Der Britisches Pfund (GBP) wird am Mittwoch gegenüber dem japanischen Yen (JPY) leicht niedriger gehandelt, obwohl die schwachen Handelsbedingungen an Feiertagen die Preisbewegung in einer engen Spanne halten. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird der GBP/JPY-Kurs um 210,60 gehandelt und hält sich damit in der Nähe der bisherigen Jahreshöchststände und dem höchsten Stand seit August 2008.
Der japanische Yen blieb in diesem Jahr weitgehend schwach, da Haushaltssorgen unter der neuen Führung von Sanae Takaichi und eine allmähliche Normalisierung der Geldpolitik die Währung weiterhin belasteten. Vor diesem Hintergrund ist der GBP/JPY-Kurs seit Jahresbeginn um etwa 6,9 % gestiegen, was die anhaltende politische Divergenz zwischen Großbritannien und Japan widerspiegelt.
Aus technischer Sicht spiegelt das Tages-Chart weiterhin einen starken Aufwärtstrend wider, der durch eine klare Abfolge höherer Hochs und höherer Tiefs gekennzeichnet ist, wobei die Preise bequem über den wichtigsten gleitenden Durchschnitten liegen.
Allerdings entspannt sich der Relative Strength Index (RSI) aus dem überkauften Bereich und pendelt um 68, was auf die Gefahr eines leichten Rückgangs oder einer Konsolidierung vor dem nächsten Anstieg hindeutet. Eine nachhaltige Erholung könnte dazu führen, dass das Paar die Marke von 212,00 überschreitet und den breiteren Aufwärtstrend fortsetzt.
Auf der anderen Seite wird die erste Unterstützung im Bereich von 208,50 bis 208,00 gesehen, wo der 21-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 208,13 liegt. Ein entscheidender Durchbruch unter diesen kurzfristigen Durchschnitt würde die bullische Struktur schwächen und die Tür für einen tieferen Rückzug in Richtung des 50-Tage-SMA um 205,22 öffnen, gefolgt vom 100-Tage-SMA um 202,57.
Unterdessen bleibt der Average Directional Index (ADX) nahe 27, was darauf hindeutet, dass der Trend stark bleibt, auch wenn die Dynamik kurzfristig nachlässt.
Häufig gestellte Fragen zum Pfund Sterling
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am vierthäufigsten gehandelte Einheit für Devisen (FX) weltweit und macht 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Wert von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Seine wichtigsten Handelspaare sind GBP/USD, auch bekannt als „Cable“, das 11 % der Devisen ausmacht, GBP/JPY oder der „Drache“, wie er von Händlern genannt wird (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Pfund Sterling beeinflusst, ist die von der Bank of England festgelegte Geldpolitik. Die BoE stützt ihre Entscheidungen darauf, ob sie ihr primäres Ziel der „Preisstabilität“ – eine konstante Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch eine Erhöhung der Zinssätze einzudämmen, wodurch der Zugang zu Krediten für Privatpersonen und Unternehmen teurer wird. Dies ist im Allgemeinen positiv für das GBP, da höhere Zinssätze das Vereinigte Königreich zu einem attraktiveren Ort für globale Anleger machen, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation zu niedrig ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Szenario wird die BoE erwägen, die Zinssätze zu senken, um Kredite zu verbilligen, sodass Unternehmen mehr Kredite aufnehmen, um in wachstumsfördernde Projekte zu investieren.
Datenveröffentlichungen messen den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Wert des Pfund Sterling auswirken. Indikatoren wie das BIP, die PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigung können alle die Richtung des GBP beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für Sterling. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die BoE dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was das GBP direkt stärken wird. Andernfalls dürfte das Pfund Sterling bei schwachen Wirtschaftsdaten fallen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes durch seine Exporte und den Ausgaben, die es für Importe in einem bestimmten Zeitraum ausgibt. Wenn ein Land begehrte Exportgüter produziert, profitiert seine Währung ausschließlich von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren kaufen möchten. Daher stärkt eine positive Nettohandelsbilanz eine Währung und umgekehrt eine negative Bilanz.

