Die Arbeitsplätze in Australien im Februar übertrafen die Erwartungen, aber die Arbeitslosigkeit stieg auf 4,3 %
Zusammenfassung:
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Die Beschäftigung steigt stark: +48,9.000 gegenüber erwarteten +20,3.000
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Die Arbeitslosenquote steigt auf 4,3 % gegenüber erwarteten 4,1 %
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Die Beteiligung steigt auf 66,9 %, wodurch das Arbeitskräfteangebot steigt
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Teilzeitstellen steigen (+79,4.000), während Vollzeitstellen sinken (-30,5.000)
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Dritte positive Überraschung in Folge beim Gesamtwachstum der Arbeitsplätze
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Der Bericht signalisiert eine Lockerung des Arbeitsmarktes unter einer starken Schlagzeile
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Die RBA ließ sich nach den Zinserhöhungen im Februar und März wahrscheinlich nicht von einer weiteren Straffung abhalten
Australiens Arbeitsmarktbericht vom Februar lieferte ein gemischtes, aber politisch relevantes Signal und zeigte eine starke Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Anzeichen einer Abschwächung der Rahmenbedingungen, da die Reserve Bank of Australia nach aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen im Februar und März einen Straffungszyklus durchläuft.
Die Beschäftigung stieg im Februar um satte 48.900, was deutlich über den Erwartungen eines Anstiegs um 20.300 liegt und eine dritte positive Überraschung in Folge darstellt. Die Stärke der Schlagzeilenzahl verdeckte jedoch eine bemerkenswerte Verschiebung in der Zusammensetzung. Die Teilzeitbeschäftigung stieg um 79.400, während die Vollzeitbeschäftigung um 30.500 zurückging, was auf eine mögliche Abkühlung der Qualität der Arbeitsnachfrage hindeutet.
Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,3 % und lag damit über dem Konsens und den vorherigen Werten von 4,1 %, da die Erwerbsquote von 66,7 % auf 66,9 % stieg. Der Anstieg des Arbeitskräfteangebots deutet darauf hin, dass immer mehr Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt eintreten oder wieder in den Arbeitsmarkt eintreten, was trotz solider Neueinstellungen zum Anstieg der Arbeitslosigkeit beiträgt.
Insgesamt deuten die Daten auf einen Arbeitsmarkt hin, der weiterhin robust ist, an den Rändern jedoch erste Anzeichen einer Lockerung zu erkennen ist. Die Verlagerung hin zu Teilzeitbeschäftigung und die steigende Arbeitslosenquote deuten darauf hin, dass die Spannungen nachlassen, auch wenn die Schaffung neuer Arbeitsplätze insgesamt stabil bleibt.
Für die RBA ist es unwahrscheinlich, dass der Bericht den politischen Kurs in naher Zukunft wesentlich ändern wird. Die Zentralbank hat bereits im Februar und März aufeinanderfolgende Zinserhöhungen vorgenommen, was die Sorge widerspiegelt, dass der Inflationsdruck, insbesondere im Zusammenhang mit Energie und globalen Entwicklungen, anhaltend anhält. Auch wenn die weicheren Elemente des Arbeitsberichts eine gewisse Beruhigung bieten, dürften sie die allgemeineren Inflationsrisiken kaum überwiegen.
Tatsächlich deutet das aktuelle Umfeld darauf hin, dass der politische Kurs der RBA eher von der Inflationsdynamik als nur von Arbeitsmarktschwankungen bestimmt wird. Da die geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere im Nahen Osten, die Inflationsaussichten verschärfen, preisen die Märkte weiterhin eine erhebliche Chance auf eine weitere Straffung bereits im Mai ein.

