Spaniens verarbeitendes Gewerbe rutschte zum ersten Mal seit April aufgrund von Rückgängen sowohl bei der Produktion als auch bei den Auftragseingängen wieder in den Schrumpfungsbereich ab. Schuld daran sind die schwächeren Nachfragebedingungen, aber die Hersteller entschieden sich auch dafür, befristete Arbeitsverträge nicht zu verlängern, was zu dem größten monatlichen Beschäftigungsrückgang seit zwei Jahren führte. HCOB stellt fest, dass:
„Spaniens verarbeitendes Gewerbe erlebte im Dezember einen unerwarteten Rückschlag. Sowohl die Produktion als auch die Neuaufträge rutschten zum ersten Mal seit dem Frühjahr unter die Wachstumsschwelle. Dies deutet auf eine Verschiebung nach einer Phase stetiger Widerstandsfähigkeit hin, was darauf hindeutet, dass der zugrunde liegende Abwärtsdruck endlich aufholen könnte. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Branche widerstandsfähiger als ihre deutschen oder französischen Pendants, auch wenn der jüngste Trend Anlass zur Sorge gibt.“
„Ob Europas umfassendere industrielle Misere dauerhaft auf Spanien übergreifen wird, ist noch unklar. Unsere Umfrageantworten deuten darauf hin, dass die Produktionskürzungen auf eine schwächere Nachfrage und Bestandsanpassungen zurückzuführen sind. Interessanterweise haben sich die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate trotz der aktuellen Schwäche verbessert, was darauf hindeutet, dass der Rückgang im Dezember eher ein vorübergehender Rückgang als der Beginn eines längeren Abschwungs sein könnte.“
„Die Auslandsnachfrage wird zu einem wachsenden Risiko. Die Schwäche wichtiger europäischer Partner, die zunehmende Fragmentierung des Welthandels und der Wettbewerbsdruck aus China belasten die Exportaufträge. Zu der Herausforderung kommt noch ein relativ starker Euro hinzu, der häufig als weiterer Nachfragebremser genannt wird. Diese Kombination von Gegenwinden, gepaart mit einer Reihe fallender Rohstoffpreise im Dezember, hat die Inputkosten gesenkt, aber auch den Preisdruck verstärkt. Viele Unternehmen waren gezwungen, die Verkaufspreise zu senken, um die Mengen zu stützen, ein Umfeld, das weiterhin die Margen drückt.“

