Der Kanadische Dollar (CAD) notiert am Montag gegenüber dem US-Dollar (USD) auf dem Rückzug, da der Krieg zwischen den USA und dem Iran eine risikoscheue Stimmung auf den Weltmärkten auslöst, die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Greenback ankurbelt und risikoempfindliche Währungen belastet.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels USD/CAD wird um 1,3680 gehandelt, ein Plus von etwa 0,30 %.
Der Schritt zur Risikoaversion folgt auf gemeinsame US-israelische Angriffe auf den Iran am Wochenende, bei denen der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, getötet wurde. Als Vergeltung startete der Iran Raketen- und Drohnenangriffe auf US-Militärstützpunkte in mehreren Golfstaaten und schürte damit einen größeren regionalen Konflikt.
Dennoch mangelt es dem Kanadischen Dollar an starken Folgeverkäufen, da die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten das Risiko von Versorgungsunterbrechungen durch die Straße von Hormus erhöhen, was zu einer geopolitischen Risikoprämie in den Ölpreisen führt und dem rohstoffgebundenen Loonie Unterstützung verleiht.
Obwohl der Iran keine formelle Blockade erklärt hat, ist die islamisch Berichten zufolge hat das Revolutionsgarde-Korps (IRGC) Schiffe über UKW-Funk gewarnt, dass „kein Schiff die Straße von Hormus passieren darf“.
Kanadas Status als wichtiger Rohölexporteur macht seine Währung besonders empfindlich gegenüber Bewegungen der Ölpreise. West Texas Intermediate (WTI) kletterte bei der Wocheneröffnung um fast 73 US-Dollar, bevor er während der europäischen Sitzung nachgab. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels wird WTI bei etwa 70,89 US-Dollar gehandelt, was einem Tagesplus von immer noch mehr als 5 % entspricht und sich in der Nähe seines höchsten Stands seit Juni 2025 bewegt.
An der Datenfront stieg der kanadische S&P Global Manufacturing Purchasing Managers’ Index (PMI) im Februar auf 51,0, gegenüber 50,4 im Januar.
In den Vereinigten Staaten blieb die Produktionstätigkeit im Februar im Expansionsbereich. Der ISM PMI für das verarbeitende Gewerbe Der Wert sank leicht von 52,6 im Januar auf 52,4.
Der ISM-Beschäftigungsindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 48,1 auf 48,8, während der Index für neue Aufträge von 57,1 auf 55,8 fiel. Unterdessen stieg der ISM-Index der bezahlten Fertigungspreise deutlich von 59,0 auf 70,5.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die US-Arbeitsmarktdaten, die später in dieser Woche anstehen, darunter der ADP Employment Change am Mittwoch, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung am Donnerstag und der Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag.
Häufig gestellte Fragen zum Kanadischen Dollar
Die Schlüsselfaktoren für den kanadischen Dollar (CAD) sind die Höhe der von der Bank of Canada (BoC) festgelegten Zinssätze, der Ölpreis, Kanadas größter Export, die Gesundheit seiner Wirtschaft, die Inflation und die Handelsbilanz, die die Differenz zwischen dem Wert der kanadischen Exporte und der kanadischen Importe darstellt. Weitere Faktoren sind die Marktstimmung – unabhängig davon, ob Anleger risikoreichere Vermögenswerte übernehmen (Risk-on) oder sichere Häfen suchen (Risk-off) – wobei Risk-on CAD-positiv ist. Als größter Handelspartner des Landes ist die Gesundheit der US-Wirtschaft auch ein wichtiger Einflussfaktor für den kanadischen Dollar.
Die Bank of Canada (BoC) hat erheblichen Einfluss auf den kanadischen Dollar, indem sie die Höhe der Zinssätze festlegt, die Banken einander leihen können. Dies beeinflusst die Höhe der Zinssätze für alle. Das Hauptziel der BoC besteht darin, die Inflation durch eine Anhebung oder Senkung der Zinssätze bei 1–3 % zu halten. Relativ höhere Zinssätze wirken sich tendenziell positiv auf den CAD aus. Die Bank of Canada kann auch quantitative Lockerungs- und Straffungsmaßnahmen nutzen, um die Kreditbedingungen zu beeinflussen, wobei erstere CAD-negativ und letztere CAD-positiv sind.
Der Ölpreis ist ein Schlüsselfaktor, der den Wert des kanadischen Dollars beeinflusst. Erdöl ist Kanadas größter Export, daher hat der Ölpreis tendenziell einen unmittelbaren Einfluss auf den CAD-Wert. Wenn der Ölpreis steigt, steigt im Allgemeinen auch der CAD, da die Gesamtnachfrage nach der Währung steigt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn der Ölpreis fällt. Höhere Ölpreise führen tendenziell auch zu einer größeren Wahrscheinlichkeit einer positiven Handelsbilanz, was sich ebenfalls positiv auf den CAD auswirkt.
Während die Inflation traditionell immer als negativer Faktor für eine Währung angesehen wurde, da sie den Wert des Geldes senkt, ist in der heutigen Zeit mit der Lockerung der grenzüberschreitenden Kapitalverkehrskontrollen tatsächlich das Gegenteil der Fall. Eine höhere Inflation führt tendenziell dazu, dass die Zentralbanken die Zinssätze erhöhen, was mehr Kapitalzuflüsse von globalen Anlegern anzieht, die nach einem lukrativen Ort für die Aufbewahrung ihres Geldes suchen. Dadurch steigt die Nachfrage nach der Landeswährung, im Fall Kanadas dem Kanadischen Dollar.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten misst die Gesundheit der Wirtschaft und kann Auswirkungen auf den kanadischen Dollar haben. Indikatoren wie das BIP, PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungs- und Verbraucherstimmungsumfragen können alle die Richtung des CAD beeinflussen. Eine starke Wirtschaft ist gut für den Kanadischen Dollar. Dies zieht nicht nur mehr ausländische Investitionen an, sondern könnte auch die Bank of Canada dazu ermutigen, die Zinssätze zu erhöhen, was zu einer stärkeren Währung führt. Bei schwachen Wirtschaftsdaten dürfte der CAD jedoch fallen.

