BoJ-Vorstandsmitglied Koeda sagte, die zugrunde liegende Inflation liege bereits bei rund 2 % und die Zentralbank müsse die Zinsen weiter anheben, und warnte davor, dass die Entwicklungen im Nahen Osten die Inflation künftig über den Zielwert hinaustreiben könnten.
Zusammenfassung:
Alle Aufzählungszeichen gemäß den öffentlichen Bemerkungen von BOJ-Vorstandsmitglied Koeda, 20. Mai 2026:
- Die zugrunde liegende Inflation wird bereits auf etwa 2 % geschätzt, wobei angesichts der Lage im Nahen Osten die Möglichkeit besteht, dass sie diesen Wert übersteigt
- Die BOJ muss den Leitzins weiterhin in angemessenem Tempo anheben und dabei Inflationssorgen gegen wirtschaftliche Kompromisse abwägen
- Die Entwicklungen der letzten ein bis zwei Monate haben die Wahrscheinlichkeit eines Risikoszenarios erhöht, in dem weiterhin hohe Rohölpreise anhalten
- Sowohl umfragebasierte als auch marktbasierte Indikatoren für die langfristigen Inflationserwartungen sind bereits leicht gestiegen, was laut Koeda Aufmerksamkeit verdient
- Sollten die Realzinsen weiterhin deutlich negativ vom natürlichen Zinssatz abweichen, könnte es zu unbeabsichtigten Verzerrungen bei der künftigen Ressourcenallokation kommen
- Der Ansatz der BOJ zur geldpolitischen Normalisierung wird von Faktoren wie der Größe der Produktionslücke und der Stabilität des natürlichen Zinssatzes abhängen
- Wenn die Wirtschaft einen größeren Abschwung vermeidet, müsse den Nebenwirkungen eines weiteren Rückgangs der Realzinsen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, sagte Koeda
Koeda, Vorstandsmitglied der Bank of Japan, gab am Mittwoch eine entschieden restriktive Einschätzung der Inflationsaussichten Japans ab. Er sagte, das zugrunde liegende Preiswachstum habe bereits rund 2 % erreicht und argumentierte, dass die Zentralbank weitere Zinserhöhungen vorantreiben müsse, um dem Risiko einer Festigung der Inflation entgegenzuwirken.
Koeda erklärte öffentlich, dass die Bank of Japan den Leitzins als Reaktion auf die Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit, der Preise und der finanziellen Bedingungen weiter anheben müsse. Dabei ging es bei der Straffung nicht um eine Frage des Ob, sondern um Geschwindigkeit und Zeitpunkt. Die Kommentare kommen einen Tag vor Japans landesweiter CPI-Veröffentlichung im April und schärfen den Fokus deutlich auf die Juni-Sitzung der BOJ.
In Bezug auf die Inflationsaussichten war Koedas Einschätzung besonders direkt. Die zugrunde liegende Inflation liege bereits bei rund 2 %, sagte er, und angesichts der Situation im Nahen Osten bestehe die Möglichkeit, dass sie in der kommenden Zeit über dieses Niveau steigen könnte. Er stellte fest, dass die Entwicklungen in den letzten ein bis zwei Monaten die Wahrscheinlichkeit eines Risikoszenarios erhöht haben, in dem die erhöhten Rohölpreise anhalten und die Angebots- und Nachfragedynamik darauf hindeutet, dass sich der Preisdruck auf ein breiteres Spektrum von Waren und Dienstleistungen ausweiten könnte. Sowohl umfragebasierte als auch marktbasierte Indikatoren für die langfristigen Inflationserwartungen seien bereits leicht gestiegen, eine Entwicklung, die seiner Meinung nach besondere Aufmerksamkeit verdient.
Das von Koeda vorgebrachte Argument des Realzinses war vielleicht das technisch pointierteste Element seiner Ausführungen. Wenn die BOJ ihren Leitzins nicht als Reaktion auf steigende Inflation oder Inflationserwartungen anpasst, werden die kurzfristigen Realzinsen weiter in den negativen Bereich fallen, sagte er. Sollte diese Abweichung vom natürlichen Zinssatz anhalten und sich ausweiten, werden unbeabsichtigte Verzerrungen bei der künftigen Ressourcenallokation zu einem wesentlichen Risiko, ein Argument, das Untätigkeit als politische Entscheidung mit eigenen Kosten und nicht als neutrale Haltung umdeutet.
Koeda erkannte die damit verbundenen Kompromisse an und wies darauf hin, dass der Ansatz der BOJ zur Normalisierung von Faktoren wie der Größe der Produktionslücke und der Stabilität des natürlichen Zinssatzes abhängen werde. Aber die Gesamtausrichtung war klar: Ohne einen größeren wirtschaftlichen Abschwung erfordern die Nebenwirkungen sinkender Realzinsen zunehmende Aufmerksamkeit, und die Argumente für eine weitere Straffung bleiben bestehen.
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Koedas Kommentare sind eindeutig kämpferisch und landen am Vortag Japans CPI-Veröffentlichung für April (Vorschau hier)Dies verstärkt die Erwartungen, dass die Juni-Sitzung der Bank of Japan stattfinden wird. Mit der Behauptung, dass die zugrunde liegende Inflation bereits bei etwa 2 % liege, entfällt eine der Schlüsselbedingungen, mit denen die Bank of Japan ihre Geduld rechtfertigt, während die Warnung, dass sie angesichts der Situation im Nahen Osten 2 % überschreiten könnte, die Risikoeinschätzung entscheidend nach oben verschiebt. Das Argument der Realzinsen ist besonders bedeutsam: Koeda argumentiert, dass Untätigkeit an sich ein Risiko birgt, da anhaltend negative Realzinsen die Ressourcenallokation im Laufe der Zeit verzerren. Yen-Händler werden feststellen, dass es sich dabei nicht um eine einzelne Gegenstimme handelt, sondern um ein Vorstandsmitglied, das eine strukturierte Begründung für die Straffung formuliert. In Kombination mit den VPI-Daten vom Freitag läuten die Kommentare eine möglicherweise marktbewegende Woche für USD/JPY ein.

