Chinas PMI für das private verarbeitende Gewerbe stieg im Januar leicht an, steigende Kosten und schwaches Vertrauen deuten jedoch auf eine fragile und ungleichmäßige Erholung hin.
Zusammenfassung:
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Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China stieg im Januar leicht an, was den zweiten Monat in Folge mit einem moderaten Wachstum signalisiert.
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Produktion und Auftragseingang verbesserten sich, wobei die Nachfrage aus Übersee – insbesondere aus Südostasien – für Unterstützung sorgte.
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Die Beschäftigung stieg leicht an und die Rückstände verringerten sich, was auf eine geringfügige betriebliche Verbesserung hindeutet.
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Der Kostendruck verschärfte sich und führte zum ersten Mal seit über einem Jahr zu höheren Werkspreisen.
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Im Gegensatz dazu steht der private PMI schwächere offizielle PMI-Datenwas eine immer noch fragile und ungleichmäßige Erholung verdeutlicht.
Laut PMI-Daten des privaten Sektors zeigte Chinas verarbeitendes Gewerbe zu Beginn des Jahres 2026 erste Anzeichen einer Verbesserung, auch wenn die Erholung weiterhin flach ist und zunehmend durch steigenden Kostendruck und gedämpftes Vertrauen herausgefordert wird.
Der RatingDog China General Manufacturing PMI stieg im Januar auf 50,3, gegenüber 50,1 im Dezember, und blieb knapp über der 50-Schwelle, die Expansion von Schrumpfung trennt. Die Zahlen deuten zwar darauf hin, dass das Wachstum im zweiten Monat anhält, das Tempo der Verbesserung war jedoch moderat und steht im Großen und Ganzen im Einklang mit einer fragilen Erholung und nicht mit einer starken Erholung.
Die Produktion wuchs etwas schneller, da die Hersteller höhere Neugeschäftszuflüsse meldeten. Die Nachfragebedingungen verbesserten sich geringfügig, unterstützt durch einen erneuten Anstieg der Exportaufträge nach einem Rückgang im Dezember. Umfrageergebnisse deuteten auf eine stärkere Nachfrage aus den südostasiatischen Märkten hin, was dazu beitrug, die immer noch schwachen Bedingungen im Inland auszugleichen. Die Gesamtzahl der Neuaufträge ist nun mehrere Monate in Folge gestiegen, das Wachstum blieb jedoch begrenzt, da einige Unternehmen hohe Preise und schwache Marktbedingungen als Hindernisse anführten.
Die Hersteller reagierten auf die steigende Arbeitsbelastung, indem sie zum ersten Mal seit drei Monaten ihren Personalbestand erhöhten. Obwohl die Beschäftigungszuwächse bescheiden ausfielen, trug die Erhöhung der Arbeitskapazität zusammen mit Effizienzsteigerungen zum ersten Mal seit Mitte 2025 dazu bei, die ausstehende Arbeit zu reduzieren. Auch die Einkaufsaktivität verstärkte sich, da die Unternehmen Rohstoffe und Halbfertigwaren auffüllten, was zu einem zweiten Anstieg der Vormaterialbestände in Folge führte. Im Gegensatz dazu gingen die Lagerbestände an Fertigwaren weiter zurück, da sich die Unternehmen auf die Erfüllung bestehender Aufträge statt auf den Aufbau von Lagerbeständen konzentrierten.
Die Bedingungen in der Lieferkette waren weitgehend stabil, die Lieferzeiten blieben unverändert. Allerdings verstärkte sich der Inflationsdruck. Die Inputkosten stiegen so schnell wie seit vier Monaten nicht mehr, hauptsächlich getrieben durch höhere Metallpreise inmitten eines breiteren Rohstoffaufschwungs. Infolgedessen erhöhten die Hersteller zum ersten Mal seit November 2024 die Erzeugerpreise, und auch die Exportpreise stiegen so schnell wie seit etwa 18 Monaten nicht mehr.
Trotz dieser Verbesserungen schwächte sich das Geschäftsklima ab. Die Stimmung fiel auf ein Neunmonatstief, da die Unternehmen ihre Besorgnis über steigende Kosten und Unsicherheit über die allgemeineren Wirtschaftsaussichten zum Ausdruck brachten. Die schwächere Vertrauenslage verstärkt die Botschaft, dass die Dynamik weiterhin fragil ist.
Entscheidend ist, dass der private PMI im Gegensatz zu den offiziellen PMI-Daten des chinesischen Nationalbüros für Statistik steht, die zeigten, dass sowohl die produzierende als auch die nicht verarbeitende Aktivität im Januar schrumpfte. Die Divergenz verdeutlicht die uneinheitliche Natur der Erholung Chinas, wo neben einer schwachen Inlandsnachfrage und vorsichtigen Verbrauchern auch exportbedingte Widerstandszonen zu finden sind.
Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass sich Chinas Fertigungssektor eher stabilisiert als beschleunigt. Ohne eine stärkere Erholung der Nachfrage oder entschlossenere politische Unterstützung besteht die Gefahr, dass der steigende Kostendruck die Margen schmälert und die Dauerhaftigkeit des Aufschwungs einschränkt.

