Zusammenfassung:
-
Das US-Finanzministerium sagte, der chinesische Yuan sei „erheblich unterbewertet“ und forderte eine rechtzeitige, geordnete Aufwertung.
-
Das Finanzministerium verzichtete erneut darauf, irgendein Land als Währungsmanipulator zu benennen.
-
Als größte Sorge wurden die großen und steigenden Zahlungsbilanzüberschüsse Chinas genannt.
-
Thailand wurde in die FX-Überwachungsliste des Finanzministeriums aufgenommen.
-
Sowohl Goldman Sachs als auch der IWF nannten die Unterbewertung der Währung als einen Faktor für Chinas Exportstärke.
Das US-Finanzministerium erhöhte in seinem jüngsten halbjährlichen Devisenbericht den Druck auf Peking und argumentierte, dass der chinesische Yuan weiterhin deutlich unterbewertet sei, und forderte die Behörden auf, eine rechtzeitige und geordnete Aufwertung der Währung zuzulassen.
Das Finanzministerium sagte, dass Chinas Wechselkurspolitik zunehmend unvereinbar mit seinen großen und wachsenden Außenhandelsüberschüssen sei, und warnte davor, dass eine anhaltende Währungsfehlausrichtung die globalen Handelsströme verzerren und die Bemühungen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts in der Weltwirtschaft belasten könnte. Der Bericht bezeichnete die Aufwertung des Yuan als eine notwendige Anpassung, um die zugrunde liegenden Fundamentaldaten widerzuspiegeln, insbesondere angesichts der anhaltenden Exportstärke Chinas und der gedämpften Inlandsnachfrage.
Trotz der strengeren Sprache verzichtete das Finanzministerium erneut darauf, einen Handelspartner offiziell als Währungsmanipulator zu bezeichnen – ein Schritt, der verstärkte Konsultationen auslösen und möglicherweise die Handelsspannungen eskalieren lassen würde. Stattdessen wurde eine verstärkte Überwachung mehrerer großer Volkswirtschaften beibehalten, darunter China, Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Vietnam, Deutschland, Irland und die Schweiz, und gleichzeitig wurde Thailand zur Überwachungsliste hinzugefügt.
Die Einschätzung des Finanzministeriums deckt sich mit aktuellen Analysen großer Finanzinstitute. Goldman Sachs Group Inc. schätzte Ende letzten Jahres, dass der Yuan auf realer effektiver Basis rund 25 % unterbewertet ist, während der Internationale Währungsfonds einen Teil der Exportresistenz Chinas mit der Währungsabwertung und dem schwachen Inlandskonsum in Verbindung bringt.
Der Bericht landet an einem für die Märkte sensiblen Zeitpunkt, da sich die Währungspolitik zunehmend mit Handelsbeziehungen, geopolitischem Wettbewerb und innenpolitischen Erwägungen in den Vereinigten Staaten überschneidet. Während das Finanzministerium eine formelle Eskalation vorerst vermied, unterstreicht der schärfere Ton die anhaltende Frustration über Chinas Devisenrahmen und signalisiert, dass die Wechselkurspolitik ein zentrales Thema in den bilateralen Wirtschaftsgesprächen bleiben wird.
Für Anleger erhöht die Formulierung das Risiko erneuter Spannungen im Devisenmarkt, insbesondere wenn Washington den Druck vor künftigen Verhandlungen über die Handels- oder Industriepolitik erhöht. Auch wenn sofortige politische Maßnahmen unwahrscheinlich erscheinen, behält das Finanzministerium in den kommenden Monaten eine strenge Beobachtung der USD/CNY-Dynamik und der breiteren asiatischen FX-Spillover-Effekte bei.

