Iran beansprucht Souveränität für Hormus
Zusammenfassung:
- Iranische Staatsmedien berichteten, dass der US-Vorschlag laut iranischen Staatsmedien einer Aufforderung an den Iran gleichkäme, sich den von ihm als überzogenen amerikanischen Forderungen zu ergeben
- Laut iranischen Staatsmedien soll der Vorschlag Irans die Notwendigkeit hervorheben, dass die Vereinigten Staaten eine Entschädigung für die dem Iran zugefügten Kriegsschäden zahlen
- Laut iranischen Staatsmedien betonte Teherans Vorschlag auch die Souveränität Irans über die Straße von Hormus
- Nach der Eröffnung der US-Terminmärkte stiegen die Ölpreise, was den sich verschlechternden Ton der Verhandlungen widerspiegelte, heißt es in der Quelle
- Der Austausch folgt auf Trumps frühere öffentliche Ablehnung der Vorschläge Irans als völlig inakzeptabel und auf Irans Abweisung seiner Reaktion als irrelevant, wie aus früheren Berichten über die Ereignisse des Tages hervorgeht
- Sämtliches Material aus iranischen Quellen stammt von staatlichen Medien und wurde nicht unabhängig überprüft
Die Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben eine deutlich konfrontative Wendung genommen. Iranische Staatsmedien berichten, dass Teherans Vorschlag Forderungen nach amerikanischen Kriegsentschädigungen und einer formellen Anerkennung der Souveränität Irans über die Straße von Hormus beinhaltet, da die Ölpreise nach der Öffnung der US-Terminmärkte stiegen.
Die Eskalation der Rhetorik folgt auf einen Tag zunehmend feindseliger öffentlicher Auseinandersetzungen. Iranische Staatsmedien charakterisierten die amerikanische Verhandlungsposition als eine Aufforderung an den Iran, tatsächlich vor den von ihm als übertriebenen US-Forderungen bezeichneten Forderungen zu kapitulieren, eine Formulierung, die signalisiert, dass Teheran die Kluft zwischen den beiden Seiten eher als grundlegend denn als technisch ansieht. Irans eigener Gegenvorschlag geht laut staatlichen Medien erheblich weiter als der frühere Entwurf, über den Tasnim berichtet hatte, und fügt Kriegsentschädigungen und die Frage der Souveränität von Hormuz zu einer bereits umfangreichen Liste von Bedingungen hinzu.
Die Hormuz-Dimension ist das folgenreichste Element für die Energiemärkte. Die Meerenge bleibt der kritischste Engpass im weltweiten Öl- und Gashandel, und jede Behauptung Irans, souveräne Kontrolle über seine Gewässer zu haben, ob rhetorisch oder operativ, stellt eine Bedrohung für die Transitrechte dar, die den Fluss von Millionen Barrel Rohöl pro Tag unterstützen. Dass Iran sich entschieden hat, diesen Punkt in seinen Verhandlungstext aufzunehmen, egal auf welcher Formalitätsebene, wird von Händlern als ein Signal der Absicht interpretiert, die Meerenge als Druckmittel zu nutzen.
Die Forderung nach Entschädigung für Kriegsschäden fügt eine weitere Ebene der Komplexität hinzu, die für Washington wahrscheinlich kein Startpunkt sein dürfte, und verstärkt das Gefühl, dass sich beide Seiten derzeit eher von einem Rahmenabkommen abwenden als hinbewegen. Zuvor hatte Trump die Reaktion Irans über Truth Social öffentlich für völlig inakzeptabel erklärt, während eine iranische Quelle den staatlichen Medien sagte, sein Unmut sei nicht nur irrelevant, sondern willkommen.
Der Anstieg des Ölpreises bei Eröffnung der US-Futures spiegelt wider, dass die Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen diplomatischen Durchbruchs stark nach unten korrigiert haben. Die Aussicht, dass sanktioniertes iranisches Rohöl in einem sinnvollen Zeitrahmen wieder auf den Markt kommen könnte, ist aufgrund der Börsenentwicklung an diesem Tag erheblich zurückgegangen. Der Ton wirft auch einen Schatten auf Trumps geplanten Besuch in Peking am 14. und 15. Mai, wo der Iran-Krieg und seine Unterbrechung der Golf-Energieflüsse voraussichtlich eine wichtige Rolle in den Gesprächen mit Präsident Xi Jinping spielen werden. Da beide Verhandlungspositionen nun öffentlich verankert sind, scheint der Weg zur Deeskalation deutlich schmaler zu sein als noch zu Beginn des Tages.
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Der Anstieg des Ölpreises bei der Öffnung der US-Terminmärkte spiegelt die Händler wider, die einen bedeutenden Anstieg des Risikos eines völligen Scheiterns der Gespräche einpreisen, wobei die Behauptung der Souveränität Irans über die Straße von Hormus das marktsensibelste Element der jüngsten Börse ist. Jeder Versuch Irans, diesen Anspruch zu formalisieren oder durchzusetzen, würde eine direkte Bedrohung für einen der kritischsten Energieengpässe der Welt darstellen, über den ein erheblicher Teil der weltweiten Rohölexporte transportiert wird.
Die Entschädigungsforderung fügt eine weitere Dimension hinzu, die eine kurzfristige Einigung immer weiter entfernt erscheinen lässt und jede verbleibende Erwartung beseitigt, dass sanktionierte iranische Fässer kurzfristig wieder auf den Markt kommen. Da das Trump-Xi-Gipfeltreffen in Peking für den 14. und 15. Mai geplant ist, wird auch der Verlauf der Iran-Gespräche dieses Treffen beeinflussen, da China weiterhin stark den durch den Krieg unterbrochenen Energieflüssen aus dem Golf ausgesetzt ist.

