- Vujcic von der EZB: Die Energiepreise liegen immer noch sehr nahe am Basisszenario
Im Basisszenario der EZB wurde davon ausgegangen, dass die Energiepreise zwar kurzfristig steigen, sich aber letztendlich stabilisieren. Die EZB geht davon aus, dass die Ölpreise im zweiten Quartal 2026 einen Höchststand von etwa 90 US-Dollar pro Barrel erreichen werden, bevor sie allmählich sinken. Das ungünstige Szenario sah vor, dass die Preise 119 US-Dollar pro Barrel erreichten, während das Worst-Case-Szenario einen Anstieg des Ölpreises auf 145 US-Dollar pro Barrel und ein anhaltend hohes Niveau prognostizierte.
Trotz der Aufwärtskorrektur der Inflation blieb die EZB geduldig, um eine Überreaktion auf den angebotsseitigen Schock zu vermeiden, der voraussichtlich auch das Wirtschaftswachstum dämpfen wird.
Die EZB hat ausdrücklich erklärt, dass sie sich nicht vorab auf einen bestimmten Zinspfad festlegt. Ihre Reaktion auf die aktuelle Ausgangslage zeichnet sich durch Neutralität und Datenabhängigkeit aus. Die Zentralbank ist bereit, über vorübergehende Energiespitzen hinwegzusehen, es sei denn, sie beginnen, die Löhne und Inflationserwartungen in die Höhe zu treiben.
Wenn das Basisszenario Bestand hat, wird die EZB die Zinsen auf absehbare Zeit einfach unverändert lassen. Wenn die ungünstigen oder schwerwiegenden Szenarien eintreten und die Kerninflation zusammen mit anderen Daten wie Löhnen und Inflationserwartungen zu steigen beginnt, hat die EZB signalisiert, dass sie gut positioniert ist, um zu handeln und die Zinssätze zu erhöhen, um die Inflation um ihr Ziel von 2 % zu halten.

