OPEC+-Treffen soll der Fokus eher auf Details als auf einer Änderung der kurzfristigen Produktionsstrategie liegen. Die Ölpreise dürften davon kaum wesentlich betroffen sein. Im Mittelpunkt stehen weiterhin die Friedensgespräche, stellt Commerzbank-Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht fest.
Ziel der OPEC+ ist es, als Allianz stark zu bleiben
„Hoffnungen auf ein Ende des Krieges in der Ukraine haben die Ölpreise unter Druck gesetzt: Ein Waffenstillstand würde gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur wahrscheinlich stoppen, und die Sanktionen könnten gelockert oder sogar aufgehoben werden. Allerdings scheint es unwahrscheinlich, dass sich die Parteien schnell auf einen Friedensplan einigen werden. Infolgedessen haben sich die Rohölpreise der Sorte Brent in der Mitte ihrer seit Anfang Oktober geltenden Handelsspanne zwischen 60 und 65 US-Dollar pro Barrel stabilisiert.“
„Auch das halbjährliche OPEC+-Treffen am Sonntag wird voraussichtlich keine wesentlichen neuen Impulse für den Markt bringen. Die Produktionsziele für die Mitgliedsstaaten sind weitgehend bis Dezember 2026 festgelegt. Darüber hinaus haben die acht Förderländer, die freiwillige Produktionskürzungen vorgenommen haben, bereits bestätigt, dass sie die Produktion im ersten Quartal nicht erhöhen werden. Daher steht die kurzfristige Produktionsstrategie nicht auf der Tagesordnung.“
„Wenn die OPEC+ ein Mitgliedsland zu stark einschränkt, besteht die Gefahr, dass das Land aus dem Kartell austritt – so wie es vor zwei Jahren mit Angola geschehen ist. Daher ist ein Kompromiss anderer Mitgliedsstaaten, etwa eine leichte Quotenerhöhung für den Irak, nicht auszuschließen. Letztlich will die OPEC+ als Allianz stark bleiben.“

