Die Vorstandsmitglieder der Bank of Japan (BoJ) äußerten am Mittwoch ihre Ansichten zu den geldpolitischen Aussichten gemäß dem BoJ-Protokoll der Januar-Sitzung.
Wichtige Zitate
Ein Mitglied sagte, dass zwar der durch den Zinsanstieg verursachte Abwärtsdruck auf den Konsum Beachtung verdiente, die Auswirkungen auf das gesamte Finanzsystem jedoch wahrscheinlich seien.
Einige Mitglieder sagten, dass die Einstellung der Finanzinstitute zur Kreditvergabe und die Finanzlage der Unternehmen bisher insgesamt auf einem günstigen Niveau geblieben seien.
Ein Mitglied sagte, wenn das Tempo der Leitzinserhöhungen nicht zu schnell sei, müsse sich die Bank keine allzu großen Sorgen über die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Unternehmen machen.
Ein Mitglied sagte, die Bank of Japan könne den Leitzins bei dieser Sitzung stabil halten, und eine solche Entscheidung dürfte die Besorgnis, dass die Bank of Japan hinter die Kurve zurückfällt, wahrscheinlich nicht verstärken.
Die Mitglieder waren sich einig, dass es angesichts der deutlich niedrigen Realzinsen angemessen sei, dass die Bank of Japan die Zinsen weiter anheben würde, sofern ihre Aussichten für die Wirtschaftstätigkeit und die Preise einträten.
Bezüglich des Tempos der geldpolitischen Anpassung waren sich die meisten Mitglieder einig, dass es wünschenswert sei, bei jeder geldpolitischen Sitzung angemessene Entscheidungen zu treffen, ohne ein bestimmtes Tempo im Auge zu haben.
Ein Mitglied sagte, angesichts der jüngsten Abwertung des Yen seien die aktuellen finanziellen Bedingungen weiterhin äußerst akkommodierend.
Ein Mitglied sagte, dass das Risiko, dass die BOJ hinter die Kurve zurückfällt, zwar nicht unbedingt deutlicher geworden sei, dass es aber immer wichtiger werde, die Geldpolitik sorgfältig und rechtzeitig durchzuführen.
Ein Mitglied sagte, die BOJ sollte sich nicht zu viel Zeit nehmen, um die Auswirkungen der vergangenen Zinserhöhungen zu untersuchen, und mit der nächsten Erhöhung fortfahren, ohne den richtigen Zeitpunkt zu verpassen.
Ein Mitglied sagte, es sei angemessen, dass die Bank den Leitzins in Abständen von einigen Monaten anhebt.
Marktreaktion auf das BoJ-Protokoll
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels ist USD/JPY im Tagesverlauf um 0,01 % auf 158,73 gestiegen.
Häufig gestellte Fragen zur Bank of Japan
Die Bank of Japan (BoJ) ist die japanische Zentralbank, die die Geldpolitik im Land festlegt. Ihr Auftrag besteht darin, Banknoten auszugeben und die Währungs- und Währungskontrolle durchzuführen, um die Preisstabilität zu gewährleisten, was ein Inflationsziel von etwa 2 % bedeutet.
Die Bank of Japan führte 2013 eine ultralockere Geldpolitik ein, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation in einem Umfeld niedriger Inflation anzukurbeln. Die Politik der Bank basiert auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE) oder dem Drucken von Banknoten zum Kauf von Vermögenswerten wie Staats- oder Unternehmensanleihen, um Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 verdoppelte die Bank ihre Strategie und lockerte ihre Politik weiter, indem sie zunächst Negativzinsen einführte und dann die Rendite ihrer 10-jährigen Staatsanleihen direkt kontrollierte. Im März 2024 hob die BoJ die Zinsen an und löste damit faktisch ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs auf.
Die massiven Konjunkturmaßnahmen der Bank führten zu einer Abwertung des Yen gegenüber seinen wichtigsten Währungspartnern. Dieser Prozess verschärfte sich in den Jahren 2022 und 2023 aufgrund einer zunehmenden politischen Divergenz zwischen der Bank of Japan und anderen wichtigen Zentralbanken, die sich für eine starke Zinserhöhung entschieden, um die jahrzehntelange Inflation zu bekämpfen. Die Politik der BoJ führte zu einer Vergrößerung der Differenz zu anderen Währungen und drückte den Wert des Yen. Dieser Trend kehrte sich im Jahr 2024 teilweise um, als die BoJ beschloss, ihren ultralockeren politischen Kurs aufzugeben.
Ein schwächerer Yen und der Anstieg der globalen Energiepreise führten zu einem Anstieg der japanischen Inflation, die das 2 %-Ziel der BoJ übertraf. Auch die Aussicht auf steigende Gehälter im Land – ein wesentlicher Faktor für die Inflation – trug zu diesem Schritt bei.

