Simkus von der EZB:
- Es ist wichtig, bei der nächsten Grundsatzbesprechung Ruhe zu bewahren und nicht überzureagieren
- Eine tiefere Krise könnte Auswirkungen auf Preise und Wachstum haben
- Wir müssen die nächste Entscheidung auf der Grundlage der besten Informationen am Tag des Treffens treffen
Müller von der EZB:
- Wir müssen sehen, ob der Anstieg der Energiepreise vorübergehender Natur ist oder nicht
- Wir sollten keine voreiligen Entscheidungen treffen
- Die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Schritt eine Zinserhöhung ist, ist gestiegen
Gestern hat der Markt zwei Zinserhöhungen der EZB bis Dezember eingepreist, und ich schrieb dass diese Erwartungen übertrieben waren. Nachdem Trump CBS mitgeteilt hatte, dass „der Krieg bald vorbei sein könnte“, erlebten wir tatsächlich eine schnelle Neubewertung, wobei der Markt nun eine 80-prozentige Chance auf nur eine Zinserhöhung sieht.
Das Problem dabei ist, dass die Zentralbanken das Grundproblem (Ölknappheit) nicht lösen können, aber sie können die Geldpolitik nutzen, um entweder die Wirtschaft zu stützen oder die Inflation zu bremsen. Sollte dieser negative Angebotsschock anhalten, könnte er das Wachstum verlangsamen und gleichzeitig die Inflation in die Höhe treiben. Sollte die Zentralbank jedoch mit einer Zinserhöhung reagieren, würde dies mit ziemlicher Sicherheit eine Rezession auslösen.
Dies ist alles die Schuld der Zentralbanken, da sie sich in erster Linie auf eine sanfte Landung konzentrierten, anstatt die Inflation schnell wieder auf den Zielwert zu bringen. In den USA beispielsweise liegt die Inflation seit fünf Jahren über dem Zielwert. Dies wirkt sich nun als Hemmnis für sie aus, da sie die Politik zur Stützung der Wirtschaft nicht lockern können, ohne anhaltendere Inflationsprobleme zu riskieren.

