Goolsbee warnt davor, dass der Ölschock die Desinflation zum Scheitern bringen könnte, wobei die Dauer entscheidend ist. Steigende Benzinpreise könnten die Inflationserwartungen erhöhen und die Politik der Fed zu einem Zeitpunkt erschweren, zu dem ein Rückgang der Inflation erwartet wurde.
ICYMI, Ölpreissprung am Donnerstag: WTI-Rohöl stieg um 11,25 $ auf 111,38 $
Zusammenfassung:
- Goolsbee bezeichnet den Ölanstieg als „ziemlich ernst“, wobei die Dauer entscheidend für die Inflationsaussichten ist
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Warnt davor, dass ein anhaltender Energieschock die Verbraucherstimmung und die allgemeinen Preise beeinträchtigen wird
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Sagt, dass steigende Benzinpreise die Inflationserwartungen in die Höhe treiben könnten – eine zentrale Sorge der Fed
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Stellt den unglücklichen Zeitpunkt fest, da erwartet wurde, dass die Inflation nachlassen würde
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Weist auf die zunehmende Unsicherheit aufgrund des Ölschocks hin, der den politischen Kurs erschwert
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Beschreibt den Arbeitsmarkt als „low-hire, low-fire“ und spiegelt damit Vorsicht wider
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Das deutet darauf hin, dass die Fed vor einem schwierigeren Kompromiss stehen könnte, wenn die Energieinflation anhält
Der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, schlug in einem CNN-Interview am Donnerstagabend einen vorsichtigen Ton an und warnte, dass der jüngste Anstieg der Ölpreise eine erhebliche Komplikation für die Inflationsaussichten und die allgemeine Wirtschaftsentwicklung darstellt.
Goolsbee bezeichnete den Anstieg der Ölpreise als „ziemlich schwerwiegend“ und betonte, dass die endgültigen Auswirkungen stark davon abhängen werden, wie lange die erhöhten Energiekosten anhalten. Während kurzzeitige Spitzen ohne bleibenden Schaden verkraftet werden können, besteht die Gefahr, dass sich ein anhaltender Anstieg auf die Wirtschaft im weiteren Sinne auswirkt, einschließlich der Verbraucherstimmung, der Lebensmittelpreise und der Herstellungskosten.
Er betonte die Sensitivität der Inflationserwartungen gegenüber den Benzinpreisen und wies darauf hin, dass ein starker Anstieg an der Zapfsäule schnell die Wahrnehmung der künftigen Inflation durch die Haushalte beeinflussen kann. Diese Dynamik ist für politische Entscheidungsträger besonders problematisch, da ein Anstieg der Erwartungen dazu führen kann, dass die Inflation hartnäckiger und schwerer zu kontrollieren ist.
Der Zeitpunkt des Energieschocks wurde als „unglücklich“ beschrieben, wobei Goolsbee anmerkte, dass die politischen Entscheidungsträger auf weitere Fortschritte bei der Verringerung des Inflationsdrucks gehofft hatten. Stattdessen sorgt der ölbedingte Preisanstieg an einem heiklen Punkt des Zyklus für eine neue Ebene der Unsicherheit.
Während er die grundlegende Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft anerkannte, verwies Goolsbee auf einen Arbeitsmarkt, der von Vorsicht geprägt sei, und beschrieb ihn als ein „Low Hire, Low Fire“-Umfeld. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen weiterhin zögern, aggressiv zu expandieren, aber auch keine Maßnahmen ergreifen, um den Personalbestand erheblich zu reduzieren, was eine abwartende Haltung angesichts der erhöhten Unsicherheit widerspiegelt.
Insgesamt unterstreichen die Kommentare das Risiko, dass ein anhaltender Ölschock die Federal Reserve in eine schwierigere Lage bringen und sie dazu zwingen könnte, weiterhin erhöhte Inflationsrisiken vor einem möglicherweise schwächeren Wachstumsumfeld abzuwägen.

