Argentinien erwägt eine umfassende Änderung seiner Herangehensweise an Bitcoin.
Argentiniens Zentralbank, die Banco Central de la República Argentina (BCRA), ist angeblich Ausarbeitung von Regeln, die es Geschäftsbanken ermöglichen würden, ihren Kunden Bitcoin- und Krypto-Handels- und Verwahrungsdienste anzubieten.
Im Falle einer Genehmigung könnten die neuen Regelungen bereits im April 2026 in Kraft treten.
Die mögliche Änderung wäre Rückwärtsverbot im Mai 2022 eingeführt. Damals war die BCRA verboten Banken daran gehindert, Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten durchzuführen oder zu ermöglichen, unter Berufung auf Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität und der Geldwäsche.
Seitdem finden Kryptowährungsaktivitäten in Argentinien größtenteils über informelle Kanäle oder Offshore-Börsen statt.
Im Rahmen des vorgeschlagenen Rahmens könnten Banken in Argentinien Kryptodienste direkt in ihre Apps und Konten integrieren und so den Handel und die Verwahrung ausgewählter Kryptowährungen, einschließlich Bitcoin, ermöglichen.
Diese Geschäfte würden über separate rechtliche Einheiten durchgeführt, die höheren Kapital-, Sicherheits- und Liquiditätsanforderungen unterliegen. Darüber hinaus müssten Banken die Standards „Know Your Customer“ (KYC) und „Anti-Geldwäsche“ (AML) in Übereinstimmung mit den Vorschriften der argentinischen National Securities Commission (CNV) vollständig einhalten.
Bitcoin als Kampf gegen die Inflation
Beamte haben signalisiert dass der Schritt Teil einer umfassenderen Anstrengung zur Modernisierung der Finanzdienstleistungen ist. Argentinien hat jahrelang eine hohe Inflation und strenge Währungskontrollen erlebt, was die Bürger dazu drängte, Kryptowährungen als Mittel zur Erhaltung von Ersparnissen zu nutzen.
Entsprechend KettenanalyseArgentinien belegt mit rund 10 Millionen Konten weltweit den 15. Platz für aktive Nutzer von Krypto-Wallets. Zwischen Juli 2023 und Juni 2024 wickelte das Land schätzungsweise 91 Milliarden US-Dollar an On-Chain-Transaktionen ab, von denen mehr als 60 % Stablecoins betrafen.
Bitcoin-freundlich Präsident Javier Milei hat den politischen Wandel seit seinem Amtsantritt im Dezember 2023 beeinflusst.
Er hat sich für eine umfassendere finanzielle Freiheit eingesetzt, einschließlich des Zugangs zu alternativen Währungen. Unter seiner Regierung hat die BCRA ihre Bereitschaft signalisiert, frühere Beschränkungen zu überdenken.
Lokale Banken haben Interesse an einem Wiedereintritt in den Kryptomarkt gezeigt. Einige hatten bereits vor dem Verbot im Jahr 2022 mit In-App-Handelstools experimentiert. Jetzt bereiten sie Systeme vor, die nach Erteilung der Genehmigung regulierte Kryptodienste unterstützen könnten.
Argentinien folgt dem Beispiel der US-Börsenaufsicht SEC
Der Schritt spiegelt regulatorische Trends in anderen Regionen wider. In den USA ermöglichte die Aufhebung des SAB121 der Securities and Exchange Commission im Januar 2025 großen Banken wie Citi und State Street die Planung von Kryptoverwahrungsdiensten. Auch europäische Banken haben zunehmend Krypto-Angebote für Privatkunden integriert.
Der argentinische Rahmenentwurf ist noch nicht endgültig. Die Behörden bewerten Risikokontrollen, Berichtsstandards und welche Vermögenswerte Banken unterstützen können. Sie haben die Notwendigkeit betont, Innovation mit Verbraucherschutz und Marktstabilität in Einklang zu bringen.
Wenn Argentinien umgesetzt wird, könnte es zu einem Modell für die Kombination von traditionellem Bankwesen mit digitalen Vermögenswerten in einer Wirtschaft mit hoher Inflation werden. Beobachter weisen darauf hin, dass die Erfahrung des Landes Lehren für andere Länder liefern könnte, in denen die Bürger auf Kryptowährungen angewiesen sind, um sich gegen eine Währungsabwertung abzusichern.
Die BCRA hat keinen endgültigen Zeitplan bestätigt, aber interne Quellen deuten Berichten zufolge darauf hin, dass eine Entscheidung bis April 2026 fallen könnte.

