Der Kanadische Dollar (CAD) stieg am Dienstag zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem US-Dollar (USD), da die Märkte ihre USD-negativen Zuflüsse ausweiteten, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut gedroht hatte, einen Verkauf Grönlands an die USA zu erzwingen. Die Trump-Regierung verspricht, bis zum 1. Februar weitere Zölle gegen wichtige EU-Mitgliedstaaten zu erheben, wenn die EU Grönland nicht vom Königreich Dänemark abschneidet, was zu Drohungen mit gezielten Gegenzöllen seitens der EU führt.
Eine Wiederholung der geopolitischen Verwirrung im vergangenen April aufgrund von Trumps verwirrenden, peitschenden internationalen politischen Zielen hat zu einem entsprechenden Einbruch des Marktvertrauens geführt. Die Stimmung der Anleger im US-Marktsegment ist zusammengebrochen, was den US-Dollar und den US-Dollar antreibt Aktien niedriger, während Gold Die Preise und Renditen von Staatsanleihen sind sprunghaft gestiegen.
Markttreiber im täglichen Überblick: Kanadischer Dollar gewinnt aufgrund von Grönlandängsten an Boden
- Obwohl es erst Dienstag ist, ist der US-Dollar auf dem Weg zu seiner schlechtesten wöchentlichen Performance seit Juni letzten Jahres. Mit einem Rückgang von 0,76 % in nur zwei Tagen hat die Schwäche des Greenback den Kanadischen Dollar auf seinen höchsten Kurs gegenüber dem USD seit fast zwei Wochen katapultiert und damit die Voraussetzungen für eine mittelfristige Trendwende im USD/CAD-Chart geschaffen.
- Die Rohölpreise bleiben gedämpft, was das Aufwärtspotenzial des Kanadischen Dollars begrenzt. Nach den jüngsten Ereignissen in Venezuela ist jedoch das Potenzial für Preisschocks aufgrund der anhaltenden Einmischung der Trump-Regierung nicht auszuschließen und könnte den Loonie noch weiter ankurbeln.
- Geopolitische Schlagzeilen bleiben der wichtigste Treiber für die CAD-Märkte, da die Angst vor einem Handelskrieg an mehreren Fronten, darunter direkt zwischen den USA und Kanada, weiterhin schwelt.
- Die Inflationsdaten des kanadischen Verbraucherpreisindex (CPI) stiegen Anfang dieser Woche auf Jahresbasis sprunghaft an, was die Erwartungen für kurzfristige Zinssenkungen der Bank of Canada (BoC) dämpfte und den CAD weiter stützte.
- Trotz einer breiten Marktabkehr vom US-Dollar aufgrund einer gezielten Risikoaversion in einem einzelnen Markt könnte sich die geopolitische Dynamik schnell ändern, wenn sich die Trump-Regierung beruhigt, und könnte die aktuelle Dynamik abbrechen.
Preisprognose für kanadischen Dollar
Der kurzfristige Aufschwung des kanadischen Dollars aufgrund eines marktweiten Rückzugs vom US-Dollar hat zu einer scharfen Ablehnung des 200-Tage-Exponential Moving Average (EMA) geführt USD/CAD Diagramm. Die Preisbewegungen zielen auf einen erneuten Test der 1,3800-Marke ab, und ein stark überkaufter Stochastik-Oszillator auf den täglichen Chandlesticks deutet auf ein erhöhtes Potenzial für weiteren Spielraum hin, solange die aktuelle Marktpositionierung Bestand hat.
USD/CAD-Tageschart
Häufig gestellte Fragen zum Kanadischen Dollar
Die Schlüsselfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) sind die Höhe der von der Bank of Canada (BoC) festgelegten Zinssätze, der Ölpreis, Kanadas größter Export, die Gesundheit seiner Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz, die die Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und der kanadischen Importe darstellt. Weitere Faktoren sind die Marktstimmung – unabhängig davon, ob Anleger risikoreichere Vermögenswerte übernehmen (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off) – wobei Risk-on CAD-positiv ist. Als größter Handelspartner des Landes ist die Gesundheit der US-Wirtschaft auch ein wichtiger Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.
Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie die Höhe der Zinssätze festlegt, die Banken einander leihen können. Dies beeinflusst die Höhe der Zinssätze für alle. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch eine Anhebung oder Senkung der Zinssätze bei 1–3 % zu halten. Relativ höhere Zinssätze wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann auch quantitative Lockerungs- und Straffungsmaßnahmen nutzen, um die Kreditbedingungen zu beeinflussen, wobei erstere CAD-negativ und letztere CAD-positiv sind.
Der Ölpreis ist ein Schlüsselfaktor, der den Wert des kanadischen Dollars beeinflusst. Erdöl ist Kanadas größter Export, daher hat der Ölpreis tendenziell einen unmittelbaren Einfluss auf den CAD-Wert. Wenn der Ölpreis steigt, steigt im Allgemeinen auch der CAD, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn der Ölpreis fällt. Höhere Ölpreise führen tendenziell auch zu einer größeren Wahrscheinlichkeit einer positiven Handelsbilanz, was sich ebenfalls positiv auf den CAD auswirkt.
Während die Inflation traditionell immer als negativer Faktor für eine Währung angesehen wurde, da sie den Wert des Geldes senkt, ist in der heutigen Zeit mit der Lockerung der grenzüberschreitenden Kapitalverkehrskontrollen tatsächlich das Gegenteil der Fall. Eine höhere Inflation führt tendenziell dazu, dass die Zentralbanken die Zinssätze erhöhen, was mehr Kapitalzuflüsse von globalen Anlegern anzieht, die nach einem lukrativen Ort für die Aufbewahrung ihres Geldes suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der Landeswährung, im Fall Kanadas dem Kanadischen Dollar.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten misst die Gesundheit der Wirtschaft und kann Auswirkungen auf den kanadischen Dollar haben. Indikatoren wie das BIP, PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungs- und Verbraucherstimmungsumfragen können alle die Richtung des CAD beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den Kanadischen Dollar. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die Bank of Canada dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was zu einer stärkeren Währung führt. Bei schwachen Wirtschaftsdaten dürfte der CAD jedoch fallen.

