Die nordamerikanische Sitzung tendierte fest zu einem Risikofreudiger Tonmit steigenden Aktien, sinkenden Ölpreisen und leicht sinkenden Renditen. Der Hintergrund für diesen Schritt war vor allem die erneute diplomatische Dynamik, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran offenbar an Fahrt gewinnen – wobei Pakistan eine zentrale Rolle spielt. Während die Schlagzeilen den ganzen Tag über zeitweise inkonsistent und sogar widersprüchlich waren, deutete die breitere Erzählung darauf hin Wiedereingliederung statt Eskalation.
Berichten zufolge sind der US-Gesandte Witkoff und Jared Kushner unterwegs, und es wird erwartet, dass auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi in der Region sein wird. Aktuelle Anzeichen deuten darauf hin, dass sich alle Parteien zunächst getrennt mit pakistanischen Beamten treffen könnten, wobei sich die Möglichkeit eines direkteren Dialogs erst am Montag abzeichnet. Die Märkte entscheiden sich eindeutig dafür, sich auf das zu konzentrieren Potenzial für Deeskalationund dieser Optimismus trug dazu bei, die Rallye der US-Aktien auszuweiten.
Dieser Optimismus wurde umgesetzt Rekordperformance an der Wall Street. Sowohl der NASDAQ als auch der S&P 500 schlossen auf Allzeithochs, wobei der S&P um 0,80 % und der NASDAQ um 1,63 % zulegte. Die Führung kam erneut von Mega-Cap-Technologieunternehmen, wobei Nvidia, Alphabet und Amazon allesamt auf Rekordniveau abschlossen. Unterdessen stahl Intel mit einem atemberaubenden Zuwachs von über 23 % die Aufmerksamkeit auf sich. Die Kehrtwende bei Intel zeigt, wie schnell sich die Stimmung ändern kann – ein Name, der zuletzt gemieden wurde, wird jetzt angenommen, selbst bei erhöhten Bewertungen nahe einem 80-fachen erwarteten KGV. Es ist eine Erinnerung daran Märkte warten nicht auf Perfektion – sie antizipieren sie. Entweder ist das so, oder die Märkte sind ineffizient und unterliegen zeitweise wilden irrationalen Bewegungen.
Mit Blick auf die Zukunft werden die Gewinne nächste Woche im Mittelpunkt stehen und könnten für neue Volatilität sorgen. Am Mittwoch gibt es Berichte von Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft – ein Schwergewicht, das die Nachhaltigkeit der aktuellen Rallye auf die Probe stellen wird. Am Donnerstag folgen Apple, Caterpillar und Merck, die sowohl im Technologie- als auch im Industriesektor für noch mehr Tiefe sorgen.
Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere gingen die Renditen leicht zurück, bleiben aber innerhalb der jüngsten Bandbreiten. Die 2-Jahres-Rendite sank um 4 Basispunkte auf 3,784 %, während die 10-Jahres-Rendite um 1,7 Basispunkte auf 4,305 % sank. Trotz des heutigen Rückgangs stiegen die Renditen in dieser Woche immer noch an, wobei die 10-Jahresanleihen um 5 Basispunkte und die 2-Jahresanleihen um 7,9 Basispunkte zulegten. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Federal Reserve, deren FOMC-Sitzung am kommenden Mittwoch geplant ist. Die Erwartung, dass sich die Zinssätze nicht ändern, ist fest verankert, wobei die aktuelle Zielspanne bei etwa 3,75 % liegt. Der Fokus wird stattdessen auf liegen Führung und Toninsbesondere da die Märkte geopolitische Risiken gegen einen nachlassenden Inflationsdruck abwägen.
Auf dem Devisenmarkt schwächte sich der US-Dollar ab, da Händler sich auf das sich verbessernde Risikoumfeld und die Aussicht auf eine Verringerung der geopolitischen Spannungen stützten. Auch niedrigere Ölpreise und die Erwartung einer künftig schwächeren Inflation trugen zu dieser Entwicklung bei. Rohstoff- und wachstumsempfindliche Währungen führten die Gewinne an, wobei der NZD und das GBP jeweils um rund 0,50 % stiegen. Der EUR stieg um 0,32 %, während der AUD um 0,34 % zulegte, was eine breitere Abkehr von der defensiven Positionierung widerspiegelt.
Die Ölpreise zeigten eine etwas differenziertere Geschichte. WTI-Rohöl zur Lieferung im Juni fiel um 0,87 % auf 95 US-Dollar, während das Rohöl für Juli um 0,74 % auf 90,15 US-Dollar fiel, was den Optimismus hinsichtlich der Angebotsstabilität widerspiegelt, wenn die Spannungen nachlassen. Brent-Rohöl zeichnete jedoch ein vorsichtigeres Bild und stieg um 1,11 $ (1,08 %) auf 106,20 $ – was darauf hindeutet Nicht alle Marktteilnehmer sind vollständig davon überzeugt, dass Risiken beseitigt wurden.
Fazit: Die Märkte neigen zu einem optimistischeren geopolitischen Narrativ, was die Aktien auf Rekordhöhen treibt und den Dollar unter Druck setzt. Angesichts der hohen Gewinne, einer Entscheidung der Fed und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit könnte sich die derzeitige Ruhe jedoch als brüchig erweisen.

