Der Sicherheitschef des iranischen Parlaments hat Trumps Project Freedom-Plan für die Straße von Hormus abgelehnt und gewarnt, dass jede Einmischung der USA in die Wasserstraße einen Verstoß gegen den Waffenstillstand darstellen würde.
Zusammenfassung:
- Ebrahim Azizi, Leiter der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments, gab eine formelle Warnung heraus, dass jede Einmischung der USA in den entstehenden maritimen Rahmen der Straße von Hormus gegen den Waffenstillstand verstoßen würde, heißt es in den Quellen
- Azizi lehnte Trumps „Project Freedom“-Initiative ausdrücklich ab und sagte, dass die Bewirtschaftung der Straße von Hormus und des Golfs nicht durch Trumps wahnhafte Posts diktiert werde, heißt es in den Quellenbemerkungen
- Den zitierten Bemerkungen zufolge wies Azizi auch potenzielle US-Rechtfertigungen für Maßnahmen als Schuldzuweisungsszenarien zurück und signalisierte damit den umfassenderen Widerstand Irans gegen die regionale Haltung Washingtons
- Trump kündigte am Sonntag über Truth Social das Projekt Freedom an und beschrieb es laut dem Beitrag von Truth Social als eine humanitäre Geste, um neutrale Schiffe ab Montagmorgen Nahostzeit aus der Meerenge zu führen
- Ein hochrangiger US-Beamter stellte gegenüber dem Wall Street Journal klar, dass es sich bei Project Freedom nicht um die Begleitung von Schiffen durch Kriegsschiffe der US-Marine handelt, sondern um einen Koordinierungsmechanismus für Länder, Versicherer und Schifffahrtsorganisationen, um den Verkehr durch die Meerenge zu leiten
- Den Quellen zufolge erfolgten die Äußerungen vor dem Hintergrund eines fragilen Waffenstillstands und anhaltender diplomatischer Bemühungen zur Beendigung des US-Iran-Konflikts
Der Iran hat seine bisher schärfste öffentliche Reaktion auf die Initiative „Project Freedom“ von Präsident Donald Trump geäußert. Der Vorsitzende der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments warnte, dass jede Einmischung der USA in die maritime Bewirtschaftung der Straße von Hormus einen Verstoß gegen den bestehenden Waffenstillstand darstellen würde.
Ebrahim Azizi, der Vorsitzende der Kommission, machte deutlich, dass Teheran es nicht akzeptieren würde, dass Washington die Bedingungen in der Meerenge oder im weiteren Golfraum diktiert, und wies Trumps Ankündigung als Ergebnis dessen ab, was er als Wahnvorstellungen bezeichnete. Azizi lehnte auch präventiv jeden Versuch der USA ab, die Schuld für Störungen in der Wasserstraße zuzuschieben, und bezeichnete solche Narrative als ein Schuldspiel, das eine stärkere amerikanische Präsenz in der Region rechtfertigen solle.
Die Äußerungen stellen eine deutliche Eskalation der rhetorischen Haltung Irans gegenüber dem Projekt „Freiheit“ dar, das Trump am Sonntag über Truth Social bekannt gab. Der Präsident beschrieb die Initiative als eine humanitäre Geste, die darauf abzielt, neutrale Schiffe zu befreien, die seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran am 28. Februar im Hormus-Korridor gestrandet sind. Trump warnte, dass jede Einmischung in den Prozess mit Gewalt geahndet werdeohne anzugeben, welche Form diese Antwort annehmen könnte.
Das Wall Street Journal stellte anschließend den operativen Charakter des Plans klar und berichtete, dass ein hochrangiger US-Beamter Project Freedom bestätigt habe beinhaltet nicht, dass Kriegsschiffe der US-Marine Schiffe physisch eskortieren durch die Meerenge. Stattdessen fungiert die Initiative als Koordinierungsrahmen, durch den Regierungen, Versicherungsunternehmen und Schifffahrtsorganisationen zusammenarbeiten können, um den kommerziellen Verkehr über die Wasserstraße zu bewegen. Die Unterscheidung ist wichtig: Ein Koordinierungsmechanismus unterscheidet sich deutlich von einer Marine-Eskortenoperation und beseitigt mindestens einen potenziellen Auslöser für eine direkte militärische Konfrontation.
Ob diese Unterscheidung Teheran genügt, erscheint zweifelhaft. Azizis Sprache war eindeutig, als er jede Rolle der USA in der Seeverwaltung von Hormuz als rote Linie betrachtete, und sein Verweis auf Waffenstillstandsverstöße deutet darauf hin, dass Iran bereit ist, selbst eine nichtmilitärische Koordinierungsoperation als Grundlage für eine formelle Beschwerde oder, schlimmer noch, als Vorwand für Maßnahmen zu nutzen.
Die Meerenge ist nach wie vor der kritischste Öl- und Gasengpass der Welt und wickelte etwa ein Fünftel der weltweiten Versorgung ab, bevor der Konflikt sie beendete. Während die diplomatischen Gespräche andauern und der Waffenstillstand immer noch brüchig ist, hat der Austausch zwischen Washington und Teheran über das Projekt „Freiheit“ die zentrale Frage verschärft, wer die Bedingungen kontrolliert, unter denen Hormuz schließlich wiedereröffnet wird, und zu welchem Preis.
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Teherans explizite Darstellung des Projekts „Freiheit“ als Verstoß gegen den Waffenstillstand erhöht die Risiken für die Ölmärkte, die im Hormus-Korridor bereits auf Fragilität eingepreist sind, erheblich. Die Tatsache, dass die Antwort Irans vom Leiter der Nationalen Sicherheitskommission des Parlaments und nicht von einem Beamten auf niedrigerer Ebene kam, zeigt, dass es sich hierbei um eine wohlüberlegte politische Position und nicht um rhetorischen Lärm handelt. Da das WSJ klarstellt, dass es bei der US-Initiative eher um Koordinierung und Führung als um Marineeskorten geht, ist die praktische Gefahr einer unmittelbaren Konfrontation etwas geringer, aber die Sprache des Iran lässt wenig Raum für eine stille Deeskalation. Jeder Schritt Washingtons, die Einwände Teherans zu ignorieren, wird genau auf Anzeichen iranischer Gegenmaßnahmen beobachtet, was im aktuellen Umfeld weiterhin das größte Aufwärtsrisiko für die Rohölpreise darstellt.

