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Es kommt nicht oft vor, dass Investor Michael Burry sich öffentlich optimistisch für einen meiner Top-Aktien und Shares-ISA-Bestände äußert.
Immerhin wurde der Investor dadurch berühmt Der große Kurzfilm Film ist ein Deep-Value-Stockpicker und kein langfristiger Wachstumsinvestor wie ich.
Dennoch kaufte er kürzlich Aktien von MercadoLibre (NASDAQ:MELI), die per Definition eine erstklassige Wachstumsaktie ist. Das E-Commerce- und Fintech-Kraftpaket hat seinen Umsatz über fünf Jahre auf Jahresbasis um etwa 53 % gesteigert!

In der Vergangenheit wurde für dieses rasante Wachstum eine hohe Marktprämie erzielt. Letzte Woche stürzte die Aktie jedoch nach den Ergebnissen von MercadoLibre für das erste Quartal um etwa 16 % ab, sodass sich der Rückgang in den zwölf Monaten auf 38 % erhöhte.
Aber ist dieser Rückgang eine potenziell lukrative Kaufgelegenheit, die man genau in Betracht ziehen sollte? Werfen wir einen Blick darauf.
Wie lässt sich damit Geld verdienen?
MercadoLibre betreibt Lateinamerikas größten E-Commerce-Marktplatz in 18 Ländern. Aufgrund seines ausgedehnten Fulfillment-Netzwerks, das eine schnelle Lieferung von Artikeln ermöglicht, wird es oft als „Amazonas Lateinamerikas‘.
Da ist etwas Wahres dran, denn das Unternehmen verfügt auch über einen Prime-ähnlichen Abonnementdienst und eine TV-Streaming-Plattform. Und wie Amazon verfügt das Unternehmen über ein schnell wachsendes digitales Anzeigengeschäft (Mercado Ads), das im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 73 % verzeichnete.
Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass das Unternehmen keine Cloud-Dienste an andere verkauft. Stattdessen gibt es eine Fintech-Einheit (Mercado Pago), die 83 Millionen Menschen Kredite und verschiedene andere Finanzdienstleistungen anbietet.
Warum ist die Aktie in letzter Zeit eingebrochen?
Die Aktie stürzte ab, weil das erste Quartal zeigte, dass die operative Marge um fast sechs Prozentpunkte auf 6,9 % schrumpfte. Im Folgenden sind einige Dinge aufgeführt, die die kurzfristige Rentabilität beeinträchtigen:
- Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen (potenzielle Forderungsausfälle im boomenden Kreditgeschäft).
- Massiver Logistikausbau in Brasilien (Eröffnung von 14 Logistikzentren im Jahr 2026).
- Höher Marketingausgaben.
In Brasilien, seinem größten Markt, hat MercadoLibre die Schwelle für den kostenlosen Versand gesenkt. Das ist großartig für die Kunden, aber Investoren befürchten, dass dies auf die zunehmende Konkurrenz durch Amazon und Shopee zurückzuführen ist.
Das erhöht auf jeden Fall das Risiko. Es ist jedoch erwähnenswert, dass der Umsatz und die Finanzerträge im ersten Quartal um 49 % auf 8,84 Mrd. US-Dollar stiegen 55 % in Brasilien.
Dies war das schnellste Quartalswachstum des Unternehmens seit fast vier Jahren!
Angesichts der enormen langfristigen Chancen hat MercadoLibre wohl Recht, hier auf den Wachstumsbeschleuniger zu setzen.
Wir haben die einmalige Chance, die Art und Weise zu verändern, wie Hunderte Millionen Lateinamerikaner einkaufen, bezahlen und auf Finanzdienstleistungen zugreifen … Die Auswirkungen unserer Investitionen zeigen sich heute in einer bedeutsamen, aber bewussten Verringerung der Margen in der nahen Zukunft, aber sie sind ebenso sichtbar in einem beschleunigten Wachstum, einem stärkeren Engagement, einer größeren Reichweite und einer Stärkung der Wettbewerbsposition.
Bericht Q1 2026.
Zurück nach Burry
Burry sieht den jüngsten Ausverkauf eindeutig als Chance. Er schrieb: „Ich erwarte langfristig eine jährliche Rendite von 15 % nach 15 Jahren oder länger“.
Nach dem Absturz lag der Aktienkurs bei 27 die prognostizierten Gewinne für das nächste Jahr. Für ein qualitativ hochwertiges Unternehmen, das immer noch regelmäßig ein Umsatzwachstum von über 30 % verzeichnet, ist das günstig.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Amerikaner 41 Online-Einkäufe pro Jahr tätigt, Lateinamerikaner dagegen nur sieben.
Wie das Management betont: „Der Kuchen wächst schneller als je zuvor, und wir nehmen ein noch größeres Stück davon ab“.
Ich denke, geduldige Anleger sollten heute darüber nachdenken, bei Kursrückgängen zu kaufen, während sich der Markt über kurzfristigen Margendruck Sorgen macht.

