GBP/USD fiel am Dienstag wieder in Richtung der Mittelspanne und verlor etwa ein Fünftel Prozent, nachdem er bei der Marke von 1,3350 auf eine technische Ablehnung im Tagesverlauf gestoßen war. Die Preisbewegung ist wieder auf die Marke von 1,3300 zurückgefallen und hält sich knapp nördlich des langfristigen 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) nahe 1,3250, während die Märkte sich auf die letzte Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) im Jahr 2025 vorbereiten.
Fed an Deck, Zinssenkung erwartet, aber der Ton ist wichtig
Die Anleger konzentrieren sich hauptsächlich auf die für den 10. Dezember geplante Zinsentscheidung der Fed, die allgemein zu einer dritten Senkung um einen Viertelpunkt in Folge führen wird. Die Fed-Fonds-Futures deuten derzeit auf eine Wahrscheinlichkeit von 87 % für eine Zinssenkung hin, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vormonat. Marktteilnehmer glauben, dass das Ergebnis dieser Zinsentscheidung zusammen mit den Botschaften des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell in einer seiner letzten Pressekonferenzen vor der Zinsentscheidung die Marktstimmung für den Rest des Dezembers beeinflussen könnte. Dies gilt insbesondere, da die Märkte mit anhaltender Inflation, verzögerten Wirtschaftsdaten und dem laufenden Übergang zu einer neuen Fed-Führung im Jahr 2026 zu kämpfen haben.
Über diese unmittelbare Entscheidung hinaus stellen Analysten fest, dass die Märkte in einem von unvorhersehbaren Erwartungen geprägten Jahr bereits auf die nächste Phase der Fed-Führung und mögliche Änderungen in den Kommunikationsstrategien blicken. Da das Doppelmandat der Fed immer noch unter dem Druck der ungleichmäßigen Inflation und der sich verlangsamenden Arbeitsmärkte steht, beobachten die Anleger aufmerksam, ob die politischen Entscheidungsträger im Jahr 2026 einen akkommodierenden Ansatz beibehalten können oder ob die wirtschaftlichen Bedingungen eine vorsichtigere Haltung erfordern.
BoE lauert um die Ecke
Diese WocheDie Veröffentlichungen der britischen Wirtschaftsdaten fallen recht verhalten aus, aber das Pfund Sterling wird sich nächste Woche auf einen vollen Terminkalender einstellen, der zu einer möglichen Zinssenkung durch die Bank of England (BoE) führen wird. Die politischen Positionen der BoE sind im Allgemeinen vielfältiger als die oft vorsichtigen Aussagen der USA Federal Reserve. Jedoch, BoE Beamte stehen der Idee weiterer Zinssenkungen zunehmend aufgeschlossen gegenüber, insbesondere seit der letzten Sitzung des Monetary Policy Committee (MPC), bei der sich eine knappe Mehrheit für eine Beibehaltung entschied Tarife unverändert.
GBP/USD-Tageschart
Häufig gestellte Fragen zum Pfund Sterling
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am vierthäufigsten gehandelte Einheit für Devisen (FX) weltweit und macht 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Wert von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Seine wichtigsten Handelspaare sind GBP/USD, auch bekannt als „Cable“, das 11 % der Devisen ausmacht, GBP/JPY oder der „Drache“, wie er von Händlern genannt wird (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Pfund Sterling beeinflusst, ist die von der Bank of England festgelegte Geldpolitik. Die BoE stützt ihre Entscheidungen darauf, ob sie ihr primäres Ziel der „Preisstabilität“ – eine konstante Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch eine Erhöhung der Zinssätze einzudämmen, wodurch der Zugang zu Krediten für Privatpersonen und Unternehmen teurer wird. Dies ist im Allgemeinen positiv für das GBP, da höhere Zinssätze das Vereinigte Königreich zu einem attraktiveren Ort für globale Anleger machen, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation zu niedrig ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Szenario wird die BoE erwägen, die Zinssätze zu senken, um Kredite zu verbilligen, sodass Unternehmen mehr Kredite aufnehmen, um in wachstumsfördernde Projekte zu investieren.
Datenveröffentlichungen messen den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Wert des Pfund Sterling auswirken. Indikatoren wie das BIP, die PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigung können alle die Richtung des GBP beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für Sterling. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die BoE dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was das GBP direkt stärken wird. Andernfalls dürfte das Pfund Sterling bei schwachen Wirtschaftsdaten fallen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes durch seine Exporte und den Ausgaben, die es für Importe in einem bestimmten Zeitraum ausgibt. Wenn ein Land begehrte Exportgüter produziert, profitiert seine Währung ausschließlich von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren kaufen möchten. Daher stärkt ein positiver Nettohandelssaldo eine Währung und umgekehrt gilt ein negativer Saldo.

