Die seit langem bestehenden Spannungen zwischen Zentralbanken und Bitcoin kamen beim Weltwirtschaftsforum in Davos erneut zum Vorschein, wo hochrangige Führungskräfte und politische Entscheidungsträger über Regulierung versus Innovation im digitalen Finanzwesen debattierten.
Das Vertrauen in Geld muss von regulierten öffentlichen Institutionen ausgehen und nicht von privaten Krypto-Emittenten, so der Gouverneur der französischen Zentralbank, François Villeroy de Galhau sagte während eines Panels mit dem Titel „Ist Tokenisierung die Zukunft?“ am Mittwoch.
„Der Garant für Vertrauen ist die Unabhängigkeit der Zentralbanken“, sagte Galhau und fügte hinzu: „Ich vertraue mehr unabhängigen Zentralbanken mit einem demokratischen Mandat als privaten Emittenten von Bitcoin.“
Seine Bemerkungen lösten einen heftigen Austausch aus Brian Armstrong, CEO von Coinbase Ich klatschte zurück und argumentierte, dass Vertrauen letztendlich von den Benutzern und nicht von Institutionen bestimmt werden sollte.
Armstrong unterstützt einen „gesunden Wettbewerb“ zwischen Bitcoin und Zentralbanken
Als Antwort auf Galhaus Argument sagte Armstrong, dass Bitcoin ein dezentralisiertes Protokoll ohne Emittenten sei und kontrastierte dies mit der institutionellen Unabhängigkeit der Zentralbanken.
„In dem Sinne, dass Zentralbanken unabhängig sind, ist Bitcoin sogar noch unabhängiger“, sagte Armstrong und fügte hinzu: „Es gibt kein Land, kein Unternehmen und keine Einzelperson auf der Welt, die es kontrolliert.“
Armstrong sagte, Bitcoin und Zentralbanken sollten konkurrieren, anstatt sich gegenseitig zu ersetzen, eine Bemerkung, die Galhau zum Lachen brachte:
„Ich denke, es ist ein gesunder Wettbewerb, denn wenn die Leute entscheiden können, wem sie mehr vertrauen, ist das meiner Meinung nach tatsächlich der beste Mechanismus zur Rechenschaftspflicht bei Defizitausgaben.“

Auch wenn Galhau sagte, er vertraue den Zentralbanken mehr als „privaten Bitcoin-Emittenten“, lehnte Galhau private Beteiligungen an Geld nicht ab.
„Geld existiert seit Jahrhunderten als öffentlich-private Partnerschaft“, sagte er und deutete an, dass die Tokenisierung eine Rolle spielen könnte, wenn sie in einem regulierten Rahmen operiere.
„Regulierung ist nicht der Feind der Innovation. Im Gegenteil, sie ist ein Garant für Vertrauen“, fügte er hinzu.
Der Gouverneur versuchte auch, den Banken zu versichern, dass die Die digitale Währung der EU-Zentralbankder digitale Euro, soll private Finanzinstitute nicht verdrängen. Ziel sei es, den Zahlungsverkehr zu modernisieren und gleichzeitig die Währungssouveränität zu wahren.
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