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Der Aktienmarkt fühlt sich derzeit zunehmend volatiler an. Die Nachrichten entwickeln sich schnell, die Stimmung ändert sich schnell und die Anleger reagieren auf jede neue Entwicklung.
Aber unter der Oberfläche passiert etwas Wichtigeres. Es sieht nicht nach einem Zusammenbruch des Marktes aus, sondern eher nach einem, der sich verändert.
Volatilität bestimmt die Erzählung
Derzeit ist die Börsengeschichte von Volatilität geprägt.
Die Geopolitik steht wieder im Fokus, vom Konflikt im Nahen Osten bis hin zur Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Welthandel. Gleichzeitig bleibt die Inflation hartnäckig und die Zinserwartungen verschieben sich weiter.
Es ist eine unangenehme Mischung. Steigende Ölpreise, hartnäckige Inflation und längerfristig höhere Zinsen schüren alle eine zentrale Angst: dass etwas kaputt geht.
Deshalb hat sich die Stimmung so schnell verändert. Kurzfristige Veränderungen werden als Anzeichen für tiefere Probleme und nicht als Lärm innerhalb eines funktionierenden Systems gewertet.
Das Ergebnis ist ein Markt, der sich fragil anfühlt, auch wenn das zugrunde liegende Bild stabiler ist, als die Schlagzeilen vermuten lassen.
Eine Verschiebung dessen, was der Aktienmarkt belohnt
Was leicht zu übersehen ist, ist, dass der Aktienmarkt nicht zusammenbricht – er verändert, was er belohnt.
Während eines Großteils des letzten Jahrzehnts waren die Anleger auf der Suche nach Wachstum. Langfristige Geschichten dominierten. Das hat in einer Welt extrem niedriger Zinsen funktioniert.
Heutzutage legt der Markt jedoch einen höheren Wert auf Unternehmen, die jetzt Geld generieren. Bilanzen wichtiger. Kapitaldisziplin ist wichtiger.
Man sieht es in Sektoren, die immer noch als „Old Economy“ abgetan werden. Unternehmen mögen BP (LSE: BP.) generieren auch unter volatilen Bedingungen weiterhin starke Cashflows. Dieses Geld wird den Aktionären zurückgegeben und nicht erst Jahre in der Zukunft versprochen.
Das gleiche Muster zeichnet sich anderswo ab. Glencore wird weniger als reines Rohstoffzyklusspiel bewertet. HSBC wird zunehmend als Einkommensmotor angesehen. Aviva verlagert sich hin zu vorhersehbareren Erträgen.
Individuell unterscheiden sich diese Geschichten. Zusammengenommen kommen sie zu derselben Schlussfolgerung.
Der Markt zahlt keine Prämie mehr für entferntes Wachstum. Es ist lohnend CashflowBelastbarkeit und Sichtbarkeit.
Ein reales Beispiel für den Wandel
Ein Unternehmen, das diesen Wandel besonders gut erfasst, ist BP.
Die Schlagzeilen konzentrieren sich weiterhin auf Ölpreise und Geopolitik. Aber das geht am eigentlichen Kern vorbei.
BP kann selbst bei viel Geld einen erheblichen Cashflow generieren untere Ölpreise. Das hat sich in den letzten Jahren gezeigt.
Abschreibungen bei erneuerbaren Energien haben traditionelle Kennzahlen verzerrt. Aber das zugrunde liegende Bild ist klarer. Die Dividende ist über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11 % gestiegen. Die Cashflow-Abdeckung blieb stark, selbst als die Ölpreise stark fielen.
Es bestehen Risiken. Die Gewinne sind weiterhin an die Rohstoffpreise gebunden, und ein globaler Abschwung würde die Gewinne belasten.
Aber der entscheidende Punkt ist einfach. Investoren bewerten BP nicht mehr nur anhand des Öls. Sie schätzen das Geld, das es heute generieren kann.
Fazit
Das sieht nicht nach einem Börsenzusammenbruch aus. Es sieht nach einer Neuausrichtung der Wertvorstellungen der Anleger aus.
Dieser Wandel wird nicht über Nacht stattfinden. Aber es ist bereits im Gange. Für Anleger, die bereit sind, über den Lärm hinauszuschauen, könnte die Chance in Unternehmen liegen, deren Markt gerade erst mit der Neubewertung beginnt.
Dies könnte sich als Beginn einer goldenen Periode für die USA erweisen FTSE 100.

