Da der Markt immer noch von einer risikoscheuen Stimmung geprägt ist, haben Anleger ihr Kapital in Altcoins umgeschichtet. Ein solcher Schritt hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, Verluste zu mindern, indem das Engagement gestreut wurde, anstatt alle Mittel an einem Ort zusammenzulegen.
Der Altcoin-Saisonindex ist wieder auf das Niveau gestiegen, das wir zuletzt Anfang Januar gesehen haben. Dies signalisiert häufig den Beginn einer umfassenderen Rotation. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels ist ETH/BTC im Tagesverlauf um 2,6 % gestiegen, was dieser Konstellation noch mehr Gewicht verleiht.
Auf der anderen Seite, Bitcoin-Dominanz [BTC.D] verzeichnete drei wöchentliche Tiefststände und konnte die 60 %-Marke nicht zurückerobern. Tatsächlich ist der Wert mittlerweile um fast 2,5 % gesunken. Alles in allem könnte es sich um ein klassisches Rotations-Setup handeln, bei dem Altcoins an Dynamik gewinnen, wenn sich BTC abkühlt.
Allerdings scheint eine ausgewachsene Altcoin-Saison noch in weiter Ferne zu liegen.
Der ETH/BTC-Verhältnis befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt. Nach dem Einbruch Mitte Januar gelang es ihm nicht, die Unterstützung von 0,033 zu halten, was eine Korrektur auslöste. Damals begann jedoch schließlich die Altcoin-Saison.
Diese Divergenz zeigte, dass Investoren hypegetriebenen Projekten hinter Projekten mit echtem Nutzen nachjagten. Jetzt, da der Altcoin-Saisonindex sprunghaft ansteigt und ETH/BTC seitwärts tendiert, könnte sich eine ähnliche Dynamik bilden.
Die große Frage ist natürlich: Bevorzugen Anleger immer noch das Risiko-Ertrags-Verhältnis von Bitcoin gegenüber Altcoins mit „hoher Marktkapitalisierung“? In diesem Fall könnte die anhaltende Schwäche von BTC.D vorübergehender Natur sein und keine nennenswerte Rotation hin zu Altcoins auslösen.
Die Dominanz von Bitcoin bei den Zuflüssen könnte ein Signal für die Macht in der Kette sein
On-Chain-Kennzahlen zeigten eine deutliche Verschiebung in der Anlegerpositionierung.
Der Sprung in die Altcoin-Saisonindexzusammen mit einem schwankungsgebundenen ETH/BTC-Verhältnis, schien die Ansicht von AMBCrypto zu stützen, dass Anleger möglicherweise durch spekulative Spiele nach Renditen suchen, anstatt während der Markt-FUD in Blockchains einzusteigen.
CryptoQuant-Daten bestätigte diesen Trend – Zum Zeitpunkt der Drucklegung hatte das Bitcoin-Handelsvolumen auf Binance wieder die Vorherrschaft erlangt und machte 36,8 % des gesamten Börsenvolumens aus. Im Vergleich dazu machten Altcoins 35,3 % und Ethereum 27,8 % aus.
Rückblickend machten Altcoins im November 59,2 % des Binance-Handelsvolumens aus. Bis Mitte Februar war dieser Anteil auf 33,6 % gesunken, was einen Rückgang der Altcoin-Aktivität um fast 50 % bedeutet – ein klares Zeichen dafür, dass das Kapital wieder in BTC fließt.
All diese On-Chain-Daten haben die These von AMBCrypto lediglich untermauert.
Trotz des jüngsten Anstiegs der Altcoins scheint eine ausgewachsene Altcoin-Saison immer noch unwahrscheinlich. Anleger jagen entweder dem Risiko-Ertrags-Verhältnis von Bitcoin hinterher oder greifen eher auf kurzfristige Spekulationsgeschäfte zurück Ethereum [ETH]wodurch eine breite Altcoin-Rotation in Schach gehalten wird.
Abschließende Zusammenfassung
- Während der Altcoin-Saisonindex und ETH/BTC auf kurzfristige Aktivität hindeuteten, deuteten die Dominanz und Zuflüsse von BTC darauf hin, dass weiterhin Kapital in Richtung Bitcoin fließt.
- On-Chain-Kennzahlen und Veränderungen des Handelsvolumens zeigten, dass Anleger eher spekulativen Spielen nachjagten als einer breiten L1-Einführung.


