In einem Exklusivinterview mit ReutersDer frühere Chef der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda, äußerte Bedenken hinsichtlich eines möglichen Inflationsaufschwungs aufgrund von Takaichis großen Ausgabenplänen und einem schwachen Yen. Kuroda ist berühmt dafür, die BoJ während der Abenomics-Ära zu führen. Er startete 2013 massive geldpolitische Anreize, um Japan aus der Deflation zu führen.
Jetzt fordert Kuroda eine strengere Geld- und Fiskalpolitik, da der wirtschaftliche Kontext das Gegenteil von dem ist, was er im letzten Jahrzehnt erlebt hat. „Als die Abenomics eingeführt wurden, litt Japan unter Deflation und einem starken Yen. Jetzt erlebt Japan Inflation und einen schwachen Yen. Japan muss zu einer strafferen Fiskal- und Geldpolitik übergehen“, sagte er. Kuroda fügte hinzu, dass er davon ausgeht, dass die BoJ die Zinsen in den kommenden Jahren auf etwa 1,50 bis 1,75 % anheben wird, wenn die Wirtschaft ihre Dynamik aufrechterhalten kann.
Zur Erinnerung: Die BoJ hat die Zinssätze wie bei der letzten geldpolitischen Sitzung erwartet stabil gehalten und die Wachstums- und Inflationsprognosen aufgrund der expansiven Finanzpolitik leicht angehoben. Gouverneur Ueda hat in Bezug auf die Zukunftsaussichten nichts Neues angeboten, da er lediglich wiederholt hat, dass sie die Zinsen weiter erhöhen werden, wenn sich die Wirtschaftsaussichten bewahrheiten.
Er fügte außerdem hinzu, dass das Preisverhalten im April ein Faktor sein werde, der über eine Zinserhöhung nachdenken werde. Dies deutet darauf hin, dass sie im April mit einer weiteren Zinserhöhung rechnen, wenn die Daten einen solchen Schritt unterstützen. Der Markt erwartet die nächste Zinserhöhung frühestens im Juni, wobei bis zum Jahresende eine Lockerung um insgesamt 47 Basispunkte eingepreist ist.
Die Zinserhöhungserwartungen werden aufgrund nachlassender japanischer Inflationsdaten und Takaichis Widerstand gegen eine weitere Straffung weiterhin nach hinten verschoben. Erst gestern schwächte sich der Yen auf breiter Front ab Mainichi berichtete dass Premierminister Takaichi bei seinem Treffen letzte Woche mit BoJ-Gouverneur Ueda Vorbehalte gegenüber weiteren Zinserhöhungen geäußert habe.
Derzeit kann man sich kurzfristig kaum eine Änderung der Geld- oder Fiskalpolitik vorstellen, daher werden die Märkte wahrscheinlich am „Takaichi-Handel“ festhalten (schwacher Yen, höhere Anleiherenditen und steigender Aktienmarkt).

