Guggenheim rechnet mit positiven, aber geringeren US-Vermögensrenditen im Jahr 2026, da ein größeres Angebot und schwächere ausländische Zuflüsse Anleihen, Aktien und den Dollar belasten.
Infos über ein Reuters-Interview.
Zusammenfassung:
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Guggenheim erwartet für 2026 schwächere Renditen bei US-Vermögenswerten.
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Steigende Kreditemissionen könnten die Spreads von US-Anleihen geringfügig ausweiten.
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Höhere Zinssätze ermöglichen eine opportunistische Kreditaufnahme und erhöhen das Angebot.
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Ausländische Investoren schichten ihr Vermögen weg von US-Vermögenswerten um.
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Trotz positiver Fundamentaldaten sehen sich Aktien und der Dollar mit Gegenwind konfrontiert.
Guggenheim Partners Investment Management warnt davor, dass sich die Renditen der wichtigsten US-Anlageklassen im Jahr 2026 abschwächen dürften, da eine größere Emissionstätigkeit, eine Verlagerung ausländischer Kapitalströme und ein weniger unterstützender politischer Hintergrund Anleihen, Aktien und den Dollar belasten.
Der Vermögensverwalter geht davon aus, dass ein stetiger Anstieg des US-Kreditangebots in diesem Jahr einen leichten Aufwärtsdruck auf die Spreads ausüben wird. Steven Brown, Guggenheims Chief Investment Officer für festverzinsliche Wertpapiere, sagte, dass die Märkte bereits fast 300 Milliarden US-Dollar an US-Investment-Grade-Emissionen absorbiert hätten, was auf die Fähigkeit der Emittenten zurückzuführen sei, Geschäfte opportunistisch zu timen, anstatt Kredite aus der Not heraus aufzunehmen.
Brown stellte fest, dass sich die Zinssätze zwar stabilisiert haben, sie aber immer noch deutlich über dem Niveau liegen, das in den meisten letzten zehn Jahren zu beobachten war. Dieses Umfeld hat Unternehmen dazu ermutigt, Anleihen zu emittieren, wenn die Marktbedingungen dies zulassen, was zu einem höheren Gesamtangebot beigetragen hat. Infolgedessen bleiben die Kreditfundamentaldaten im Großen und Ganzen konstruktiv, aber die zunehmende Emission dürfte das Potenzial für eine Spreadverengung begrenzen.
Guggenheim argumentiert, dass die Geldpolitik nicht länger der dominierende Treiber für die Performance festverzinslicher Wertpapiere sei, sondern dass Angebotsdynamik und Anlegernachfrage eine wichtigere Rolle bei der Gestaltung der Renditen spielen.
Das Unternehmen wies auch auf zunehmenden Gegenwind für US-Aktien und den US-Dollar hin und verwies auf Anzeichen dafür, dass ausländische Investoren Kapital in nicht-amerikanische Gelegenheiten umverteilen. Anne Walsh, Chief Investment Officer von Guggenheim, sagte, staatliche Anleger, die zuvor US-Staatsanleihen bevorzugten, hätten ihre Allokationen zunehmend in Gold, Silber und andere alternative Vermögenswerte verlagert, ein Trend, der auch den Dollar belastet.
Der vorsichtigere Ausblick folgt auf ein starkes Jahr 2025, in dem die Lockerungsmaßnahmen der Federal Reserve und eine robuste US-Wirtschaft die höchsten Marktrenditen seit 2020 lieferten. Mit Blick auf das Jahr 2026 überdenken Anleger neu, ob a langsamer handelnde Fed und eine lockerere Finanzpolitik kann diese Dynamik aufrechterhalten.
Während das Basisszenario von Guggenheim immer noch positive Renditen aller Anlageklassen voraussetzt, geht das Unternehmen davon aus, dass die Performance hinter dem Vorjahresniveau zurückbleibt, da Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage und schwächere ausländische Zuflüsse das Aufwärtspotenzial begrenzen.
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