Politico berichtete heute (und jetzt bestätigt die Financial Times), dass Sabine Weyand, die Generaldirektorin für Handel bei der Europäischen Kommission, entlassen wurde.
Die große Überraschung des Handelskriegs im letzten Jahr war für mich, wie schnell die EU nachgab. Es war die einzige Region mit der Größe und dem Einfluss, Trump die Stirn zu bieten und mit Gegenzöllen zurückzuschlagen, doch stattdessen schwenkte sie schnell um und akzeptierte einen Zollsatz von 15 %. Trump drohte mit 30-60 %, und die EU blinzelte einfach und stimmte gleichzeitig der Abschaffung der Zölle auf die meisten US-Industrieimporte und bestimmte „weniger empfindliche“ Agrarprodukte zu.
Es war ein überwältigender Sieg für Trump, und der heutige Schritt erfolgt insbesondere, nachdem Mark Carney gesagt hatte, dass einige Länder die Vereinbarungen bereuen.
„Viele Länder haben überstürzt Geschäfte mit den USA abgeschlossen. Sie waren das Papier, auf dem sie geschrieben waren, nicht wirklich wert“, sagte Carney sagte in einem Interview.
Ende 2025 wurde Weyand zu einer zentralen Figur bei der Erklärung des umstrittenen „Turnberry Deal“ (oder des EU-US-Zollrahmens), der zwischen der EU und der Trump-Regierung ausgehandelt wurde. Weyand beschrieb den Prozess nicht als traditionelle Verhandlung, sondern als strategische „Stabilisierungsmaßnahme“.
In einem offenen Eingeständnis gegenüber deutschen Medien (insbesondere Süddeutsche Zeitung) und später dem Europäischen Parlament erklärte Weyand, dass die EU dieses Abkommen nicht im herkömmlichen Sinne „verhandelt“ habe. Stattdessen akzeptierten sie es, um die USA daran zu hindern:
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Die Ukraine im Stich lassen: Sicherstellung eines fortgesetzten US-Engagements und Sicherheitsgarantien für die Verteidigung der Ukraine.
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Austritt aus der NATO: Stabilisierung des transatlantischen Sicherheitsschirms, von dem Weyand zugab, dass die EU immer noch zu abhängig sei, um einen umfassenden Handelskrieg zu riskieren.
Viele Mitglieder des Europäischen Parlaments kritisierten Weyands Abteilung für „Kapitulation“, doch Weyand beharrte darauf, dass eine „regelbasierte Verständigung“ besser sei als die „einseitigen Schocks“, die die Trump-Regierung ursprünglich geplant hatte.
Ditte Juul Jørgensen soll ihr Ersatz sein.

