Investing.com – UBS-Analyst Matthew Mish erklärte am Mittwoch in einer Mitteilung, dass sich die Anleger zunehmend auf die Möglichkeit einer „schnellen, schwerwiegenden KI-Störung“ konzentrieren, und erläuterte, wie sich ein solches Extremereignis auf die Privatkredit- und breiteren Leveraged-Finance-Märkte auswirken könnte.
Während die Bank betonte, dass dies „nicht unser Basisszenario“ sei, sagte sie, dass ihre aktualisierte Analyse einen klareren Katalysator und neue Ausfall- und Spreadprognosen biete.
UBS erklärte, dass in einem Extremszenario die Ausfälle bei US-Hochzinskrediten, Leveraged Loans und Privatkrediten „auf 3–6 %, 8–10 % bzw. 14–15 % ansteigen könnten“.
Auf diesen Märkten „würden sich die Ausfälle und Verluste auf 420 bis 300 Milliarden US-Dollar belaufen“. Die Kreditverfügbarkeit würde sich erheblich verschlechtern, wobei die Vergabe privater Kredite und Kredite im Jahresvergleich möglicherweise um 50–75 % zurückgehen würde.
Die Bank warnte außerdem, dass Finanzinstitute durch „NFBI-Darlehen in Höhe von derzeit 2,5 Billionen US-Dollar“ gefährdet würden.
Im Falle einer schwerwiegenden Störung schätzt UBS „die gesamten in Anspruch genommenen Engagements auf 1,6 bis 1,8 Billionen US-Dollar“, wobei 30 bis 40 % an Private Equity, Privatkredite, BDCs oder strukturierte Vehikel gebunden sind, die UBS als höheres Risiko einstufen würde.
Der Analyst bekräftigte, dass die private Kreditvergabe im Verhältnis zur Wirtschaft schnell gewachsen sei und nun 6 % des US-BIP ausmache. Angeblich seien Stresssignale erkennbar, da die Ausfälle zwischen 3 % und 5 % lägen, der Verschuldungsgrad in einigen Sektoren auf das 7,5- bis 8-fache gestiegen sei und die Zinsdeckungsquoten weiterhin unter Druck stünden.
Die Branchenkonzentration verstärkt potenzielle Schocks, da die Portfolios stark auf Dienstleistungen, Technologie und Gesundheitswesen ausgerichtet sind.
UBS glaubt, dass die Technologie „besonders anfällig für Störungen durch die Einführung von KI oder schnelle Kürzungen“ ist. Die Verflechtung zwischen privaten und öffentlichen Kreditmärkten bedeutet auch, dass der Stress wahrscheinlich nicht unter Kontrolle bleiben wird.
Obwohl sich der Markt nicht in einer Krise befindet, warnte UBS, dass „die Voraussetzungen für einen schweren Kreditzyklus vorhanden sind“, auch wenn idiosynkratische Risiken weiterhin Chancen für einzelne Unternehmen schaffen.

