Der Britisches Pfund (GBP) übertrifft am Freitag weiterhin den US-Dollar (USD), wobei GBP/USD auf die Marke von 1,3600 klettert, da der Greenback weiterhin unter allgemeinem Verkaufsdruck steht. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels ist das Paar an diesem Tag um fast 0,73 % gestiegen und markiert damit den höchsten Stand seit dem 18. September 2025.
Unterstützung erhält das Pfund auch von stärker als erwarteten britischen Wirtschaftsdaten, die die kurzfristigen Zinssenkungserwartungen der Bank of England (BoE) gedämpft haben.
Der Flash Composite Purchasing Managers Index (PMI) stieg im Januar von 51,4 auf 53,9, während der PMI für den Dienstleistungssektor von 51,4 auf 54,3 sprang, während der PMI für das verarbeitende Gewerbe von 50,6 auf 51,6 verbessert. Auf der Verbraucherseite stiegen die Einzelhandelsumsätze im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,4 % und erholten sich damit von einem Rückgang um 0,1 % im November, während sich die Jahresumsätze von 1,8 % auf 2,5 % beschleunigten.
Unterdessen konnten gemischte US-Wirtschaftsdaten die pessimistische Stimmung gegenüber dem Greenback nicht eindämmen. Die Märkte befürchten weiterhin, dass die disruptive Handelsagenda von US-Präsident Donald Trump und der wiederholte Einsatz von Zöllen als politische Waffe das Vertrauen der Anleger in US-Vermögenswerte untergraben.
Auch die Besorgnis über eine politische Einmischung in die Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) wächst angesichts eines laufenden Verfahrens vor dem Obersten Gerichtshof gegen Fed-Gouverneurin Lisa Cook, nachdem Präsident Donald Trump versucht hatte, sie wegen Hypothekenbetrugsvorwürfen abzusetzen.
Gleichzeitig wird berichtet, dass die US-Staatsanwaltschaft eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet hat Gefüttert Die Aussagen des Vorsitzenden Jerome Powell zu seiner Aussage vor dem Kongress zum Renovierungsprojekt der Zentralbank haben das Unbehagen der Anleger über die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der US-Geldpolitik noch verstärkt.
Diese Sorgen schüren Abwertungsängste und ermutigen Anleger, vom US-Dollar auf andere G10-Währungen umzusteigen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb aus sechs Hauptwährungen abbildet, wird um 98,76 gehandelt und bewegt sich damit in der Nähe seines niedrigsten Stands seit dem 3. Oktober.
Unterdessen verstärken anhaltende Erwartungen, dass die Fed in diesem Jahr zwei Zinssenkungen durchführen wird, den Abwärtsdruck auf den Greenback.
Häufig gestellte Fragen zum Pfund Sterling
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Laut Daten aus dem Jahr 2022 ist es die am vierthäufigsten gehandelte Einheit für Devisen (FX) weltweit und macht 12 % aller Transaktionen mit einem durchschnittlichen Wert von 630 Milliarden US-Dollar pro Tag aus. Seine wichtigsten Handelspaare sind GBP/USD, auch bekannt als „Cable“, das 11 % der Devisen ausmacht, GBP/JPY oder der „Drache“, wie er von Händlern genannt wird (3 %), und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Pfund Sterling beeinflusst, ist die von der Bank of England festgelegte Geldpolitik. Die BoE stützt ihre Entscheidungen darauf, ob sie ihr primäres Ziel der „Preisstabilität“ – eine konstante Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument zur Erreichung dieses Ziels ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch eine Erhöhung der Zinssätze einzudämmen, wodurch der Zugang zu Krediten für Privatpersonen und Unternehmen teurer wird. Dies ist im Allgemeinen positiv für das GBP, da höhere Zinssätze das Vereinigte Königreich zu einem attraktiveren Ort für globale Anleger machen, ihr Geld zu parken. Wenn die Inflation zu niedrig ist, ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. In diesem Szenario wird die BoE erwägen, die Zinssätze zu senken, um Kredite zu verbilligen, sodass Unternehmen mehr Kredite aufnehmen, um in wachstumsfördernde Projekte zu investieren.
Datenveröffentlichungen messen den Zustand der Wirtschaft und können sich auf den Wert des Pfund Sterling auswirken. Indikatoren wie das BIP, die PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor sowie die Beschäftigung können alle die Richtung des GBP beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für das Pfund Sterling. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die BoE dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was das GBP direkt stärken wird. Andernfalls dürfte das Pfund Sterling bei schwachen Wirtschaftsdaten fallen.
Eine weitere wichtige Datenveröffentlichung für das Pfund Sterling ist die Handelsbilanz. Dieser Indikator misst die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes durch seine Exporte und den Ausgaben, die es für Importe in einem bestimmten Zeitraum ausgibt. Wenn ein Land begehrte Exportgüter produziert, profitiert seine Währung ausschließlich von der zusätzlichen Nachfrage ausländischer Käufer, die diese Waren kaufen möchten. Daher stärkt ein positiver Nettohandelssaldo eine Währung und umgekehrt gilt ein negativer Saldo.

