Der Europäer Zentralbank (EZB) beließ am Donnerstag zum vierten Mal in Folge seinen Einlagensatz unverändert bei 2,00 % und setzte damit seine Pause im Lockerungszyklus fort, der zwischen Juni 2024 und Juni 2025 acht Zinssenkungen vorsah.
Die einstimmige Entscheidung fiel, als die EZB ihre Prognosen und Prognosen für das Wirtschaftswachstum anhob Inflation Bis 2028 soll sich der Zinssatz in der Nähe des 2-Prozent-Ziels stabilisieren, was die Markterwartungen bestärkt, dass weitere Zinssenkungen auf absehbare Zeit vom Tisch sind.
Wichtige Erkenntnisse
- Die EZB beließ alle drei Leitzinsen unverändert: Einlagenzins 2,00 %, Hauptrefinanzierung 2,15 %, Spitzenrefinanzierung 2,40 %
- Die Entscheidung fiel einstimmigDies markiert die vierte Pause in Folge seit Juni 2025
- Inflationsprognosen: 2,1 % im Jahr 2025, 1,9 % im Jahr 2026, 1,8 % im Jahr 2027, 2,0 % im Jahr 2028; Kerninflation bei 2,4 % im Jahr 2025, 2,2 % im Jahr 2026, 1,9 % im Jahr 2027, 2,0 % im Jahr 2028
- Wachstumsprognosen angehoben: 1,4 % im Jahr 2025 (gegenüber 1,2 %), 1,2 % im Jahr 2026, 1,4 % im Jahr 2027 und 2028
- Die Inflation wurde nach oben korrigiert für 2026 aufgrund eines langsameren Rückgangs der Dienstleistungspreise aufgrund eines stärkeren Lohnwachstums
- sagte Präsidentin Lagarde EZB bleibt „in einer guten Verfassung“ mit “alle Optionen auf dem Tisch„
- Wachstumstreiber: KI-Investitionen sowohl aus dem öffentlichen als auch aus dem privaten Sektor, überraschend starke Pharmaexporte
- EZB pflegt datenabhängigMeeting-by-Meeting-Ansatz ohne vorherige Festlegung auf den Tarifpfad
Link zur offiziellen geldpolitischen Erklärung der EZB (Dezember 2025)
In ihrer Pressekonferenz bekräftigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde die vorsichtige Haltung der Zentralbank und wiederholte, dass die politischen Entscheidungsträger weiterhin „in einer guten Position“ seien, betonte jedoch, dass diese Position „nicht statisch“ sei. In der Erklärung wurden frühere Verweise auf die Aussichten als „unsicher“ entfernt, was einen leicht restriktiven Tonwechsel darstellte.
Lagarde betonte Zwei Faktoren, die die EZB überrascht haben auf der Oberseite: Investitionsausgaben werden größtenteils durch KI gesteuert Entwicklung sowohl von Großkonzernen als auch von KMU und robuste Exporte trotz des Zollumfelds, insbesondere im Arzneimittelbereich. Als Beispiel für eine überraschend starke Exportleistung nannte sie insbesondere Medikamente zur Gewichtsabnahme.
Die angehobene Inflationsprognose für 2026 beruht auf der Erwartung, dass die Inflation im Dienstleistungssektor aufgrund eines über den EZB-Prognosen liegenden Lohnwachstums langsamer zurückgehen wird als bisher erwartet. Obwohl die Inflation in den Jahren 2026 und 2027 voraussichtlich unter das 2-Prozent-Ziel sinken wird, betonte Lagarde, dass der EZB-Rat einstimmig beschlossen habe, „alle Optionen auf dem Tisch zu lassen“ und einen Ansatz von Sitzung zu Sitzung beizubehalten.
Auf die Frage nach der nächsten Zinserhöhung vermied Lagarde eine Richtungsangabe und erklärte, es gebe „keinen festgelegten Termin für eine Zinserhöhung“ und die EZB könne angesichts der erhöhten Unsicherheit „einfach keine Prognose für die Zukunft abgeben“.
Link zur Pressekonferenz des EZB-Rats (Dezember 2025)
Marktreaktionen
Euro vs. Hauptwährungen: 5 Min
Überlagerung von EUR gegenüber den wichtigsten Währungen Diagramm von TradingView
Der Euro tendierte zu Beginn der Londoner Sitzung bärisch und stieg dann direkt nach der Zinsankündigung leicht an. Dieser Schritt spiegelte wahrscheinlich die Erleichterung darüber wider, dass die Entscheidung genau wie erwartet ausfiel und die EZB das Wort „unsicher“ aus ihrer Erklärung gestrichen hatte.
Während der Pressekonferenz von Lagarde erwischte der EUR ein weiteres Angebot, aber die Rallye hielt nicht an. Als die Händler den ausgewogenen Ton der EZB verdauten und ihren Fokus wieder darauf richteten schwache US-Inflationsdatenließen die Gewinne des Euro schnell nach.
Für den Rest der Sitzung tendierte die gemeinsame Währung wieder in eine rückläufige Tendenz, abgesehen von Bewegungen gegenüber dem Dollar und dem Pfund. Am Ende des Tages schloss der Euro gegenüber den meisten Hauptwährungen deutlich im Minus, obwohl die EZB ihre Wirtschaftsprognosen anhob.
Die gedämpfte Reaktion, gefolgt von Verkäufen, spiegelte wahrscheinlich das Zusammentreffen einiger Dinge wider. Die Märkte hatten bereits die Vorstellung eingepreist, dass der Lockerungszyklus wahrscheinlich vorbei ist, Lagardes Fokus auf Optionalität bot kaum eine klare Prognose für die Zukunft und Prognosen, die darauf hindeuteten, dass die Inflation in den Jahren 2026 und 2027 unter dem Zielwert liegen würde, hielten die Tür für zukünftige Kürzungen offen, wenn sich die Bedingungen verschlechtern.
Die Underperformance des Euro war auch auf die allgemeine Marktdynamik zurückzuführen, darunter die Positionierung zum Jahresende und einige Gewinnmitnahmen nach einem starken Anstieg zu Beginn des Jahres 2025.
Insgesamt lässt die Preisbewegung darauf schließen, dass die Märkte dies lesen Die ausgewogene Botschaft der EZB war weniger restriktiv, als einige erwartet hatten nach jüngsten Kommentaren von Vorstandsmitglied Isabel Schnabel, die andeuteten, dass der nächste Schritt letztendlich eine Zinserhöhung sein könnte.

