Goldman Sachs strebt bis zum Jahresende einen Goldpreis von 5.400 US-Dollar an und verweist auf Käufe durch die Zentralbank und Kürzungen durch die Fed, warnt aber gleichzeitig vor höherer Volatilität.
Zusammenfassung:
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Goldman Sachs prognostiziert, dass der Goldpreis bis Ende 2026 bei 5.400 US-Dollar liegen wird
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Zentralbankkäufe sind ein wichtiger struktureller Treiber
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Es wird erwartet, dass Zinssenkungen der Fed die Allokation der Anleger ankurbeln werden
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Zusätzliche private Diversifizierungsströme stellen ein Aufwärtsrisiko dar
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Mit zunehmender Optionsaktivität ist eine größere Volatilität wahrscheinlich
Einem neuen Bericht von Goldman Sachs zufolge dürften die Goldpreise im Jahr 2026 weiter steigen und der Goldpreis bis zum Jahresende auf 5.400 US-Dollar steigen.
Lina Thomas, leitende Rohstoffanalystin bei Goldman Sachs Research, führt die konstruktiven Aussichten auf zwei Hauptfaktoren zurück: anhaltende Käufe durch die Zentralbanken und steigende Anlegerallokationen bei sinkenden US-Zinsen.
Käufe im offiziellen Sektor bleiben ein Eckpfeiler der bullischen These. Die Zentralbanken diversifizieren ihre Devisenreserven weiterhin von traditionellen Vermögenswerten hin zu Goldbarren und sorgen so für eine stabile strukturelle Nachfrage. Dieser Trend, so argumentiert Thomas, dürfte bis 2026 anhalten.
Die zweite Säule ist die Geldpolitik. Goldman geht davon aus, dass die Federal Reserve in diesem Jahr Zinssenkungen vornehmen wird, wodurch die Opportunitätskosten für das Halten nicht rentabler Vermögenswerte wie Gold sinken. In der Vergangenheit haben sinkende Realrenditen und eine Lockerung der Finanzierungsbedingungen den Anlegerzufluss in Edelmetalle gefördert.
Thomas betont auch, was sie als „erhebliches Aufwärtsrisiko“ für die Prognose von 5.400 US-Dollar bezeichnet. Das Basisszenario der Bank berücksichtigt das Potenzial für eine weitere Diversifizierung des privaten Sektors in Gold nicht vollständig. Angesichts der relativ geringen Größe des Goldmarktes im Vergleich zu den globalen Anleihen- und Aktienmärkten könnten selbst bescheidene Umverteilungsströme einen übergroßen Preiseffekt haben.
Allerdings wirkt sich diese Dynamik in beide Richtungen aus. Ein Großteil der Diversifizierungsnachfrage wird über Call-Optionen ausgedrückt, die Preisschwankungen verstärken können. Daher geht Goldman zwar davon aus, dass der allgemeine Aufwärtstrend anhält, warnt jedoch davor, dass die Volatilität wahrscheinlich zunehmen wird.
Kurz gesagt geht die Bank davon aus, dass sich die Rallye des Goldpreises bis zum Jahresende fortsetzt – angetrieben durch die Diversifizierung der strukturellen Reserven und eine zyklische Zinssenkung –, allerdings mit stärkeren Preisbewegungen auf dem Weg dorthin.

