Ökonomen verbessern Singapurs Wachstumsaussichten für 2026 und sind sich zunehmend uneinig darüber, ob die MAS bei ihrer Überprüfung im April 2026 ihre Geldpolitik verschärfen wird.
Zusammenfassung:
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Die Q1-Umfrage der Monetary Authority of Singapore (MAS) (veröffentlicht am 25. Februar 2026) zeigt, dass Ökonomen die BIP-Wachstumsprognose für 2026 auf 3,6 % (zuvor 2,3 %) anheben.
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Fast 47,4 % erwarten nun eine Verschärfung der Politik bei der MAS-Überprüfung im April 2026, ein deutlicher Anstieg gegenüber 5,6 % zuvor.
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Die mittlere Kerninflationsprognose steigt auf 1,5 % (von 1,3 %); Die Gesamtinflation dürfte stabil bei 1,5 % liegen.
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Die Spanne für das staatliche Wachstum liegt bei 2–4 % (im Februar von 1–3 % angehoben).
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Größte Abwärtsrisiken: geopolitische Spannungen, Platzen der KI-Blase; Aufwärtsrisiko: anhaltender KI-gesteuerter Technologiezyklus.
Die am 25. Februar 2026 veröffentlichte vierteljährliche Umfrage der Monetary Authority of Singapore unter professionellen Prognostikern zeigte einen deutlich besseren Ausblick für die Wirtschaft in diesem Jahr, wobei die Ökonomen ihre mittlere Prognose für das BIP-Wachstum im Jahr 2026 auf 3,6 % anhoben, gegenüber 2,3 % in der vorherigen Umfrage.
Die Umfrage, die am 10. Februar an 25 Ökonomen verschickt wurde und von der 22 Antworten eingingen, gibt nicht die offiziellen Ansichten der MAS wieder, sondern bietet einen nützlichen Gradmesser für die Markterwartungen im Vorfeld der geldpolitischen Überprüfung der Zentralbank im April 2026.
Die aktualisierte Wachstumsprognose steht im Vergleich zur offiziellen Prognosespanne der Regierung von 2 % bis 4 %, die ihrerseits im Februar von 1 % auf 3 % nach oben korrigiert wurde. Der bessere Ausblick spiegelt die Widerstandsfähigkeit der extern orientierten Sektoren Singapurs und die Erwartung einer anhaltenden Unterstützung durch Technologie und fortschrittliche Fertigungsaktivitäten wider.
Die geldpolitischen Erwartungen haben sich erheblich verändert. Die Umfrage ergab, dass 47,4 % der Ökonomen nun mit einer Straffung im April rechnen, insbesondere durch eine Erhöhung der Neigung des nominalen effektiven Wechselkursbandes des Singapur-Dollars (S$NEER). Das stellt einen starken Anstieg dar, verglichen mit nur 5,6 %, die vor drei Monaten mit einer Straffung gerechnet hatten, und unterstreicht, wie sich die Stimmung im Zuge verbesserter Wachstumsprognosen verändert hat. Der Rest geht davon aus, dass die Richtlinieneinstellungen unverändert bleiben.
Was die Inflation betrifft, sehen Ökonomen einen leichten Aufwärtsdruck, der jedoch in beherrschbaren Grenzen bleibt. Die mittlere Prognose für die Kerninflation, das bevorzugte Maß der MAS, stieg von 1,3 % auf 1,5 %, während die Gesamtinflation voraussichtlich bei 1,5 % bleiben wird. Beide Kennzahlen liegen bequem innerhalb der offiziellen MAS-Prognosespanne von 1 % bis 2 %, was darauf hindeutet, dass die politischen Entscheidungsträger weiterhin flexibel bleiben.
Als wichtigste Abwärtsrisiken nannten die Befragten geopolitische Spannungen und das Risiko einer platzenden Investitionsblase im Bereich der künstlichen Intelligenz. Umgekehrt bleibt ein anhaltender KI-gesteuerter Technologieaufschwung das größte Aufwärtsrisiko für das Wachstum.
Da sich die Wachstumserwartungen verstärken, die Inflation jedoch unter Kontrolle ist, scheint die MAS-Entscheidung vom April eine knappe Entscheidung zu werden, wobei die währungspolitischen Einstellungen wahrscheinlich weiterhin der zentrale Transmissionsmechanismus für jede Anpassung bleiben werden.

