Die Kryptomärkte stehen vor einer möglicherweise volatilen Woche, da sich die Anleger auf die für den 20. Februar geplante Zollentscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vorbereiten.
Zusammenfassung
- Die Kryptomärkte bereiten sich auf Volatilität im Vorfeld der Zollentscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom 20. Februar vor, die sich auf die allgemeine Risikostimmung und die Dollarstärke auswirken könnte.
- Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung bleibt unter ihren 50-Tage- und 200-Tage-SMAs, was auf eine Korrekturstruktur hindeutet, während der RSI darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachlässt.
- Ein schwächerer US-Dollar-Index könnte eine kurzfristige Erholung der Kryptowährungen unterstützen, wobei Bitcoin eine relative Widerstandsfähigkeit zeigt und Ethereum empfindlicher auf makroökonomische Veränderungen reagiert.
Das Urteil könnte die Rechtmäßigkeit oder den Umfang der umstrittenen Handelsmaßnahmen bestimmen, eine Entwicklung, die sich auf Aktien, Rohstoffe, Devisen und zunehmend auch auf digitale Vermögenswerte auswirken könnte.
Die Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs zu Zöllen über Risikoaktiva steht bevor
Tarifentscheidungen wirken sich tendenziell eher auf die allgemeine makroökonomische Stimmung aus Krypto direkt. In vergangenen Phasen handelspolitischer Spannungen reagierten die Märkte zunächst mit einem risikoscheuen Ton, was den US-Dollar stärkte und die Aktien unter Druck setzte.
Krypto hat in der Vergangenheit in zwei Phasen reagiert: einem sofortigen liquiditätsbedingten Rückzug zusammen mit anderen Risikoanlagen, gefolgt von einer Divergenz, wenn Anleger sich alternativen Wertaufbewahrungsmitteln zuwenden.
Während früherer Handelseskalationen Bitcoin ist gefallen parallel zu den Aktien, bevor sie sich stabilisierten, als die Stärke des Dollars nachließ. Der wichtigste Übertragungskanal war oft der US-Dollar-Index (DXY).
Ein stärkerer Dollar verknappt die globale Liquidität, was belastend sein kann spekulative Vermögenswerte wie zum Beispiel Kryptowährungen. Umgekehrt hat die Dollarschwäche tendenziell die Risikobereitschaft gefördert.
Da die Märkte nach einem volatilen Start im Februar bereits fragil sind, könnte das Urteil vom 20. Februar eher als Katalysator denn als alleiniger Auslöser wirken.
Vorhersage des Kryptomarktes
Aus technischer Sicht liegt die Gesamtmarktkapitalisierung der Kryptowährungen (TOTAL) bei etwa 2,32 Billionen US-Dollar, nachdem sie Anfang Februar stark in den Bereich von 2,1 Billionen US-Dollar gesunken war. Der Tages-RSI bewegt sich im mittleren 30er-Bereich und erholt sich vom nahezu überverkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachlässt, die Dynamik jedoch weiterhin schwach bleibt.
Noch bemerkenswerter ist, dass TOTAL sowohl unter seinem 50-Tage-SMA (rund 2,82 Billionen US-Dollar) als auch unter seinem 200-Tage-SMA (nahe 3,37 Billionen US-Dollar) bleibt. Dies deutet darauf hin, dass die breitere Struktur immer noch korrigierend ist. Sofern der Preis nicht wieder den 50-Tage-Durchschnitt erreicht, könnten Rallyes in der Nähe der 2,6-2,8-Billionen-Dollar-Zone auf Widerstand stoßen.
Im Gegensatz dazu notiert der US-Dollar-Index bei rund 96,9 und damit sowohl unter seinem gleitenden 50-Tage- als auch seinem 200-Tage-Durchschnitt. Der Abwärtstrend dieser Durchschnittswerte deutet auf eine anhaltende Dollarschwäche hin.

Wenn der DXY nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sinkt, könnte dies der Kryptowährung Luft für einen Versuch einer Erholungsrallye verschaffen.
Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) Leistung wird entscheidend sein. Nach neuesten Erkenntnissen DatenBitcoin verfügt weiterhin über den größten Marktanteil und hat im Vergleich zum breiteren Altcoin-Markt eine relative Widerstandsfähigkeit gezeigt. Bei Redaktionsschluss wurde BTC bei 68.459 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von fast 3 % in den letzten 24 Stunden entspricht.
Ethereum stabilisiert sich zwar in der Nähe von 2.000 US-Dollar, reagiert jedoch weiterhin empfindlicher auf Veränderungen der Risikostimmung. Wenn Bitcoin eine wichtige Unterstützung behält, während ETH wieder an Schwung gewinnt, könnte dies ein Zeichen für eine Verbesserung der internen Stärke sein.
Zu Beginn des 20. Februar zeichnen sich drei Szenarien ab: ein Anstieg der Risikoaversion, der die Kryptowährung kurzzeitig unter Druck setzt, eine Erholungsrallye, wenn die Dollarschwäche anhält, oder eine unruhige Konsolidierung, während Händler auf Klarheit warten.
Da TOTAL nahe der Unterstützung liegt und der DXY nach unten tendiert, scheint der Markt eher auf eine Ausweitung der Volatilität als auf eine ruhige Reaktion vorbereitet zu sein.

