Bitcoin kämpft darum, die 90.000-Dollar-Marke zurückzuerobern, und das Marktvertrauen verschlechtert sich weiter, da immer mehr Analysten einen anhaltenden Bärenmarkt vorhersagen. Die Stimmung ist entschieden vorsichtig geworden, da die Anleger ihre Risikoexposition neu bewerten und sich auf eine möglicherweise bevorstehende schwierige Zeit vorbereiten. Trotz mehrfacher Stabilisierungsversuche bleiben die Preisbewegungen unter Druck, was kaum eine Bestätigung dafür liefert, dass die Aufwärtsdynamik zurückkehren wird.
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Laut einer Analyse von XWIN Research Japan lässt sich die aktuelle Marktphase am besten als eine bereichsgebundene Konsolidierung nach einer Korrektur auf hohem Niveau beschreiben, wobei die Dynamik bedingt nach unten tendiert. Während sich Bitcoin in den letzten drei Monaten weitgehend seitwärts bewegte, haben traditionelle sichere Häfen einen ganz anderen Weg eingeschlagen.
Gold und Silber sind weiter gestiegen, was auf die steigende Nachfrage nach defensiven Anlagen vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen, politischer Unsicherheit und der Erwartung niedrigerer Realzinsen zurückzuführen ist.
Diese Divergenz verdeutlicht eine strukturelle Herausforderung für Bitcoin im aktuellen Makroumfeld. Institutionelles Kapital kann relativ einfach in Edelmetalle investieren und profitiert dabei von hoher Liquidität, etablierter Marktinfrastruktur und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen. Insbesondere Silber hat die Bewegung von Gold verstärkt, unterstützt durch ein knapperes Angebot Dynamik und größere Sensibilität gegenüber spekulativen Strömen.
Die Rolle von Bitcoin als Risikoanlage begrenzt seine Vorteile
Der Analyse erklärt, dass Bitcoin dem Anstieg von Gold und Silber nicht gefolgt ist, da es immer noch in erster Linie als Anlage mit hohem Beta-Risiko und nicht als reiner sicherer Hafen behandelt wird. In risikoscheuen Umgebungen fließt Kapital typischerweise zuerst in Gold und Staatsanleihen, wo Anleger Stabilität und Kapitalerhalt anstreben. Im Gegensatz dazu ist Bitcoin oft zweitrangig und zieht erst dann Zuflüsse an, wenn sich das Vertrauen verbessert.
Im Gegensatz zur langfristigen und relativ preisunempfindlichen Käuferbasis von Gold bleibt Bitcoin stärker einer kurzfristigen Positionierung und einer marginalen Nachfrage ausgesetzt, sodass der breite makroökonomische Rückenwind allein nicht ausreicht, um einen dauerhaften Aufwärtstrend aufrechtzuerhalten.
Die Daten von CryptoQuant untermauern diese Interpretation. Die scheinbare Nachfrage nach Bitcoin hat sich kürzlich ins Negative gedreht, was darauf hindeutet, dass die neue Nachfrage nicht zunimmt, selbst wenn die Preise auf einem relativ hohen Niveau bleiben.
Gleichzeitig lag der kurzfristige Inhaber-SOPR über längere Zeiträume unter 1, was darauf hindeutet, dass kurzfristige Teilnehmer mit Verlust oder nahe der Gewinnschwelle verkaufen. Dieses Verhalten erhöht in der Regel den Verkaufsdruck bei Rebounds, da Unterwasserinhaber die Preisstärke nutzen, um Positionen zu verlassen.
Solange das Kapital weiterhin Gold und Silber bevorzugt, bleibt die interne Nachfragestruktur von Bitcoin ein wesentliches Hindernis. Das Basisszenario deutet auf eine anhaltende Unterstützung für Edelmetalle hin, während der Aufwärtstrend von Bitcoin durch die schwache Nachfrage und den kurzfristigen Druck der Inhaber begrenzt bleibt. Diese Ansicht würde sich nur ändern, wenn die scheinbare Nachfrage nachhaltig positiv wird und STH SOPR wieder auf über 1 steigt und bleibt.
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Der Preis behält wichtige Unterstützung, während sich der Trend abschwächt
Nach einer starken Korrekturbewegung von den jüngsten Höchstständen über 110.000 US-Dollar wird Bitcoin derzeit in der Nähe des Bereichs von 87.000 bis 88.000 US-Dollar gehandelt. Die Grafik zeigt, dass der Preis die kurzfristige bullische Struktur verloren hat und BTC nun deutlich unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt (blau) liegt, der zu fallen beginnt. Dies bestätigt, dass die kurzfristige Dynamik negativ geworden ist und Rallyes mit einem zunehmenden Overhead-Angebot konfrontiert sind.

Noch wichtiger ist, dass der Preis jetzt den gleitenden 100-Tage-Durchschnitt (grün) testet, der knapp über dem aktuellen Niveau liegt und während eines Großteils dieses Zyklus als dynamische Unterstützung fungiert hat. Die Reaktion des Marktes in dieser Zone ist entscheidend. Ein anhaltendes Halten über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt könnte es Bitcoin ermöglichen, sich zu stabilisieren und eine Basis zu bilden, während ein entscheidender Einbruch wahrscheinlich den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt (rot) offenlegen würde, der derzeit in der Nähe des Tiefs von 80.000 US-Dollar steigt.
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Die Volumendynamik verstärkt den vorsichtigen Ausblick. Der Ausverkauf vom Höchststand im Oktober ging mit einem erhöhten Volumen einher, was eher auf eine Verteilung als auf einen flachen Rückgang hindeutet. Seitdem ist das Volumen zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass auf dem aktuellen Niveau kein aggressives Interesse an Dip-Käufen besteht.
Strukturell bleibt Bitcoin in einem breiteren Aufwärtstrend, solange er über dem 200-Tage-MA bleibt, aber der Verlust des 50-Tage-MA und die nachlassende Dynamik deuten auf eine Konsolidierung oder ein weiteres Abwärtsrisiko in der nahen Zukunft hin. Die Bullen brauchen eine Erholung über 90.000 US-Dollar, um die Kontrolle zurückzugewinnen und die Stimmung deutlich zu verändern.
Ausgewähltes Bild von ChatGPT, Diagramm von TradingView.com

