Der Rückgang von Bitcoin (BTC) unter die 80.000-Dollar-Marke beginnt, einen Teil des Optimismus zunichte zu machen, der auf einen großen Schritt nach vorne für die Branche folgte. Nach dem Aufschlag des Bankenausschusses des Senats für den CLARITY Act am Donnerstag sind die Marktgewinne inzwischen abgeflaut.
Jetzt treffen neue Inflationsdaten ein, die möglicherweise stärker ins Gewicht fallen, und Analysten gehen davon aus, dass dies die Stimmung weiter abkühlen könnte, von der die Händler gehofft hatten, dass sie zu stärkeren Preisbewegungen führen würde.
Die Sorge beschränkt sich nicht nur auf Bitcoin: Der gleiche makroökonomische Druck könnte auf Ethereum (ETH) und Solana (SOL) übergreifen, wo sich die Bedingungen häufig in stärkeren täglichen Bewegungen niederschlagen.
„Im Großen und Ganzen bärisch“ für Bitcoin
Der Marktexperte Alex Carchidi von The Motley Fool hält die Inflationsdaten für April für besonders schwer zu verdauen. Laut den am 12. Mai veröffentlichten Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) stiegen die Preise im Jahresvergleich um 3,8 %. Ein wichtiger Treiber war der Energiesektor, der aufgrund steigender Kosten im Zuge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran um 17,9 % zulegte.
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Nach Ansicht von Carchidi ist der Inflationsimpuls nicht nur ein weiterer Routinedruck – er spiegelt eine tatsächliche Versorgungsstörung wider. Die Analyse weist insbesondere auf die Blockierung von Öllieferungen durch die Straße von Hormus hin, ein Ereignis, das dazu beigetragen hat, die Energiepreise in die Höhe zu treiben und damit wiederum die Gesamtinflation anzukurbeln.
Der Bericht zeigte auch, dass die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausschließt, höher war als von vielen erwartet. Der Kern-VPI stieg im Jahresvergleich auf 2,8 % und lag damit leicht über der Prognose.
Zusammengenommen beschreibt Carchidi die Zahlen als im Großen und Ganzen pessimistisch für Bitcoin und den breiteren Kryptosektor, betont jedoch, dass der Effekt nicht bei allen großen Münzen identisch sein wird.
Risk-On im Rampenlicht
Bitcoin, Ethereum und Solana werden wahrscheinlich alle mit Konsequenzen konfrontiert sein, doch ihre Marktpositionierung im Verhältnis zu Inflation und Liquidität ist so unterschiedlich, dass sie von Bedeutung ist.
Ein Hauptgrund dafür, dass Bitcoin – zumindest theoretisch – widerstandsfähiger sein könnte, ist, dass Kryptomärkte oft auf die Kosten und die Verfügbarkeit von Kapital reagieren. Carchidi merkt an, dass „Kryptowährungen von billigem Kapital leben.“
Da sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen jedoch ändern, ist zu erwarten, dass sich der „Zapfhahn“ für die Liquidität eher verengt als erweitert.
Das rückt die Federal Reserve in den Fokus. Die Fed hat ihren Leitzins in drei aufeinanderfolgenden Sitzungen stabil bei 3,5 % bis 3,75 % gehalten. Dennoch warten Händler auf eine Verschiebung der politischen Erwartungen und preisen eine Zinserhöhung von etwa 30 % bis zum Jahresende ein.
Laut Carchidi ist dies für Ethereum und Solana wichtiger als für Bitcoin. Seine Begründung hängt damit zusammen, wie diese Vermögenswerte allgemein vom Markt wahrgenommen werden.
Nach den Worten des Experten werden ETH und SOL in der Regel als Risikobestände behandelt und verfügen nicht über eine etablierte „Inflationsabsicherung“, auf die Anleger in Zeiten anhaltenden Inflationsdrucks zurückgreifen können.
Im Gegensatz dazu wird Bitcoin von Befürwortern seit langem als knappes Gut positioniert, das als Inflationsschutz fungieren könnte und eine andere Art von narrativer Unterstützung bieten kann, wenn sich traditionelle Vermögenswerte und makroökonomische Annahmen ändern.
Kurzfristige Warnung für Ethereum und Solana
Cardichi weist darauf hin, dass, wenn der Energieschock schließlich zu einer breiteren Lockerung der Geldpolitik führt, das auf Knappheit basierende Argument von Bitcoin über einen mehrjährigen Horizont wieder überzeugender werden könnte.
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Selbst dann betont er, dass dies an eine Bedingung geknüpft ist – ein „Wenn, nicht ein Wann“ – und dass der Markt eine datengesteuerte Bestätigung benötigen würde, damit sich der erneuerte Fall überzeugend anfühlt.
Für Ethereum und Solana sei das kurzfristige Bild weniger optimistisch, so sein Fazit. Ihr Wert hängt laut Carchidi eher davon ab, dass die Netzwerke bei den Nutzern Anklang finden und Kapital für ihre Plattformen anlocken.
Ausgewähltes Bild erstellt mit OpenArt, Diagramm von TradingView.com

