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Der Barclays (LSE: BARCDer Aktienkurs erlebte im Jahr 2025 ein rasantes Jahr und stieg im Laufe des Jahres um 77 %. Aber es wurde an der Post vorbei geschlagen Lloyds Banking Group (LSE: LLOY), der um 79 % anstieg. Kann ihr atemberaubender Lauf auch im neuen Jahr fortgesetzt werden?
Alles ganz groß FTSE 100 Banken haben von höheren Zinssätzen profitiert, die ihre Nettozinsmargen vergrößerten, d. h. die Lücke zwischen dem, was sie den Sparern zahlen und den Kreditnehmern.
FTSE 100 rasende Dämonen
Da die Bank of England und die US-Notenbank die Zinsen im Dezember jedoch erneut senken und für 2026 weitere Zinssenkungen erwartet werden, könnten die Margen nun unter Druck geraten. Ich erwarte sowohl für Barclays als auch für Lloyds ein schwierigeres Jahr. Aber welches scheint die bessere Wahl für das kommende Jahr zu sein?
Barclays ist in zwei Jahren weiter und schneller gereist als Lloyds. Seine Aktien sind in diesem Zeitraum um atemberaubende 205 % gestiegen, fast das Doppelte des 104-prozentigen Anstiegs von Lloyds. Es hat geholfen, dass Barclays dem Kfz-Finanzskandal entging, der Lloyds über seine Black Horse-Abteilung traf. Aber ich frage mich, ob es für Barclays schwieriger werden wird, dieses rasante Tempo aufrechtzuerhalten.
Die Aktien sind nicht mehr die Werbegeschenke wie im Jahr 2023, als ich Lloyds kaufte. Zu diesem Zeitpunkt wurden beide mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von sechs oder sieben gehandelt. Heute hat Barclays ein KGV von 13, während Lloyds mit 15,4 höher liegt. Keiner von beiden sieht übermäßig teuer aus, aber keiner von beiden schreit Schnäppchen entweder.
Auf Basis des Kurs-Buchwert-Verhältnisses sieht Barclays mit etwa 0,85 erneut günstiger aus als Lloyds bei etwa 1,25. Die Bewertungen deuten darauf hin, dass Barclays möglicherweise etwas mehr Spielraum für weitere Gewinne hat, auch wenn das keine eiserne Gewissheit ist.
Eine wichtige Messgröße, die Analysten genau beobachten, ist die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE). Es wird erwartet, dass Lloyds im Jahr 2026 einen RoTE von deutlich über 15 % erwirtschaften wird, gestützt durch sein fokussiertes britisches Retail-Banking-Modell und die strukturelle Absicherung, die Zinserträge bei steigenden Zinssätzen unterstützt. Barclays hat einen etwas niedrigeren erwarteten RoTE von knapp 13 %. Das ist immer noch solide und wird durch ein stärker diversifiziertes Geschäft unterstützt, zu dem auch das US-Investmentbanking gehört. Diese breitere Mischung kann etwas hinzufügen Volatilitätbietet aber Potenzial für einen höheren Preis, wenn sich die Märkte gut entwickeln.
Aktienprognosen
Was sagen also die Experten? Für Barclays geben Konsensanalysten ein einjähriges Aktienkursziel von knapp 474 Pence an. Das liegt geringfügig unter dem heutigen Kurs der Aktien. Für Lloyds liegt das Ziel bei rund 101 Pence, etwa 2,6 % höher. In beiden Fällen ist klar, dass die Wachstumserwartungen nach einem so starken Anstieg dramatisch nachgelassen haben.
Einkommenssuchende sollten beachten, dass Barclays die niedrigere Rendite bietet, die bei etwa 1,94 % prognostiziert wird. Das Management bevorzugt jedoch Aktienrückkäufe als wichtigste Möglichkeit, Bargeld zurückzugeben, und es wird erwartet, dass es großzügig ist. Für Lloyds wird eine Rendite von rund 3,7 % prognostiziert, was mir entgegenkommt, da ich lieber große, fette Dividenden direkt auf meinem Konto sehen möchte. Es ist eine persönliche Sache.
Insgesamt kann Lloyds im Jahr 2026 nur mit höheren Erträgen und stabileren Renditen punkten, aber aufgrund der Bewertung und des diversifizierten Modells von Barclays könnte das Unternehmen dennoch überraschen. So oder so, eines ist sicher. Langfristige Geduld wird wichtiger sein als ein kurzfristiges Feuerwerk. Vor diesem Hintergrund sind beide Banken heute durchaus eine Überlegung wert.

