Zusammenfassung:
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Der Yen näherte sich am Mittwoch der Marke von 160, da der „Takaichi-Handel“ weiterhin dominant bleibt
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Die Rhetorik des Außenministeriums und der USA löst einen Rückzug von den Höchstständen aus
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Behörden eskalieren Interventionswarnungen
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Fiskalpolitische Erwartungen üben weiterhin Druck auf den Yen aus
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Aktienzuflüsse verstärken die Währungsabsicherungsströme
Es wird erwartet, dass der sogenannte „Takaichi-Handel“ bis zu den vorgezogenen Wahlen zum Unterhaus in Japan im nächsten Monat fest bestehen bleibt, wobei viele Marktteilnehmer der Meinung sind, dass tatsächliche Deviseninterventionen möglicherweise das einzig wirksame Instrument sind, um die Yen-Schwäche kurzfristig umzukehren.
Der Yen näherte sich diese Woche kurzzeitig dem psychologisch wichtigen Niveau von 160 Yen pro Dollar, was zu einer starken Eskalation der offiziellen Rhetorik führte. Mündliche Warnungen des japanischen Finanzministeriums während der Londoner Handelszeiten,
gefolgt von Kommentaren von US-Finanzminister Scott Bessent,
trug dazu bei, den USD/JPY-Kurs bei 159,45 zu begrenzen, bevor er einen Rückzug in Richtung Mitte der 158er-Marke auslöste. Händler betrachten die Marke von 160 seit langem als faktische Interventionsschwelle, und der koordinierte Ton aus Tokio und Washington hat die Positionierung verunsichert.
Finanzminister Satsuki Katayama sagte, die Behörden würden „angemessene Maßnahmen gegen übermäßige Währungsbewegungen ergreifen, ohne Optionen auszuschließen“, und beschrieb die jüngsten Yen-Rückgänge als schnell und nicht im Einklang mit den Fundamentaldaten. Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura wiederholte die Botschaft und warnte, dass einseitige, spekulative Schritte eine Reaktion erzwingen könnten. Japan intervenierte zuletzt im Juli 2024, als sich USD/JPY der Marke von 162 näherte.
Trotz der Warnungen bleiben die strukturellen Treiber der Yen-Schwäche intakt. Die Märkte preisen weiterhin eine expansive Finanzpolitik unter Premierministerin Sanae Takaichi ein, wobei ihre Popularität und die Aussichten der regierenden LDP, eine Mehrheit im Unterhaus zurückzugewinnen, die Erwartungen an eine lockerere Haushaltspolitik untermauern. Japanische Aktien verzeichneten bei diesem Thema einen Aufschwung: Der Nikkei 225 und der TOPIX erreichten Rekordhöhen und zogen starke ausländische Zuflüsse an, die durch Yen-Verkäufe abgesichert wurden.
Auch die Nachfrage der Importeure nach Dollar blieb angesichts der gestiegenen Weltpreise bestehen, während die Beseitigung der Aufwärtsbarrieren für USD/JPY-Optionen seit Mitte 2025 den Widerstand gegen weitere Gewinne verringert hat. Obwohl Bessent Japan aufgefordert hat, sich mehr auf schnellere Zinserhöhungen als auf Interventionen durch die Bank of Japan zu verlassen, deutet der vorsichtige Normalisierungskurs der BOJ darauf hin, dass die Yen-Schwäche ohne direkte Maßnahmen erneut auftreten könnte, sobald der wahlbedingte Lärm nachlässt.
Im Diagramm oben werden Stundenkerzen verwendet, aus längerer Sicht handelt es sich hierbei um Tageskerzen.

